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Wasserwerte und Parameter im und ums Aquarium



 

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Jürgen
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Mit dabei seit: 31.01.2003
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BeitragGeschrieben: 23.07.2003 - 00:56    Titel: Idee Wasserwerte und Parameter im und ums Aquarium

Hallo,

ich hab mir mal überlegt mit einer Beschreibung der wichtigsten Wasserwerte bzw. Parameter, die im Aquarium eine Rolle spielen können, zu beginnen.
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit, und die entsprechenden Werte sollte für jedes Aquarium separat erhoben und die Maßnahmen darauf abgestimmt werden.
Ergänzungen zu den einzelnen Parametern, die von Forumsteilnehmern kommen, werden gerne angenommen und in den Text eingefügt. Als kleines "Open End" Projekt (Anfang: ich; Ende: nie Zwinker werden dann die Beiträge mit den Namen der Verfasser zu einem "Ganzen" zusammengefasst.
Beiträge, die aus der Literatur entnommen werden, bitte mit Quellenangabe versehen. Größere Textzitate aus anderen Foren oder Homepages bitte mit dem entsprechenden Link posten.

Folgende Werte/Parameter könnten (für Süßwasseraquarien) bearbeitet werden:
    pH-Wert, Temperatur, Karbonathärte, Gesamthärte, Nitrit, Nitrat, Phosphat, Eisen, Kohlendioxyd, Ammonium/Ammoniak, Kupfer, Sauerstoff, Leitwert, Redoxpotential, Salzgehalt (Salinität), Keimzahl, ev.
    Beleuchtung


Das Ganze sollte so aufgebaut sein:
1. Beschreibung 2. Entstehungsursachen oder Mangelursachen 3. aquaristische Meßmethoden 4. Auswirkungen auf das Aquarium (Fische, Pflanzen und Wirbellose)
5. Maßnahmen zur Abhilfe

Wer Lust hat etwas zu schreiben ist Willkommen.
Wer sich informieren möchte sollte hier die wichtigsten Informationen finden können.
Wer Textzitate aus diesen oder anderen Beiträgen ohne Nachfragen bei den Autoren kopiert und unter seinem Namen für seine Zwecke publiziert sei auf das Copyright (Schutz geistigen Eigentums) hingewiesen.

Lg
Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 23.11.2003 - 02:37, insgesamt 1-mal bearbeitet
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 23.07.2003 - 01:07    Titel: Lesestoff pH-Wert

1. Beschreibung pH-Wert

Was ist der pH-Wert?

Der pH-Wert ist einer der wichtigsten Wasserwerte im Aquarium. Er ist neben der Temperatur einer der wichtigsten Parameter, um Fische überhaupt annähernd artgerecht zu pflegen. Für Fische aus Weichwasserregionen (SO-Asien, Südamerika) liegt der pH-Wert meistens im sauren bis basischen Bereich liegen, für Fische aus Europa oder Zentralafrika (Seen) liegt er überwiegend im basischen bis alkalischen Bereich.
Aus der Wasserleitung kommt das Wasser meistens mit einem pH-Wert über 7. Das hat einen Grund: saures Wasser kann die
Wasserleitungen schneller angreifen (Korrosion). Oft werden in den Wasserwerken auch Ursprungswässer mit unterschiedlichen
Ausgangswerten gemischt, um dann "perfektes" Trinkwasser mit neutralem pH-Wert zu erhalten. Dementsprechend können sich auch die pH-Werte des Leitungswassers je nach Verfügbarkeit des Quellwassers jahreszeitlich oder bei Perioden mit hohem Wasserverbrauch ändern. Ebenso verändert sich der pH-Wert im Aquarium mit der Zeit, und zwar in den sauren Bereich: die Karbonathärte, die mit dem pH-Wert meistens "steht und fällt", wird durch biologische Prozesse (Filterung, Pflanzenatmung) allmählich gegen auf den Wert "Null" reduziert.
Schwankungen des pH-Wertes können für die Fische gefährlich werden und zum Tod führen.
Eine Messung des pH-Wertes im Aquarium alle zwei Wochen sollte auf jeden Fall durchgeführt werden.

