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Chamäleonweibchen- Ernährung und Geschlechtsreife



 

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Gitti
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BeitragGeschrieben: 16.12.2003 - 04:30    Titel: Grossartig! Chamäleonweibchen- Ernährung und Geschlechtsreife

Zusammenhang von Ernährung und Geschlechtsreife bei Chamäleonweibchen

Die Ernährung bei den Chamäleons ist ein ziemlich heikles Thema.

Sie ist Grundlage für die Aufzucht und Entwicklung, der Gesundheit (funktionierender Stoffwechsel, Organe etc.) und der Geschlechtsreife.
Nicht nur die richtige Zusammensetzung der Nahrung spielt dabei eine wichtige Rolle, sondern vor allem auch die Menge des Futterangebots.

Wie bei viele (in Terrarien gehaltenen) Reptilienarten, werden auch die (juvenilen und adulten) Chamäleons nicht jeden Tag gefüttert.
Futterpausen ermöglichen eine gesunde Verdauung und erhöhen die Lebensdauer der Tiere.
Ausgenommen sind Babys oder schwächliche und kranke Tiere, sie können so viel fressen wie sie wollen.

Das Erreichen der Geschlechtsreife von Chamäleon Weibchen steht im engen Zusammenhang mit der angebotenen Futtermenge.
Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife unterscheidet sich nach Art (Größe und Lebensdauer) der Chamäleons.
Je kleiner Chamäleonarten sind, desto kürzer ist die erreichbare Lebensdauer der Tiere, und umso früher tritt die natürliche Geschlechtsreife ein.

Bei einem zu gutgemeintem Nahrungsangebot (super.. schau mal wie toll es frisst!) erreichen Chamäleonweibchen frühzeitig die Geschlechtsreife.

Bei Ch. calyptratus etwa, tritt die normale Geschlechtsreife der Weibchen mit einem Jahr ein. Bei einer zu üppigen Fütterung kann die frühzeitige Geschlechsreife schon z. B. mit 5- 6 Monaten eintreten.

Die Auswirkungen die diese Entwicklung nach sich ziehen kann sind fatal.
Viele Arten entwickeln auch ohne Befruchtung (Paarung mit einem Männchen) -manchmal übermäßig viele oder/ und abnorm geformte- unbefruchtete Eier.
Daß das für einen noch im Wachstum befindlichen juvenilen Körper, eine enorme Belastung darstellt, kann man sich vorstellen.

Vorallem entwickelt sich aus dieser frühzeitigen Trächtigkeit sehr oft eine gefürchtete Legenot.
Ursachen dafür sind:

1. die Entwicklung der Eier wird in einem so frühen Alter meistens nicht erkannt
2. die Weibchen die übermässig vielen Eier nicht ablegen können,
oder die Eier abnorm geformt sind (unförmige oder übergroße Eier)

In diesen Fällen kann, falls es früh genug erkannt wird, nur mehr der Tierarzt operativ die Eier entfernen.
Aber- auch im besten Fall- ist viel Glück erforderlich damit das Tierchen überlebt.

Das Problem mit der frühzeitigen Geschlechtsreife bei Chamäleonweibchen betrifft hauptsächlich unerfahrene Chamäleonhalter.
Anfängern muss empfohlen werden mit einem männlichen Tier in die Chamäleonhaltung einzusteigen.
Sie sind geschlechtsbezogen "einfacher" zu halten.


Wobei gesagt werden muss, daß Chamäleons grundsätzlich nicht "einfach" zu halten sind.


Kleiner Nahrungsplan


verschiedene Insekten:
Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, Fliegen, Asseln, Mehlwürmer, Zophopas, Wachsmotten (Bienenmaden)
- im Sommer sind gekeschte Insekten eine willkommene Bereicherung (Achtung Artenschutz) des Futterplans.

Manche Chamäleons nehmen auch gerne gewisse Blätter, Salat, Wildkräuter (z.B. Löwenzahn, Klee), Obst- und Gemüsesorten (Trauben, Tomaten, etc.)
Großen Tiere füttert man manchmal ein kleines Säugetier (Babymaus)

zusätzliche Gabe von Vitamin- und Mineralstoffpräperaten


Die Wichtigkeit der Vitamin und Mineralstoffgaben ergeben sich einerseits aus der Tatsache, das sogar die beste Beleuchtung in den Terrarien, in keiner Weise das Sonnenlicht ersetzten kann, und andererseits das gekaufte Futterinsekten recht nährstoffarm sind, auch wenn man sie, vor dem Verfüttern, einige Tage "gesund" ernährt.
Sonnenlicht benötigen die Tiere nicht nur für die Temparaturregelung (wechselwarm) und Helligkeit (Tag/ Nacht) sondern (UV- Strahlen) bildet auch z.B. in der Haut der Tiere das (überlebens-) wichtige Vitamin D3, das die Aufnahme von Calcium (C++) im Körper regelt.
Mit der zusätzlichen Gabe von Vitamin-und Mineralstoffen können somit haltungsbedingte Mängel ausgeglichen werden und sind, besonders auch bei der Aufzucht von Jungtieren, notwendig um Mangelerscheinungen zu vermeiden (Rachitis).

LG
Gitti Blume
lisi
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BeitragGeschrieben: 26.08.2004 - 13:06    Titel:  Wieviel füttern?

