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Bloody Parrot Papageienbarsche



 

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Jürgen
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Mit dabei seit: 31.01.2003
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BeitragGeschrieben: 30.09.2004 - 17:13    Titel:  Bloody Parrot Papageienbarsche

Hallo,

Es kommt ja immer wieder vor, dass sich in meiner Verkaufsanlage Fischarten paaren und ablaichen, meistens Lebendgebärende, Saugwelse oder Cichliden. Zuletzt waren das neben Symphysodon discus (erfolglos) die Arten Pelvicachromis pulcher (erfolgreich, aber keine Kunst) und Lamprologus brichardi (erfolgreich).

Nun hat es sich ergeben, dass heute in den frühen Morgenstunden ein Pärchen Bloody Parrot Papageienbarsche in einem der Becken abgelaicht hat.
Mancher hält diese Zuchtvariante von Amphilophus labiatus, im asiatischen Raum zu seiner derzeitigen Form herangezogen, für Qualzuchten. Man mag das sehen wie man möchte, in Deutschland hat Wolfgang Staeck anhand der geltenden gesetzlichen Bestimmungen eine Definition als Qualzucht festgelegt. Nachlesen kann man das hier.
Im Amerika und Asien sind dagegen von den Bloodys auch grüne oder blaue Varianten im Handel. Derartige, per Verabreichung von Färbemitteln herangezogene Geschmacklosigkeiten haben sich in Österreiche oder Deutschland zum Glück nicht durchsetzen können. Ich lehne diese Farbmutanten auch strikt ab.
Bei dem Pärchen, das sich im Verkaufsbecken 'gefunden' hat, handelt es sich um einen roten Bloody (Weibchen) und um ein gelbes Männchen.
Beide Tiere dürften eben erst die Geschlechtsreife erlangt haben, das Weibchen ist etwa 9 cm lang, das Männchen ca. 7 cm.

Sie befanden sich seit etwa 3 Wochen in dem Verkaufsbecken, das mit einer Steinplatte und einer grösseren Anubias barteri dekoriert war. Gefiltert wird über einen Eheim 2008 Innenfilter, das Becken ist 40x50x35 cm gross, weist als Bodengrund eine 3 cm Sandschicht auf und fasst brutto 70 Liter.

Mit im Becken waren 6 Corydoras schwartzii und 3 Geophagus brasiliensis Jungtiere (ca. 5 cm). Die Wassertemperatur beträgt 25 °C, die Wasserwerte stellen sich wie folgt dar: pH 7,2 °dGH 12, °dKH 8, NO2 0 mg/l, NO3 25 mg/l. Das Pärchen fand sich zufällig in dem Becken - es wurden nur 2 Tiere eingesetzt. Schon vor zwei Tagen fielen mir verstärkte Putzaktivitäten des Männchens an der Schieferplatte auf. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Meinung, dass das grössere Tier ein Männchen sein müsste - die sekundären Geschlechtsmerkmale waren bei beiden Tieren ähnlich entwickelt, in der Beflossung zeigten sich keine Unterschiede.

Gestern beteiligten sich beide Tiere am Putzen des Steines, die 'Verteidigung' des unmittelbaren Laichortes übernahm dabei das Männchen, die Panzerwelse und Geophagus wurden bestimmt, aber nicht in verletzender Weise vom Stein ferngehalten. Ich hatte die Gelegenheit, vom Putzen des Substrates mit der Digital-Kamera ein kleines Video zu machen, das ich euch später mal zeigen werde.
Nun - heute morgen war der ca. 8x5 cm grosse Stein über und über mit Eiern übersät. Pro cm² zählte ich etwa 20 Eier, woraus sich eine vorsichtige Schätzung der Gesamteizahl von 800 Stück ergab! Teilweise wurden die Eier sogar über den Rand der Schieferplatte gelegt.

Nachdem nicht zu erwarten ist, dass in dem Verkaufsbecken mit einem erfolgreichen Aufkommen des Geleges zu rechnen sein wird, habe ich die Schieferplatte in ein 12-Liter Inkubationsbecken überführt. Die Wasserzusammensetzung wurde insofern ein wenig verändert, als 1/5 kaltes Frischwasser mit dem Rest Aquariumwasser vorbereitet wurde. Als Verpilzungshilfe wurde dem Wasser ein wenig Methylenblau einer Stammlösung zugesetzt. Das Becken enthält einen Ausströmerstein und einen Heizstab, abgedeckt ist es mit einer Glasscheibe und von drei Seiten und oben vor Lichteinfall geschützt.

Heute Nachmittag habe ich 4 unbefruchtete Eier aus dem Gelege entfernt - sie sind weiss geworden. Der Grossteil des Geleges sieht gut aus, ich bin gespannt, ob sich diese 'Mutanten' tatsächlich reinerbig vermehren lassen.

