Forum Aquaristik und Terraristik :: Übersicht Homepage • Galerie • Portal 
Benutzername: Passwort:  
  • Login  • Registrieren  • Suche  • Profil  • Private Nachrichten  • Mitglieder  • Ratgeber

Vermehrung von Anomalochromis thomasi



 

Auf Beitrag antworten    forum aquaristik und terraristik :: Foren-Übersicht -> Zierfischforum
Autor Nachricht
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 29.03.2005 - 14:39    Titel:  Vermehrung von Anomalochromis thomasi

Hallo,

Diesmal hat sich ein Pärchen Anomalochromis thomasi in einem der Becken fortgepflanzt. Der afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch wird im Vergleich zu seinen südamerikanischen Verwandten etwas grösser (bis 8 cm) und kann von der Farbenpracht mit den 'Ramirezis' nicht ganz mithalten, dafür ist die Art um einiges ausdauernder, was die Lebenserwartung betrifft.
Das Männchen ist mit etwa 6 cm noch nicht ganz ausgewachsen, das Weibchen ist ca. 5 cm gross. Abgelaicht wurde auf einem kleinen Stück Mangrovenholz im Schutz eines Büschels Javamoos, das Laichsubstrat zuvor ausgiebig geputzt. Im selben Aquarium befanden sich noch 8 andere 'afrikanische Schmetterlinge', ausserdem einige Kirschflecksalmler und Schmucksalmler. Das Gelege wurde vom Weibchen ausgiebig mit den Brustflossen befächelt und gepflegt, während das Männchen die 'Verteidigung' des Laichortes (so man in einem Verkaufsbecken überhaupt von einem aufgebauten Revier sprechen kann) übernahm.
Beide zeigten sich in schönster Laichfärbung, das Männchen mit herrlicher roter Punktzeichnung, beide mit markantem schwarzem Band im Bereich des Kiemendeckels.

Um zu vermeiden, dass das Gelege den anderen Fischen früher oder später zum Opfer fällt, wurde es entnommen und in ein 12 Liter Inkubationsbecken überführt. Dazu wurde das Becken mit 1/3 Aquariumwasser und 2/3 temperiertem Frischwasser befüllt. Das Gelege kam zuerst ins Altwasser, dann wurde langsam aufgefüllt. Als Verpilzungsschutz wurden 5 Schwarzerlenzäpfchen zugesetzt, die das Wasser schon am nächsten Tag stark bräunlich eingefärbt hatten.

Die Daten zum Ablaichen:

25.03.2005, vormittags
Ablaichen im 70 Liter Aquarium bei 26 °C und 600 µS Leitwert
25.03.2005, nachmittags
Überführen des Geleges in das Inkubationsbecken; nach dem Mischen mit Leitungswasser (ca. 380 µS) reduzierte sich der Leitwert auf ca. 500 µS. pH-Wert: 7,2
GH: 14, KH: 10

26.03.2005
Eine Kontrolle des Geleges ergab 6 verpilzte Eier, die aus dem Eiverbund entfernt und abgesaugt wurden. Das Wasser hat sich mittlerweile teebraun eingefärbt, fast Schwarzwasser. Ich entfernte zwei Erlenzäpfchen. Der Leitwert ist auf 480 µS gefallen, die KH auf 6 und die GH auf 10 ° dGH gesunken.

29.03.2005
Der Leitwert ist weiter gesunken, auf 430 µS bei 26 °C; 8 weitere Eier waren verpilzt. Die Eier sind wohl am Ostermontag nachmittag nach ca. 78 Stunden geschlüpft, es sind geschätzt 120 Larven.
pH-Wert weiter stabil bei 7,2 - der Ansäuerungseffekt mit den Erlenzäpfchen war wirklich dürftig, die Huminstoffe allerdings haben mit ihrer antibakteriellen Wirkung gute Dienste bei der Vermeidung von Laichverpilzung geleistet. Die KH im Inkubationsbecken liegt weiterhin bei 6 ° dKH, die GH bei 10 ° dGH

Lg
Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 04.04.2005 - 12:34, insgesamt 1-mal bearbeitet
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 29.03.2005 - 17:39    Titel:  

Ein Portrait einer Anomalochromis-Larve, etwa 24 Stunden nach dem Schlüpfen:



Und als 2,5 MB mpg-Video:
>> Video

Gut erkennbar: der dunkle Dottersack mit dem Darmausgang, die Wirbelsäule und das dunkle Auge, die Larve pumpt bereits kräftig Wasser durch ihre noch nicht vollständig ausgebildeten Kiemen. Es sind noch keine Rückenflosse, Bauch und Afterflossen ausgebildet. Das Herz schlägt kräftig - alle weiteren Organe werden die nächsten drei Tage bis zum Freischwimmen der Larve ausgebildet.