Der pH-Wert ist ein Maß für den Säuregehalt des Wassers. Bei pH 7 ist das Wasser neutral, d.h. Säuren und Basen befinden sich
im Gleichgewicht.
Bei einem Wert unter 7 spricht man von "saurem" Wasser, bei einem pH-Wert über 7 bezeichnet man das Wasser als "basisch". Das Ganze bezeichnet man auch als "Alkalinität des Wassers".
Für die Praxis ist es wichtig zu wissen, dass der pH-Wert eine sogenannte logarithmische Größe ist. Im Gegensatz zur
Temperatur, die linear ansteigen oder fallen kann, d.h. der Unterschied zwischen 25 °C und 26 °C ist genau 1 °C. Der
Unterschied zwischen pH 7 und pH 8 ist zwar auch nur eine Zahl mit dem Wert "eins", das Wasser mit pH 8 ist aber 10 mal so
sauer wie Wasser mit pH 7 und mit pH 9 100 mal so sauer wie Wasser mit pH 7.

2. Entstehungsursachen niedriger oder hoher pH-Werte
Hohe pH-Werte können mit dem Leitungswasser geliefert werden. PH-Werte von 8 oder mehr im Ausgangswasser sind keine
Seltenheit und müssen vor dem Einsetzen von Zierfischen gesenkt werden.

Beeinflusst wird der pH-Wert im Wesentlichen von 2 Faktoren:

1. der Karbonathärte
2. dem Gehalt an gelöstem Kohlendioxid (Kohlensäure, CO2)

Eine höhere Karbonathärte erhöht auch den pH-Wert. Ein höhere Gehalt an CO2 senkt den pH-Wert: das gasförmige CO2 löst sich im Wasser und liegt dann als Kohlensäure vor. Säuren vermindern den pH-Wert, Karbonate erhöhen den pH-Wert. Wässer aus kalkhaltigen Gegenden weisen eine hohe Karbonathärte und einen hohen pH-Wert > 7,5 auf, Wässer aus Urgesteinsgebieten (Schiefer) weisen oft eine KH von <1 und einen pH-Wert um 7 auf.
Beispiel Innsbruck/Umgebung: die Aquarianer in der Stadt haben ein gutes, mittelhartes Wasser zur Verfügung (Nordkette),
Bewohner des Mittelgebirges hingegen bekommen tropisches "Weichwasser" frei Haus geliefert. In einigen Gegenden um den
Flughafen bekommt man das weiche Wasser aus dem Mittelgebirge, zwei Straßen weiter hingegen das mittelharte Wasser der
Nordkettenquellen.
Ursache dafür: das Wasserwerk mischt nach Bedarf Wässer mit unterschiedlichen Ausgangswerten.
Zu hohe pH-Werte stellen sich im Aquarium äußerst selten ein. Auf die Schnelle fällt mir kein Grund ein, der den pH-Wert auf
über 8,5 erhöhen könnte, wenn nicht das Ausgangswasser bereits einen so hohen Wert aufweist.
Zu niedrige pH-Werte hingegen stellen sich im Aquaium oft ein. Besonders "Weichwasser", Regenwasser, weiches Quellwasser oder Osmosewasser, also Aquariumwasser mit geringer GH und KH, reagieren diesbezüglich sehr rasch mit einem Abfallen des
pH-Wertes. Ursachen dafür kann bei weichem Ausgangswasser eine zu hohe CO2-Konzentration, hervorgerufen durch Überfütterung und in der Folge starker Produktion organischer Säuren durch die Filterbakterien, sein; daneben noch die übermäßige Zugabe von ansäuernden Präparaten wie Torf oder Eichenextrakt.