Lg
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 01.10.2004 - 12:41    Titel:  

Hallo,

Etwa 36 Stunden sind seit dem Ablaichen vergangen. Heute musste ich 6 abgestorbene Eier aus dem Gelege entfernen.

Nebenbei hab ich ein paar Bilder mit dem Mikroskop gemacht und mir die Eier angeguckt: die Auflösung der Mikro-Cam ist zwar nicht weltbewegend, einige Pics sind aber ganz interessant und ansehnlich geworden.

1. Ein bereits nach wenigen Stunden abgestorbenes Fischei, 60-fach. Erkennbar sind abgestorbene Fischeier auch bei den Parrots bereits mit freiem Auge an der typischen Weissfärbung. Gesunde Eier sind nahezu glasklar, weisen höchstens am Klebepunkt mit dem Substrat eine leicht weissliche Färbung auf. Noch ist keine Verpilzung eingetreten, die sich durch abstehende Hyphen bemerkbar machen würde.



2. Ein vom Substrat durch die Strömung des Luftsteins abgelöstes, gesundes Fischei, 60-fach.
Manche Fischeier verlieren ihre Klebekraft und lösen sich dann vom Substrat ab. Oft sind diese Eier dann geschädigt, in diesem Fall aber noch intakt. Eine Aussage, ob die Eier nun befruchtet sind oder nicht, kann dadurch nicht getroffen werden.
Oft sind falsche Wasserwerte für das Ablösen der Eier vom Substrat (fehlende Haftung) verantwortlich.
Die Elternfische putzen ihr Gelege ständig und befreien sie von Algen, Bakterien oder einzelligen Schädlingen - löst sich bei dieser Gelegenheit ein Ei, wird es gefressen.



Bei dieser Aufnahme gut erkennbar an der Oberfläche sind bläulich-grüne Fremdkörper, in diesem Fall feinste Kiessplitterchen und Gewebeteilchen von abgestorbenen und geplatzten Fischeiern, die durch das verwendete Methylenblau bläulich-grün eingefärbt wurden.

3. Ein gesundes Fischei bei etwa 60-facher Vergrösserung, das für diese Aufnahme vom Substrat abgelöst wurde. Dabei hat es sich ein wenig ovaler als üblich verformt - es wurde mit einer Pipette eingesaugt und auf den Objektträger aufgebracht. Leider erlaubt die Mikroskopkamera keine Aufnahme mit höherer Tiefenschärfe.

Bei Laichkörnern von Zebrabärblingen, die besonders klar und transparent sind und deshalb oft zur Beobachtung der Zellteilung (und damit verbundenen Versuchen) verwendet werden, wäre die Entwicklung viel besser zu beobachten.
>> Ökotoxikologische Untersuchungen an Eiern von Zebrabärblingen



4. Eine Detailaufnahme der Eioberfläche bei etwa 150 facher Vergrösserung.
Bei den kugeligen Gebilden dürfte es sich um eingelagerte Fettröpfchen handeln - die Energiereserve für den Embryo.



Lg
Jürgen
Gitti
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BeitragGeschrieben: 01.10.2004 - 16:38    Titel:  

Hallo Jürgen

Boa.. das sind ja echt Wahnsinns- Fotos! Einfach toll.

Ich hoffe du hältst uns auf dem Laufenden über deine Zuchterfolge, und
freue mich schon auf Bilder von den geschlüpften Papageienbarschen :)

LG
Gitti
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 04.10.2004 - 17:46    Titel:  

Hallo,

Leider hat sicher herausgestellt, was ich schon am Samstag letzter Woche befürchtete: nach dem Absterben von etwa 50 Eiern am Samstag war auch bei Ansicht noch gesunder Laichkörner unter dem Mikroskop noch kein Embryo zu beobachten.

Das Gelege ist verloren. Jetzt, zu diesem Zeitpunkt, sind noch etwa 40 Eier transparent und offensichtlich nicht geschädigt. Tatsächlich dürfte das Gelege unbefruchtet gewesen sein, an den Wasserwerten oder dem verwendeten Methylenblau suche ich keine Schuld - die Cichliden sind auch im härteren Wasser nachzüchtbar. Nach 96 Stunden ist bei diesen 'Cichliden' einfach nicht mehr davon auszugehen, dass noch ein Schlupf erfolgen könnte, eine Kontrolle des Geleges zeigt auch keine durchscheinenden Embryonen.

Eine Nachfrage bei meinem Importeur ergab den Vorschlag von seiner Seite, die Nachzucht mit Weichwasser und leicht saurem pH-Wert zu versuchen. Wir sprachen auch über die Möglichkeit, dass die asiatischen Züchter gezielt ihre Nachzuchtfische bestrahlen, um sie unfruchtbar zu machen und damit Konkurrenznachzuchten auszuschliessen. Derartiges gehört aber vorläufig in das Reich der Spekulationen, da nicht verifizierbar.

Zu diesem Misserfolg passt auch die Feststellung von W. Staeck, dass die Bloody Parrots reinerbig nicht nachzuzüchten sind.

