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Vitamine für Aquarienfische



 

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Jürgen
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Mit dabei seit: 31.01.2003
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BeitragGeschrieben: 07.08.2003 - 14:18    Titel: Idee Vitamine für Aquarienfische

Hallo,

immer wieder wird über die Sinnhaftigkeit von zusätzlichen Vitamingaben für Zierfische diskutiert.
Ich hab mal die relevantesten Vitamine zusammengefasst. Vorlage dafür ist, von einigen Ergänzungen abgesehen, der sera Ratgeber "Zierfische füttern nach dem Vorbild der Natur".

Warum und wann Vitamine verabreichen?

Vitaminmangel erhöht wie beim Menschen auch die Anfälligkeit gegen Krankheiten. Dabei ist zu beachten, dass bei ständigem Stress, z.B. durch Überbesatz oder nicht artgerechte Haltung der Vitaminbedarf der Zierfische steigt. Aus der Terraristik weiß man wie wichtig die zusätzliche Vitaminisierung der Futterinsekten ist, in der Aquaristik wird das grob unterschätzt.
Ein Manko der Fischfutterindustrie ist die Tatsache, dass man sich bei den Trockenfuttermitteln auf Flocken oder Granulate konzentriert, die für alle Fische eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen, Spurenelementen, Mineralien und Ballaststoffen und eben auch Vitaminen sicherstellen sollen. Nur wenige Futtermittel nehmen Rücksicht auf spezifische Ansprüche der einzelnen Arten, mir fallen da auf die Schnelle die Molly-Flocken von Dennerle (für Lebendgebärende) ein, diverse Futtermittel(granulate) für Discusfische oder das ziemlich neue Tetra Betta (Futterflocken für Kampffische). Bei afrikanischen Seenbarschen sieht die Sache schon ein wenig besser aus, da gibts Futtermittel für Aufwuchsfresser oder "Fleischfresser".
Nachdem Vitamine nur beschränkt haltbar sind und bei geöffneten Futterdosen an der Luft rasch zerstört werden wäre die richtige Ernährung nach dem Vorbild der Natur die tägliche Verabreichung von frisch gefangenen Wasserinsekten, z.B. schwarzen oder weißen Mückenlarven, Wasserflöhen oder Cyclops. Warum frisch gefangen? Diese Insekten enthalten im Verdauungstrakt noch allerlei Algen oder Einzeller. Nachdem nicht jedermann/frau ein paar mal die Woche zum nächsten Teich gehen kann bietet sich die Verwendung von Fertigfutter an. Dieses Fertigfutter (Flocken, Granulat, Tabletten, Sticks) kann man ergänzen mit:
- gefrorenen Wasserinsekten (Frostfutter): haben annährernd den gleichen Nährwert wie frisch gefangene Insekten, wenn sie richtig gefrostet wurden und enthalten viele Vitamine und Spurenelemente
- Lebendfutter: gibt es manchmal zu kaufen; die Fische fressen diese Mückenlarven & co gerne. Nachdem diese Insekten vom Fang bis zum Verkauf einige Tage (Wochen?) im Kühlhaus/Kühlschrank gelagert werden dürfte der Nährwert allerdings nicht mehr an frisch gefangenes und gefrostetes Futter heranreichen. Nachteil: man kann sich mit den Wasserinsekten schon mal Krankheiten/Algen/Parasiten einschleppen.

Braucht man zusätzliche Vitamine für Aquarienfische?

Nein!

Wenn das Aquarium nicht überbesetzt ist und die Zierfische unter naturnahen Verhältnissen gepflegt werden genügt das im Fachhandel erhältliche Angebot an künstlich hergestellten Futtermitteln + gefrorenen Wasserinsekten.

Wann ist die Verwendung von zusätzlichen Vitaminen sinnvoll?

- nach Krankheiten
- bei Neubesatz
- bei grösseren Umbauaktionen im Aquarium (Stress)
- zur Förderung der Laichbereitschaft

Wie werden Vitamine zusätzlich verabreicht?

Es gibt 4 Möglichkeiten:

1. Flüssigpräparate: Tropfen, die man ins Wasser gibt oder direkt auf das Futter; die Verabreichung direkt über das Futter ist wesentlich effektiver weil Fische ja wenig trinken und die Vitamine im warmen Wasser ziemlich rasch abgebaut werden. Natürlich wird ein Teil über die Schleimhäute der Fische resorbiert, aber - wie gesagt: die Verabreichung über das Futter kann gezielter und wirksamer erfolgen.
2. Vitamintabletten (z.B. sera activant): werden ins Aquarium geworfen und haben eine gewisse Depotwirkung; d.h., sie lösen sich langsam auf und die Fische können auch ein wenig daran herumknabbern.
3. Vitamin-Gels (z.B. Dennerle V-maxx Gel): damit können gefrorene Mückenlarven oder Wasserinsekten vitaminisiert werden; das Gel haftet auf dem gefrorenen oder nassen Futter und löst sich im Wasser nicht auf; kann gezielt angewendet werden.
4. vitaminisierte Futtermischungen: für alle interessant, die sich ihr Fischfutter selber herstellen; Flüssigvitamine werden mit dem Futterbrei vermengt, eingefroren und portionsweise wieder aufgetaut und verfüttert.

Lg
Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 23.11.2003 - 03:36, insgesamt 1-mal bearbeitet
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 08.08.2003 - 00:26    Titel:  Vitamine und Aquarienfische

Als Argument gegen notorische "Vitamine sind nicht wichtig"-Beter, die Futtermittel aus Kostengründen im Grossgebinde erwerben und (natürlich!) weitere Ausgaben für Vitaminpräparate für nutzlose Geschäftemacherei erachten hab ich hier mal eine kleine Aufstellung der Wirkung der verschiedenen Vitamine auf den Fischorganismus eingestellt.