Vernachlässigte Teilwasserwechsel führen früher oder später bei weichem oder mittelhartem Wasser zu einem gefährlich
niedrigem pH-Wert: die ph-stabilisierenden Härtebildner (KH) wurde von biologischen Prozwssen (Filterung) "verbraucht".
Der pH-Wert im Aquarium unterliegt bei "funktionierender Biologie" ohne künstliche CO2-Zufuhr tageszeiglichen Schwankungen:
abends ist der Wert höher (die Pflanzen verbrauchen die ansäuernde Kohlensäure), morgens ist der pH-Wert niedriger (Fische
und Pflanzen produzieren ansäuernde Kohlensäure). Ein pH-Wert von 7,5 am Abend ist noch im "grünen" Bereich, so nicht
Zierfische gepflegt werden, die ständig niedrigere Werte benötigen. Ein pH-Wert von 7,5 am Morgen ist etwa zu hoch: CO2 muss
zugeführt werden!

3. Meß- und Regelmethoden
Meßmethoden:
Der pH-Wert kann für aquaristische Zwecke ausreichend genau wie folgt gemessen werden:

1. mit Tropftests (Titration): relativ genau
2. mit Teststreifen: ausreichend genau
3. elektronisch: auf 0,1 pH genau mit elektronischen Meßgeräten (regelmässige Eichung notwendig)

Regelmethoden:
Es gibt Meß- und Regelgeräte, die in Kombination mit einer Kohlendioxyd-Düngeanlage (CO2-Anlage) den pH-Wert automatisch
erfassen und regeln.
Gemessen wird elektronisch mit einer pH-Elektrode. Man stellt - vereinfacht gesagt - den gewünschten pH-Wert, z.B. 6,8 ein
und das Gerät regelt die Zufuhr von CO2 per Magnetventil so, dass sich der pH-Wert einstellen kann. Bei Überschreiten des
programmierten Wertes wird die Zufuhr von CO2 gestoppt, bei Unterschreiten des SOLL-Wertes wird kontinuierlich CO2 ins
Aquarium geleitet, bis der gewünschte Wert wieder erreicht wird.
Man erreicht damit eine ziemlich genaue ph-Wert-Steuerung. Die pH-Elektrode muss alle 4 - 6 Wochen geeicht werden, damit es
nicht zu falschen Ergebnissen kommt.

4. Auswirkungen auf das Aquarium
Die meisten, üblicherweise in tropischen Gesellschaftsaquarien gehaltenen Fische fühlen sich in einem Wasser mit leicht
saurem bis neutralem pH-Wert am wohlsten (pH 6,8 bis 7,5). Werte, die stark von dem pH abweichen, den die Fische aus ihrem
natürlichen Lebensraum gewohnt sind, sollten unbedingt vermieden werden. Besonders gefährlich sind starke ph-Schwankungen innerhalb kurzer Zeiträume, z.B. durch rasches Umsetzen oder durch zu rasch durchgeführte Wasserwechsel. Es kann dadurch zu Verätzungen der Kiemen oder Schleimhautschäden kommen. Zu saures Wasser fördert die Anfälligkeit der Fische gegen Schwächeparasiten wie Oodinium oder Hexamita. Andererseits reduziert saures Wasser die Anzahl von Keimen (Bakterien, Viren, Pilze) im Aquarium, weshalb z.B. bei ausgesprochenen Weichwasserfischen wie Discus bei der Zucht nicht nur der Leitwert und
die KH eine Rolle spielen können, sondern auch der niedrigere pH-Wert, der die Sekretbildung der Alttiere erleichtert, die Befruchtungsrate des Geleges erhöht und Verpilzungen der Eier verringert.
Interessanterweise spielt der pH-Wert auch bei der Geschlechterverteilung der Jungen eine Rolle: Kakaduzwergbuntbarsche, die in saurem Wasser geschlüpft sind, entwickeln sich überwiegend zu Männchen. Hingegen stellt sich bei einem pH-Wert über 7 hauptsächlich weiblicher Nachwuchs ein.
Dieses Phänomen konnte übrigens auch bei anderen Zwergbuntbarschen beobachtet werden.
Bei spontanen pH-Wert Änderungen auf sehr hohe Werte kann es durch "Umwandlung" von Ammonium zur Bildung von Ammoniak kommen.
Ammoniak ist bereits in geringsten Konzentrationen tödlich für Fische! (Anm.: Für Reinigungsarbeiten im Freien in der Nähe von
Bächen mit Fischbesatz also lieber kein "Cif mit Ammoniak" nehmen! Überrascht! )
Die optimalen pH-Werte für Ihre Zierfische der Fachliteratur entnehmen! Beim Kauf von Zierfischen auch nachfragen, ob es sich um Wildfangtiere oder Nachzuchten handelt: letztere sind in Bezug auf die pH-Werte anpassungsfähiger, v.a. wenn es sich um Arten handelt, die schon seit Generationen in anderen Wässern als in den Ursprungsländern gezüchtet oder aufgezogen werden.