Text:
Schließlich gibt es eindeutige Anzeichen dafür, daß der Papageienbuntbarsch unter rezessiven Letalfaktoren leidet (Stratton 2000; Hanneman 2000). Zwar ist es mög­lich, die Fische zur Laichabgabe zu bringen, wiederholte Zuchtversuche ergaben aber immer wieder, daß aus den Eiern allenfalls nur ganz wenige Larven schlüpfen, die dann nur wenige Tage überleben. Die Vermehrnng des Papageienbuntbarsches mit einem reinerbigen Paar dieser Zuchtform ist daher nicht möglich, sondern sie gelingt nur mit mischerbigen Individuen, die aus einer Rückkreuzung mit einem normalen Partner hervorgehen.
*Einloggen, um Links zu sehen

Da auch die DCG (Deutsche Cichliden Gesellschaft) die Pflege, Zucht und Verbreitung von Kreuzungen und derartigen deformierten Zuchtformen strikt ablehnt, werden wir diese Tiere nicht mehr in unserem Laden anbieten. Der erfolglose Nachzuchtversuch sei deshalb nicht als Aufforderung zu lesen, es mit anderen Tieren besser zu machen, sondern geschah in dieser Form spontan, seine Dokumentation in dieser Forum aus persönlichem Interesse und der Nachvollziehung der angegebenen Unfruchtbarkeit der 'Bastarde' oder 'Mutanten'. Bis sich letztere beiden Begriffe eindeutig klären lassen (siehe den Beitrag von Staeck), wird wohl noch viel Wasser über die Mühlen laufen.

Als vorletztes Bild kann ich noch eine (eher schlechte) Aufnahme eines verpilzten Eies zeigen, das ich letzte Woche separiert hatte, um die Entstehung der Pilzhyphen zu beobachten. Vermutlich handelt es sich um einen Saprolegnia-Pilz.



Noch ein kleines Video, das das männliche Tier bei den Laichvorbereitungen zeigt.
>> Video (658 KB)

Beobachtet werden kann
- das Säubern des künftigen Laichortes
- der Versuch, eine Kiesgrube auszuheben (vor der Schieferplatte)
- der Verteidigung des Laichortes gegenüber anderen Fischen
Das Weibchen beteiligte sich ebenfalls an diesen Laichvorbereitungen, war jedoch zu diesem Zeitpunkt in der 'Abwehr der Digi-Cam' engagiert - sie empfand meine Anwesenheit als störend.
Sorry für die schlechte Qualität des Videos - es wurde ins (downloadschonende) .WMV-Dateiformat konvertiert.

Lg
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 23.01.2005 - 20:51    Titel:  

Hmm.. Vielleicht kannst du mir ja weiterhelfen. Habe letzte Woche zwei Fische gekauft. Der Händler sagte mir das es sich um den red Parot handelt. Er hatte diesen Fisch zum ersten mal von einem neuen Händler und auch keine weiteren Informationen für mich. Nach dem kauf erfuhr ich im Internet das es sich bei der Fischart um eine Qualzucht handelt. Jedoch haben die Fische im Internet nicht so viel Ähnlichkeit, dass ich mir ganz sicher bin, denn angeblich sind diese Fische ja unfruchtbar. Doch aus deren Gelege haben sich ca 30 muntere Larven entwickelt. Zudem sind meine Fische kaum rot und haben auch keinen so komischen Mund den sie auch ganz normal schließen können.
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 24.01.2005 - 01:12    Titel:  

Hallo,

guck mal bei google's Bildersuche rein:
Cichlasoma citrinellum *klick*

Ansonsten wär natürlich ein Bild, so du eins zur Verfügung stellen kannst, sehr hilfreich Zwinker

Lg
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 29.01.2005 - 12:20    Titel:  

Ja hab ein Foto von den zwein in meiner Gallerie.Bin neu hier, kannst du darauf zugreifen?
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 29.01.2005 - 13:40    Titel:  

Hi,

scheint sich eher um die albinotische (bzw. xanthoristische) Zuchtform von Archocentrus nigrofasciatum zu handeln *klick*

Lg
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 29.01.2005 - 15:28    Titel:  

Danke für deinen Tip. Very Happy Hab mir noch weitere Seiten angesehen. Jetzt bin ich mir ganz sicher unter *Einloggen, um Links zu sehen

hab ich ein Bild gesehen das meinen Fischen seher Ähnlich ist. Kannst du mir auch sagen wie so ein Albino entsteht? Ist das schlecht für die Tiere?

Fühl mich ganz schön verarscht, dass die mir einen Fisch unter einem anderen Namen gegeben haben. Nächstes mal werd ich mich erst im internet schlau machen. Auf Verkäufer kann man sich nicht verlassen. VOr kurzem wurden mir drei Topf oder sumpfpflanzen als aquariumpflanzen verkauft. sie sind im wasser ebenso eingegangen wie in der erde. ja Pech!
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