Ich hab seit 7 Wochen eine Jemenchamäleondame, sie ist inzwischen 3 1/2 Monate alt. Von wegen Fütterungsmenge hört man überall was anderes. Manche sagen, soviel füttern wie sie essen, andere sagen wiederum was ganz anderes. Soviel sie will bekommt sie nie, denn dann würd sie den ganzen Tag essen. Momentan füttere ich von den kleinen bis mittleren Heimchen ca. 4 pro Tag. Zusätzlich bekommt sie (nicht täglich) Obst und Gemüse und knabbert ja auch noch meinen Ficus und diverse Gartenpflanzen an. Ich glaub ja selbst, dass das teilweise zu viel ist, da sie ja auch - bei Gartenausflügen - noch Fliegen und weiteres schießt. Will ihr aber auch nicht zu wenig füttern. Kannst Du mir nen Tipp geben?Ach ja, die Heimchen werden natürlich mit Vitaminpulver bestäubt. Liebe Grüße! Neutral
Gitti
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BeitragGeschrieben: 26.08.2004 - 14:06    Titel:  

Hallo Lisi

Zuerst einmal: Willkommen im Forum Zunge zeigen!


Jemenchamäleons sind wahre "Fressmeister". Dabei kommen sie ursprünglich aus einem Lebensraum (Südwesten der Arabischen Halbinsel), wo das Futterangebot eher karg ist.
Für die gesunde Entwicklung der Tiere ist es wichtig sie sparsam, aber hochwertig zu Ernähren. Wie ich oben schon geschrieben habe, ist besonders bei der Aufzucht eines Weibchens auf die Menge des Futterangebots zu achten.

Gerade die Jemenchamäleonweibchen neigen dazu (wenn zu viel gefüttert wird) frühzeitig die Geschlechtsreife zu erreichen und unmengen an Eier zu entwickeln. Mir persönlich ist ein Fall bekannt, wo das Jemenchamäleonweibchen mit knapp 4 Monaten an Legenot verstarb und bei der anschließenden Sezierung 89 Eier gefunden wurden.

Zuerst solltest du das Futterangebot abwechlungsreicher gestalten.

Das heißt, nicht nur Heimchen zu Füttern, sondern auch andere Insekten (Heuschrecken, Grillen, Heimchen, Schaben, Fliegen, Asseln, Mehlwürmer, Zophopaswürmer, Bienenmaden, etc.). Würmer und Maden werden eher sparsam angeboten, das sie sehr fettreich sind.

Nicht jeden Tag füttern- das ist zu viel.

Wenn du dein Chamäleon 3- 4 x in der Woche fütterst (ca. alle 2 Tage), ist das genug. Die Menge richtet sich nach der dem Alter des Chamäleons und der Größe der Futtertiere.
Mehr als 2- 3 mittlere Futtertiere alle 2 Tage brauchts nicht.
An den Tagen wo du nicht fütterst kannst du zusätzlich Obst oder Gemüse anbieten, wenn dein Weibchen Blätter frisst, gib ihm lieber Wiesenkräuter (Löwenzahn + Blüte, Gänseblümchen, Klee etc.), die sind jetzt im Sommer in Hülle und Fülle vorhanden und sicher gesünder (hochwertiger) als Zimmerpflanzen.
Fliegen kannst du immer mal füttern, sie haben wenig Nährwert und sind mehr „Beschäftigung " für dein Chamäleon.

Was für ein Vitamin- Mineralsstoffpräparat hast du denn in Verwendung?


MfG
Gitti


Zuletzt bearbeitet von Gitti am 01.09.2004 - 04:29, insgesamt 1-mal bearbeitet
lisi
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BeitragGeschrieben: 31.08.2004 - 09:28    Titel: Zwinker 

Liebe Gitti,

erst mal danke für deine ausführliche Antwort. Man hört ja echt überall was anderes. Ich füttere außer den Heimchen noch alles mögliche was so kreucht und fleucht von Fliegen über kleine Maden, alles eben was meine Cham so im Garten oder ich in der Wohnung finde. Aber ich werde schauen, was ich noch so in meiner Zoohandlung finde. Also gilt meine Cham-Dame nicht mehr als Baby und ich soll sie daher nicht mehr täglich füttern! Ok, werd ich jetzt ändern.
Möchte ja, dass sie gesund lebt und nicht, dass ich sie überfüttere.
Ach ja, reptivite heißt das Pulver. Ich bestäube die Heimchen täglich damit. Ist das auch zu viel?

Liebe Grüße,
lisi
Gitti
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BeitragGeschrieben: 01.09.2004 - 04:26    Titel:  Jemenchamäleon

Hallo Lisi


Ein Baby ist sie zwar nicht mehr, aber ein Jungtier allemal Very Happy

Jeden Tag alle FutterInsekten einzustäuben ist "zuviel".
Aber wenn du jetzt deinen Fütterungsrythmus reduzierst, vermindern sich auch deine Vitamin/ Mineralstoffgaben. Mit den Präparaten muss schon sorgsam umgegangen werden- Überversorgung kann auch Krankheiten auslösen.
Ich persönlich bestäube die Futtertiere nur bei jeder 2. Fütterung und biete zusätzlich Sepiaschale in den Terrarien an.

Wenn du viele Insekten aus der Natur verfütterst, kannst in der Zeit auch die zusätzlichen Vitamingaben einschränken.
Grob geriebene Sepiaschale (Kalk) kannst du aber trotzdem im Terrarium immer (in einem Schälchen) anbieten. Die meisten Chamäleons "schießen" bei Bedarf kleine Stücke davon selbstständig auf.

MfG
Gitti
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