5. pH-Wert erhöhen/senken
pH-Wert heben: Teilwasserwechsel durchführen, Speisesoda zugeben, handelsübliche Präparate (Kh plus, Osmosepulver) zugeben,
Filterung über Korallenbruch, Einsetzen von kalkhaltigem Gestein
pH-Wert senken: Teilwasserwechsel mit Osmosewasser oder teil-/vollentsalztem Wasser durchführen, Torffilterung, Zugabe von
Eichenextrakt, pH-minus, Erlenzapfenextrakt

In jedem Fall ist die Erhöhung/Senkung SCHRITTWEISE vorzunehmen, also über mehrere Tage. Dabei immer die Werte messen!

Lg
Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 23.11.2003 - 02:39, insgesamt 1-mal bearbeitet
William Morton
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BeitragGeschrieben: 24.08.2003 - 21:46    Titel:  

Hallo Jürgen,

ich hoffe ich bring Dein Konzept nicht ganz durcheinander, aber ich habe eine eher praktisch orientierte Frage zu diesem Thema.
Wenn das Aquarium schon eingefahren ist, wann soll ich da welche Werte mit welchem Test (Firma) messen.
Zur Zeit habe ich den eSHa Streifentest, aber ich bin aus 2 Gründen nicht wirklich glücklich mit ihm: 1. finde ich es nicht ganz einfach die Farben zu interpretieren (v.a. was die GH und die KH angeht) und 2. ist der Test sehr ungenau was z.B. das Nitrit angeht.

Im Moment messe ich alle paar Tage das Nitrit mit dem JBL Testset und den pH mit einem JBL Flüssigtest und der Streifentest kommt nur ab und zu einem Einsatz.

Jetzt hab ich aber zwei wunderschöne Hearts Zebrawelse bekommen und ich finde es wird allerhöchste Zeit etwas professioneller das Thema Wasserwerte anzugehen. Kannst Du mir da etwas auf die Sprünge helfen??

Ich verwende außerdem für meine Pflanzen Sera Florenette A (als Tablette) und ist es da jetzt notwendig das Eisen im Wasser zu messen?

Lg, WM
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 24.08.2003 - 23:45    Titel:  Re: Welcher Test?

William Morton hat folgendes geschrieben:
... der Test sehr ungenau was z.B. das Nitrit angeht.

Ja, das stimmt - er nimmt das Nitrit erst ab etwa 1 mg/l "wahr".