Folgende Vitamine sind bei der Ernährung von Zierfischen wichtig:

VITAMIN A
fördert die Sehkraft und das gesunde Wachstum. Außerdem wirkt es als Schleimhautschutz sowie als Fruchtbarkeitsvitamin.
Mangelsymptome: Augenschäden, Hautblutungen

VITAMIN B1
ist nötig, um aus den Kohlenhydraten des Fischfutters Energie zu gewinnen und das Gehirn sowie die Nerven mit Zucker (Nervennahrung!) zu versorgen.
Mangelsymptome: Bewegungsstörungen, krampfartiges Schwimmverhalten

VITAMIN B2
ist wichtig bei der Verwertung von Protein, beim Muskelaufbau und als Schleimhautschutz.
Mangelsymptome: Hautblutungen, Störungen des Nervensystems

VITAMIN B3 (Vitamin PP)
spielt beim Aufbau verschiedener Enzyme eine wichtige Rolle
Mangelsymptome: Kiemenschäden

VITAMIN B6
ist für das Nervensystem wichtig. Ein Mangel führt zu Schäden des Nervensystems
Mangelsymptome: Bewegungsstörungen, torkelndes Schwimmverhalten

VITAMIN B12
ist wichtig für die Verdauung sowie zum Aufbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Fischkörper unentbehrlich ist.
Mangelsymptome: Blutarmut (Anämie), Apathie, Wachstumsstörungen

VITAMIN C
ist für den Aufbau des Fisch-Skeletts wichtig und spielt eine entscheidende Rolle zur Stärkung der Abwehrkräfte.
Mangelsymptome: Kiemenverformung, Krankheitsanfälligkeit

VITAMIN D3
regelt die Aufnahme von Phosphor und ist somit für das Knochen- bzw. Skelettwachstum besonders wichtig.
Mangelsymptome: Knochenverformung (Rachitis)

VITAMIN E
Dieses Vitamin regt die Bildung von Fruchtbarkeitshormonen an. Außerdem stabilisiert es im Futter andere Vitamine sowie ungesättigte Fettsäuren.
Mangelsymptome: Unfruchtbarkeit, Leberverfettung

VITAMIN H (BIOTIN)
ist für das Wachstum des Fisches von Bedeutung.
Mangelsymptome: Appetitlosigkeit, Krämpfe

VITAMIN K
fördert die Blutgerinnung nach Verletzungen.
Mangelsymptome: Störungen in der Wundheilung, Leberschäden

CHOLIN
wird zum Verdauen von Fett benötigt.
Mangelsymptome: Leberverfettung
Leo
Zoo-Direktor
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BeitragGeschrieben: 10.10.2003 - 23:19    Titel:  Re: Vitamine und Aquarienfische

Hallo Jürgen!

Kann mir nicht verkneifen zum Vitaminthema auch was zu sagen:

Ich habe die V-Maxx-Tropfen von Dennerle im Einsatz - Gekauft habe ich die, weil meine Rotflossen-Glassalmler so blasse/farblose Flossen hatten.
-> Das hat man gesehen, daß die wieder farbig wurden.

Weil ich sie schon zu Hause habe, habe ich die Vitamine nach Streß-situationen gegeben - zum Beispiel nach dem Umsetzen vom Quarantäne- ins große Becken. Oder nach dem Kauf neuer Fische und nach dem Umsetzen vom Transportbeutel ins Quarantäne-Becken. Glas Das dürfte zuletzt auch mitgeholfen haben, meine Panzerwelse zum Ablaichen zu bewegen. Gut

Gut angekommen sind die Vitamine auch nach meinem Sommerurlaub, wo am Thermometer hinterher 29°C Weinen gestanden haben, und das Becken total veralgt war, einige Fischleins mit "Bauch nach oben" geschwommen sind.... Traurig

Ich gebe sie immer abends kurz bevor das Licht auschaltet ins Becken...
(Licht zerstört die Vitamine, wie wir aus der Tetrapack-Werbung wissen...)

Und noch was: Die Wechselwirkungen zwischen Vitaminen&Mineralstoffen solltest Du mal beleuchten. Ich weiß aus der Fütterung von Wiederkäuern, daß Vitamin E und Selen zusammengehören/zusammenwirken, zum Vitamin D gehört das Calzium, für den Energiestoffwechsel ist - bei Säugetieren zumindest - der Phosphor wichtig/mitbeteiligt, ich denke das läuft bei den Fischen nach ähnlichem Muster ab.

Und zum Thema Futter: Es ist noch keinem Hersteller gelungen, ein (Rinder- Kuh )Futter zu machen, das eine pflanzenartenreiche Wiese in ihrer Zusammensetzung bis hinunter zu den Mineralstoffen/Vitaminen zu 100% kopiert. Genausowenig wird es wahrscheinlich keinen Fischfutterhersteller geben, der die natürliche breite Nahrungspalette der Fische auch nur annähernd trifft. Wir essen doch auch nicht jeden Tag Marmeladebrot zum Frühstück, Schnitzelburger Fast food zu Mittag und einen Mozarella mit Salat am Abend.
Und würden wir es tun, das Pensionsalter dürften wir nicht erreichen.

Darum: Abwechslungsreich muß die Geschichte sein, dann stimmt die Vitaminversorgung auch.

liebe Grüße!

Leo
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