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Wasser wird im Sommer zu warm - was tun?



 

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Jürgen
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Mit dabei seit: 31.01.2003
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BeitragGeschrieben: 04.06.2003 - 18:27    Titel:  Wasser wird im Sommer zu warm - was tun?

Hallo,

jetzt kommt wieder die Zeit wenn mit den steigenden Aussentemperaturen auch die Temperaturen im Aquarium steigen. Und zwar bis zu einem Wert, der vielleicht manchen Zierfischarten abträglich ist.

Warum steigt die Temperatur im Aquarium mit den Aussentemperaturen an?

Im Becken oder ausserhalb befinden sich - neben dem Stabheizer - noch weitere direkte oder indirekte Wärmequellen. Im Einzelnen - neben den Fischen oder der Wärme, die bei Stoffwechselvorgängen entsteht, sind das:

1. Stabheizer
2. Filter
3. Beleuchtung


Ein ungeheiztes Wohnzimmeraquarium wird die gleiche Wassertemperatur aufweisen wie die durchschnittliche Lufttemperatur im Raum.

Ein Aquarium mit 160 Liter und 2x30 Watt Neonröhrenbeleuchtung, untergebracht in einer handelsüblichen Abdeckung, wird sich durch die Vorschaltgeräte und Abwärme der Röhren um etwa 2° C über Raumtemperatur erwärmen, bei Verwendung elektronischer Vorschaltgeräte etwas weniger.

Ein Innenfilter mit 10 Watt erwärmt das jetzt 22 °C warme Wasser um etwa 1,5 °C über Raumtemperatur. Ein Aussenfilter mit 25 Watt schafft locker 2,5-3 °C. Unser Aquarium ist jetzt also - ohne Stabheizer! - bereits mindestens 24 °C warm. Das erklärt auch, warum manche keinen Stabheizer benötigen, wenn solche Fische gepflegt werden, die mit 24 °C gut ihr Auslangen finden.
Wenn jetzt das durchschnittlich 20 °C warme Wohnzimmer bei Aussentemperaturen von sagen wir 34 °C auf 24 °C erwärmt wird, können sich die Abwärme der Beleuchtung und die Motorwärme des Filters bis auf 28 °C oder mehr summieren.

Kurzfristig, also über 2-3 Tage, wird das für die meisten Zierfischarten kein Problem sein. Längerfristig, z.B. bei einer wochenlangen Hitzephase, werden die steigenden Temperaturen auf jeden Fall problematisch. Zumindest das Pflanzenwachstum wird ins Stocken geraten. Ich habe schon Becken gesehen, die locker an die 30 °C bei ausgeschaltetem Stabheizer erreicht haben.

Vor allem die 60-Becken mit 1x15 W Neonröhrenbeleuchtung ohne elektr. Vorschaltgerät und einem 5-Watt-Filter sind in der Hinsicht gleich einmal 30 °C warm.

Abhilfe:

1. Stabheizer einmal ausschalten

2. Deckel der Abdeckung anheben - bei der Wasserverdunstung wird Energie, also Wasserwärme, verbraucht und "vernichtet"

3. Beleuchtungsdauer so regeln, dass zur Zeit der grössten Tageshitze Dunkelphasen eingelegt werden. Dabei nicht vergessen, dass die Pflanzen "ihre" gewohnte Tageslänge von etwa 11,5 Stunden in Summe bekommen können

4. Teilwasserwechsel mit kühlerem Wasser durchführen. Darauf achten, dass die Temperaturunterschiede nicht zu gross sind und empfindliche Fische Schaden erleiden könnten. Diese Methode halte ich am geeignetsten, am besten in Kombination mit dem "Aufbocken" der Abdeckung oder dem Anheben der Fütterungsklappen. Gleichzeitig sollte auch die Beleuchtung um die Mittagszeit oder in den Nachmittagsstunden (wenn möglich) reduziert werden. Wenn man keinen kühleren Standplatz für sein Aquarium finden kann sind diese das Pflanzenwachstum erwiesenermassen hemmenden Eingriffe sicher besser als ein zu warmes Wasser, das die Fische - und um deren Wohl müssen wir uns kümmern - schädigen könnte.

5. Kühlgerät installieren. Das wird vor allem bei Meerwasseraquarien die einzige Möglichkeit sein, nicht zu hohe Temperaturen zu erhalten. V.a. Mittelmeer- oder Nordseeaquarien sind in dieser Hinsicht sehr empfindlich.

6. Weitere Kühlvarianten wie Eiswürfelgaben funktionieren auch, wenns nicht so umständlich und energieaufwändig und die Eismenge nicht so gering wäre, dass der Effekt nur von kurzer Dauer ist.


Bei dem von mir dargestellten Beispiel handelt es sich um Erfahrungswerte. In anderen Aquarien können sich durchaus andere Werte einstellen. Wäre interessant, ob es diesbezüglich schon Artikel oder Beschreibungen gibt.

Bei der Gelegenheit kann ichs mir nicht verkneifen und möchte einmal mit dem Märchen vom "Kaltwasseraqurium" im Wohnzimmer aufräumen: bei geheizten Räumen, Beleuchtung und Filter ist die Herstellung eines Kaltwasseraquariums ohne Kühlgerät per Definition gar nicht möglich. Es wird immer ein subtropisch oder tropisch warmes Aquarium sein,

meint
Lg Glas

Jürgen
O.Hinzmann
Kurz reingeschneit
Kurz reingeschneit





Mit dabei seit: 13.10.2007
Beiträge: 4

Neon-Punkte: 11

BeitragGeschrieben: 13.10.2007 - 22:13    Titel:  

Die vorrangegangenen Lösungen find ich gut. Für den Fall das Du ein offenes AQ. hast kann ich Dir zu einem kleinen Ventilator raten, der schräg auf deine Wasserfläche ausgerichtet sein sollte. Mein 400l Becken habe ich damit im Sommer von 31°C auf 27°C herruntergekühlt. Wie mein Kollege aber schon bemerkte sind die Lichtzeiten und sonstige Zusatzgeräte zu prüfen und evtl. in ihrer Laufzeit anzupassen.
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