"Erfunden" wurden diese Teststreifen für Einsteiger ins Hobby Aquaristik. Dafür ist er auch "gut genug", weil: die meisten möchten mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel "ertesten", und kaum jemand ist bereit sich schon am Anfang einen 50-Euro-Testkoffer, der die wichtigsten Tests enthält, zuzulegen.
Es fehlt einfach das Verständnis für die Wichtigkeit mancher Wasserwerte und - nebenbei - die Bereitschaft, für etwas das man nicht versteht - gemessen oder nicht gemessen - viel Geld auszugeben.
Es ist den Neuanfängern einfach nicht beizubringen, warum sie für die drei wichtigsten Tests an die 30 Euro ausgeben sollen, wenn ihr Einsteiger-Aquarium für knapp 60 Euro hergeht. Das wäre so als würde man sich für sein Auto Reifen kaufen, die die Hälfte des Neuwagens kosten würden.
Es ist schon schwierig die Leute auf die Verwendung des relativ einfachen Streifentests "einzuschulen".

Ich bin der Meinung, dass trotz der Ungenauigkeit der Streifen, die ein erfahrenen Aquarianer nicht akzeptieren kann, diese Testvariante zum (relativ raschen) Verständnis um die chemisch-physikalischen Wasserparameter bzw. Zusammenhänge im Aquarium beiträgt.

Das Problem der Ablesegenauigkeit der Teststreifen zieht sich dabei wie ein roter Faden durch alle Anbieter ähnlicher Produkte. Alle rennomierten Hersteller (Ausnahme: sera, JBL), die Teststreifen anbieten, haben auch genauer messende Tropftests im Sortiment.
Die sind alle gut geeignet, wenn ich für bestimmte Messungen ein paar empfehlen darf:
Nitrit: JBL
PH-Wert: JBL (weils da 2 Tests gibt, einen für pH-Werte im leicht sauren bis alkalischen Bereich, einen für pH-Werte nur im sauren Bereich), sera, Tetra
GH: sera, Tetra, JBL
KH: sera, Tetra, JBL
Nitrat: sera, Tetra, JBL
Eisen: sera, JBL
CO2: sera, Dennerle
Chlor: alle Hersteller
Ammonium/Ammoniak: sera
spezielle Tests: Kupfer, Strontium, Calzium etc.: sera

Verwende den Streifentest so wie bisher: als kurzen "Zwischencheck" wenn das System Aquarium gut arbeitet.
Verwende den Nitrit-Test nach gröberen Eingriffen, z.B. Filterreinigung oder Medikamenten-Einsatz.
Verwende den Eisen-Test einige Male, um den tatsächlichen Eisen-Gehalt bei Verwendung von X-Tabletten in einem Zeitraum Y mit Berücksichtigung des (besseren oder schlechteren) Pflanzenwachstums (bzw. der TW-Wechsel) im Aquarium festzustellen.
Verwende GH + KH-Tests, um die Veränderungen der GH + KH im Laufe der Reifephase des Aquariums zu dokumentieren, aber teste auch monatlich oder zweimonatlich die GH des Leitungswassers, da es durch die Wasserwerke zu Änderungen kommen kann. GH genügt, weil in dieses Messergebnis auch der Wert der KH einfließt.

Alle Tropftests liefern in der "Einfahrphase" wöchentlich (und nach Teilwasserwechseln) unterschiedliche Ergebnisse. Die Werte sollten dokumentiert werden. Nach einigen Monaten (ab 6. Monat) hat das Aquarium seinen "Rhythmus" gefunden, der sich auch in den Messergebnissen niederschlägt: es ändert sich mittelfristig kaum noch ein wichtiger Parameter, wenn die täglichen (Fütterung, Düngung), wöchentlichen (Tw-Wechsel, Düngung) oder monatlichen (Filterreinigung) Eingriffe in den gleichen Intervallen und Stärken erfolgen.

Hoffe ich konnte weiterhelfen,

Lg
Jürgen
Leo!
Gast








BeitragGeschrieben: 25.11.2003 - 21:09    Titel: Wichtig Gesamthärte

Hallo! Hallo

Nachdem das Wasserwerte-Messen bei mir ein sträflichst vernächlässigter Faktor ist, möchte ich das ändern und mit der Gesamthärte anfangen.