Lg
Jürgen
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 31.03.2005 - 13:00    Titel:  

Ein paar Bilder:

Die Ablaichwurzel (ca. 4x4 cm gross, Mangrove)


Vergleich der Färbekapazität niederösterreichischer Schwarzerlenzäpfchen (5 Stk. über 6 Tage auf 10 Liter Wasser); rechts dazu im Vergleich eine Leitungswasserprobe


Ein Männchen des afrikanischen Schmetterlingsbuntbarsches:


Die Larven 1 Tag nach dem Schlüpfen:



Die Larven sind heute freigeschwommen und werden erst mal mit Flüssigfutter angefüttert, bis frisch geschlüpfte Artemia Nauplien zur Verfügung stehen.

Lg
Jürgen
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 04.04.2005 - 12:42    Titel:  

5 Tage nach dem Freischwimmen hat sich die Zahl der lebenden Jungfische nahezu halbiert. Grund dafür dürfte wohl die unzureichende Versorgung mit (lebendem) Erstfutter sein (hatte keine Rädertierchen zur Verfügung) bzw. der Umstand, dass viele Larven das angebotene Flüssigfutter nicht akzeptierten.
Bei so kleinen Jungfischen besteht dann immer die Gefahr, dass der Grossteil der Brut die ersten drei kritischen Tage nicht schaffen. Die verbleibenden ca. 60 Jungfische gehen sehr gut an die angebotenen Artemia salina Nauplien und sind nun schon etwa 30 % grösser als noch vor fünf Tagen - man kann ihnen beim Wachsen richtig zusehen!
Heute der erste Teilwasserwechsel mit temperiertem Frischwasser: 50 % wurden ausgetauscht. Zur Vertilgung der Futterreste wurden drei Apfelschnecken und eine amerikanische Posthornschnecke eingesetzt.

Lg
Jürgen
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 20.04.2005 - 23:18    Titel:  

22 Tage nach dem Freischwimmen sind aus den einstmals winzigen Larven schon 'richtige' Jungfische geworden.
Die verbleibenden ca. 12 Fische gedeihen gut und werden noch immer mit frisch geschlüpften Artemia salina Nauplien ernährt. Leider waren bei dieser Nachzucht viele Junge als 'Bauchrutscher' nicht lebensfähig, möglicherweise war ein zu grosszügig bemessener Teilwasserwechsel in den ersten Tagen nach dem Freischwimmen die Ursache.



Wer mal bei mir im Geschäft vorbeikommen möchte, kann sich die Kleinen angucken - das lenkt vom Zahlen ab Zwinker

Lg
Jürgen
Jürgen
Support Team
Support Team





Mit dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 1260
Wohnort: Mittelgebirge
Neon-Punkte: 2670

BeitragGeschrieben: 10.06.2005 - 01:39    Titel:  

Anfang Juni 2005 messen die Jungfische schon einige Zentimeter, weisen bereits (incl. Aggressionspotential) alle Merkmale ihrer Eltern auf und sind längst über den Berg:



Das wars dann Very Happy

Lg
Jürgen
aloha
Kurz reingeschneit
Kurz reingeschneit



Alter: 23
Tierkreiszeichen: Büffel
Mit dabei seit: 02.06.2005
Beiträge: 18
Wohnort: Neu-Rum bei Innsbruck
Neon-Punkte: 52

BeitragGeschrieben: 10.06.2005 - 07:44    Titel:  

Gratuliere!

Wirklich schöner und interessanter Bericht!


Kannst du mir das mit den Erlenzäpfchen nochmal näher erläutern...für was verwendet man das?
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Auf Beitrag antworten    forum aquaristik und terraristik :: Foren-Übersicht -> Zierfischforum
Seite 1 von 1

Thema übersetzen:  

 

Impressum | Häufig gestellte Fragen - FAQ


Powered by phpBB © 2001, 2006 phpBB Group | © 2006 katt's & co basierend auf Template subRed | Aquarium-Kosmos
Google war seit 01.04.04 945213 mal im Forum