Nach allem, was ich so herausfinden konnte, ist die Gesamthärte alles, was an Ionen im Wasser gelöst "rumschwebt". Glas
Gemessen wird die Gesamthärte in "Grad deutscher Gesamt-Härte" -> abgekürzt °dGH.
Wenige Härtegrade = weiches Wasser, ab 10° heißts dann mittelhart, ab 20 spricht man von hartem Wasser.
1 Härtegrad entspricht 10 Milligramm Calziumoxid/Liter Wasser.
Eigentlich Paradox. Weil "Hart" und Wasser sich eigentlich ausschließen, sonst müßte man ja Wasser kauen, vorm Schlucken... Kratz
Bisher habe ich bezüglich GH meinen Wasserkocher in der Küche beobachtet: Als wir in einer Gemeinde mit hartem Wasser (Fritzens)gewohnt haben, war der Boden nach 2x Tee-kochen weiß vom Kesselstein. Jetzt wohnen wir bei weichem Wasser, der Wasserkocher ist praktisch belagsfrei.
Wer hat: Wasserschnecken Genau gucken anschauen: Hartes Wasser - schöne dicke, große Schneckengehäuse. Weiches wasser: kleinere Häuschen, viel dünner, zerbrechlicher, an der Spitze z.T abgebrochen...
Wichtig auch für den Haushalt: Waschmaschine&Geschirrspüler - die modernen Geräte haben Einstellmöglichkeiten je nach Wasserhärte - bremst Waschmittelverbrauch, schont die Umwelt und die Geldtasche - bei hartem Wasser "Calgon schützt ihre Waschmaschine" - das wissen eh schon alle...

Destilliertes Wasser hat keine Ionen, deshalb ist dort die Härte O°dGH. Hinweis

Wozu braucht der Aquarianer das Wissen über seine Wasser-Härte?
- Wenn wir wieder so einen Rekordsommer haben, verdunstet Wasser aus dem Becken. Beim nächsten Wasserwechsel füllt man wieder auf - aber nicht mit destilliertem Wasser, sondern wieder mit Leitungswasser. Deshalb scheint die Gesamthärte über eine längere Zeit steigende Tendenz im Aquarium zu haben.
- Über Futter und Dünger gelangen sicherlich auch die einen oder anderen Härtebildner ins Wasser.
- Bei Verwendung von "falschem Kies" (aus dem nächsten Bachbett) oder bei Einbringen von Steinen, die zwar schön sind, aber Härtebildner abgeben, kann die Härte "außer Kontrolle" geraten. Blaulicht
- Wenn man Fische halten will, muß man vorher schauen, was die für Härte brauchen. Malawie u. Tanganjikasee-Buntbarsche brauchen hartes Wasser.
Andere lieben eher weiches Wasser (Salmler, Südamerikaner und so...)
- Wenn man Fische züchten will, dann wird das je nach Art in zu hartem/zu weichem Wasser nicht/besser/schlechter gelingen.
- Anscheinend fühlen sich einige Krankheitserreger in weichem Wasser wohler als in hartem. Hatte da Bekanntschaft mit Oodinium, Jürgen sagt, in härterem Wasser gibts weniger Probleme.
Wer weiß von ähnlichen Fällen?
- Wenn man spezielle Fische artgerecht halten will, sollte man auch schauen, was die für Härte brauchen und sich danach richten...

Wie kann man seine Wasserhärte ändern?

-> Man zieht mitsamt Aquarium in eine andere Ortschaft, mit "besserem" Wasser. Das funktioniert wunderbar! Very Happy Very Happy Very Happy

Wenn man das Wasser "weicher" haben will:
-> eine Umkehrosmose-Anlage anschaffen (aber die sind teuer),
-> Regenwasser verwenden (das getraue ich mich nicht, nachdem das mit dem Transit bei uns voll schief geht, außerdem ist Kupferblech ein gängiges Dachrinnen-Material, Kupfer und auch Zink ist natürlich nix für unsere Fische...)
-> Wenn sichs wer leisten kann: Destilliertes Wasser senkt auch die GH, kann man aber sicher nicht uneingeschränkt verwenden...
-> Aufbereitung mit Torf macht das Wasser weicher. Aufwandmenge: ca. 1 Liter Torf auf 20 Liter Wasser/für 2 Wochen.
Dazu braucht man aber einen seperaten Behälter, wo man den Torf ins Wasser reinhängt (in einem Stoffsack o.ähnl.) Der Torf soll Salzfrei sein, natürlich soll er auch nicht gedüngt sein!
Kurze Bemerkung meinerseits dazu: Ich hatte mal Gelegenheit, eine "Blumenerden-Fabrik" besichtigen zu dürfen. Der Torf wird aus dem Moor angekarrt, liegt da in Riesenhaufen im Freien. Über die Abfüllanlage laufen natürlich alle Produkte - wenn man Pech hat, erwischt man genau den ersten Torfsack, der rauskam, nachdem sie vorher eine stark aufgedüngte Blumenerde z. B. für Surfinien gemacht haben....
-> es gibt auch fertigen Filtertorf zu kaufen -> kuco
-> 1 Erlenzäpfchen auf 30 l Aquariumwasser in den Außenfilter gelegt, soll auch die Härte geringfügig senken.
Torf und Erlenzäpfchen machen das Wasser auch saurer, d.h. es sinkt auch der pH-Wert.

Wenn man das Wasser härter haben will:

(einfrieren HIHI, wird garantiert STEINHART!! Very Happy )
- Es gibt fix fertige Aufhärte-Salze zu kaufen. Ab zum "Kuco"!
- Man kann sich Speisesoda aus der Apotheke holen und damit sein Wasser aufhärten - PH-Wert aber mitmessen!
Eine von mir angesetzte Stammlösung mit 20g Speisesoda und 0.5l Leitungswasser mit GH 5-6° ergab eine sehr basische (bei 9 hören meine Meßstreifen auf...) Lösung!
- Man kann einen Kalkstein ins Becken legen.
- Man kann Korallenbruch oder Marmorbruch ins Becken oder in den Außenfilter geben.

Die im Leitungswasser vorkommenden Härtebildner sind:

Ca-Carbonat = Kalk = "Schlämmkreide" - löst sich nur in saurem Wasser, bzw auch, wenn eine CO2-Anlage betrieben wird. Findet sich dann als Kohlensäure im Wasser.
Ca-Sulfat = Gips. Man kann damit Wasser "etwas aufhärten", indem man 1 Eßlöffel in 10 Liter Wasser gibt, lange umrührt, den "Satz" am Boden soll man dann aber nicht ins Becken schütten. -> um wieviel Grad steigt dann die Härte?
Mg-Sulfat
Ca-Chlorid
Speisesoda=Natriumhydrogencarbonat
Kalium-hydrogencarbonat.
....und gaaanz wenig Strontium und Barium-Ionen...

und zum Schluß: Wenn man also an der "Härte rummacht" nur ja nicht ins blaue und ja nicht ohne zu messen!

@Jürgen: stell mal die preisgünstigsten/besten Tests dazu. Und wenn was falsch ist, bitte gleich ausbessern!
und natürlich auch die gängigen Aufhärtesalze, Filtertorf den Du empfehlen kannst und so weiter...

So, am Ende noch die von mir verwendeten Quellen:
"Tonis Aquariumseiten" -> Seite ist unter Linktipps eingetragen
"DRAK-Aquaristikseiten" -> wie vor...
...ein bischen was aus der "Einführung" von Rolf Meyer "Lexikon Süßwasser Aquarienfische"

Danke den Autoren, ich hätte mir das ja niemals alles alleine aus den Fingern saugen können....

Aber eine Frage geht noch bei mir im Kopf herum: Mit Destilliertem Wasser + wieviel Gramm Speisesoda krieg ich eine Härte von z. B. 8 oder 10 heraus?

Servus!

Leo




Jürgen
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BeitragGeschrieben: 26.11.2003 - 18:32    Titel: Hinweis Re: Wasserhärte

Hi Leo,
Zitat:
Mit Destilliertem Wasser + wieviel Gramm Speisesoda krieg ich eine Härte von z. B. 8 oder 10 heraus?

Keine Ahnung - ausprobieren! Zwinker Jedenfalls sind 20 g auf 0,5 Liter um einiges zu viel; fang mal mit 2 g pro Liter an und nimm dazu destilliertes Wasser; wenn Du in der Apotheke mal lieb fragst wiegen sie Dir sicher 2 Gramm raus.

Ein gutes Aufhärtesalz ist das JBL Aquadur.
Es enthält folgende Ionenverteilung in % (w/w):
Kationen
Calcium 45, Natrium 31, Kalium 13,4, Magnesium 10,6
Anionen
Hydrogencarbonat 45,4, Sulfat 32,6, Chlorid 22

Dosierung: 4,5 g heben 100 Liter Wasser um 0,6 °dKH und 0,8 °dGH. Der Leitert wird dabei um ca. 50 µS erhöht.

Sehr gut ist auch das PREIS Diskus-Salz (Mineralien). Man erreicht damit eine Aufhärtung, OHNE dass der Leitwert erheblich mit erhöht wird.

Lg
Jürgen
Leo
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BeitragGeschrieben: 01.12.2003 - 12:17    Titel:  ph-Wert senken...

Hallo Jürgen!

Am Samstag hat mich Martin besucht, ich hab' ihm gezeigt, wie ich die Algen unter Kontrolle halte und ihm ein paar Muschelblumen geschenkt.

Er arbeitet mit einem pH-Minus-Mittel und mit eienr Bio-CO2-Anlage...

Kommt das pH-Minus-Mittel als Algenmitverursacher in Frage?
Irgendwo im Netz habe ich gelesen, wenn da Phosphorsäure drin ist, kanns sein, daß sich Phosphate bilden und viele Phosphate -> viele Algen???

Liebe Grüße!

Leo
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 01.12.2003 - 14:34    Titel: Hinweis Re: pH-Minus

Hi Leo,
Zitat:
Kommt das pH-Minus-Mittel als Algenmitverursacher in Frage?

Nicht dass ich wüsste. Sera verwendet im pH-Minus Schwefelsäure, hat also mit Phosphor oder Phosphorverbindungen nichts zu tun.
Allerdings würde ich mir auch keine Schwefelverbindung ins Aquarium kippen. Gute Alternativen zu pH-Minus-Produkten sind Eichenextrakt (z.B. Steins) oder Erlenzäpfchen-Extrakte (Dennerle), wobei letztere zum Ansäuern von mittelhartem nicht besonders gut geeignet ist (man bräuchte einfach zu viel davon).

Lg
Jürgen

P.S.: Danke für Dein GH-Posting. Ich werds bei Gelegenheit ein wenig zusammenfassen und ins Artikel-Forum stellen, wenns Dir recht ist.


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 01.12.2003 - 14:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
Leo
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BeitragGeschrieben: 01.12.2003 - 14:45    Titel: Hinweis Re: pH-Minus

Hallo Jürgen!

Werde ihm eine Mail schicken! Aber gut zu wissen, daß es das pH-Minusmittel nicht sein kann...
Er soll 'mal hier ins Forum gucken!

zum GH-Posting: War viel Arbeit, hat aber Spaß gemacht. Wenn meine Waage endlich funktionieren würde (hatte einen Konstruktionsfehler) könnte ich schon fleißig messen....

Danke!

Servus

Leo
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