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Nährboden für die Pflanzen??


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Steffi
Gast








BeitragGeschrieben: 25.12.2003 - 15:21    Titel: Frage Nährboden für die Pflanzen??

Hi,
ich habe jetzt eine Weile in meinem Aquarium nur künstliche Pflanzen drin gehabt, weil ich nur Probleme mit den echten Pflanzen gehabt habe. Jetzt will ich aber wieder echte rein machen, weil es einfach schöner aussieht und auch für das Gleichgewicht im Aquarium wichtig ist. Aber muss ich denn extra einen Nährboden, zur Düngung der Pflanzen reinmachen oder langt es wenn ich eine CO²-Anlage habe??? Was muss ich sonst noch beachten das meine Pflanzen nicht wieder kaputt gehen?
Ich würdet mir sehr helfen wenn Ihr mir ein paar gute Tipps gebt!!! Lachen

Gruß Steffi
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 25.12.2003 - 18:16    Titel: Hinweis Re: Nährboden

Hi Steffi,

für den Erfolg oder Misserfolg eines schönen Pflanzenbeckens kann der richtige Untergrund schon von Bedeutung sein. M.E. viel wichtiger ist die CO2-Düngung, die Wahl der richtigen Beleuchtungsstärke + Lichtqualität und die regelmässige Zufuhr von mineralischen Düngern. Die Wurzeldüngung kann man recht einfach auch nachträglich mit Düngetabletten oder Lehmkugeln erreichen, die Substratwirkung der torfigen und sandigen Bestandteile fertiger (oder selbergemachter) Langzeitdüngermischungen fehlt allerdings.

Die wichtigsten (technischen) pflanzenfördernden Massnahmen:

1. Bodengrundheizung
2. Langzeitdünger im oder unterm Aquarienkies (oder, mein persönlicher Favorit: selber gesammelte und getrocknete Lehmkügelchen)
3. Kies 2 bis max. 4 mm Korngrösse, wobei einige Pflanzenarten auch bei Sanden unter 2 mm sehr gut wachsen können, v.a. Wasserkelche et al.
4. CO2-Düngeanlage
5. Beleuchtung von mind 2,5 W/L Aquarienwasser
6. Wöchentliche TW-Wechseln (abhängig vom Fischbesatz - Zahl und Arten)
7. Tägliche oder zweitägliche Düngung mit A1-Tagesdünger oder wöchentliche Gabe eines guten Eisendüngers. Die Düngergaben sind auch abhängig von der Qualität des Ausgangswassers, der ausgetauschten Wassermenge UND dem Wechselintervall.

Habe übrigens die Reihung nicht so vorgenommen, dass 1.) der wichtigste, Punkt 7.) der unwichtigste Punkt ist.

Leider kann der Erfolg auch bei Einhaltung dieser Liste nicht garantiert werden. Vor allem IM Zusammenspiel Temperatur oder Beleuchtung/Pflanzenwachstum wird leider viel falschgemacht, z.B. dass bei zu intensivem Licht zu wenig gedüngt wird, oder - umgekehrt - bei zu wenig Licht zu viel gedüngt wird. Bei viel Licht steigt der Nährstoffbedarf stark an, bei "wenig" Licht sinkt er entsprechend. Ebenso verhält es sich bei den Temperaturen: Viele Pflanzen würden z.B. in Discusaquarien bei Temperaturen von 29 °C noch sehr gut wachsen, bloss dem mit der Temperatur höhere Nährstoffbedarf wird meistens - aus Unkenntnis dieser Tatsache - mit den entsprechenden Düngemassnahmen nicht Rechnung getragen.

Wie gross wird denn das Becken sein?

Lg
Jürgen


Zuletzt bearbeitet von Jürgen am 26.12.2003 - 23:33, insgesamt 1-mal bearbeitet
Leo
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BeitragGeschrieben: 25.12.2003 - 18:35    Titel: Frage Re: Nährboden für die Pflanzen??

Hallo Steffi!

Wenn Du Pflanzen-Wucher haben willst: Klee KleeKlee

- Leuchtröhren, die dafür geeignet sind reinschrauben.
- CO2-Anlage + gaanz wenig Dünger (Dennerle kann ich nur empfehlen)
- Untergrund-Dünger + Bodenfluterkabel

Wenn Du schon ein Becken laufen hast (länger) würde ich nicht alles gleichzeitig reinbauen, sondern nach und nach - oder gleich komplett neu einrichten (bei einem großen Becken recht große Baustelle...) verschüttet
Aja: und beim Dünger als Anfangsdosis nicht die vom Hersteller genannte verwenden. Tu 'mal zu anfang um 30% weniger rein, und schau, wie das wirkt.

Es kommt auch auf "dein Wasser" an - nicht alles funktioniert in jedem Becken gleich gut, scheint mir auch vom Fischbesatz und von der Fütterung abhängig zu sein...

Mein Vater arbeitet mit Pflanzenleuchten, Mittagspause, Eichenextrakt und den Dennerle Eisen- und Volldünger - Die Pflanzen wachsen viel besser als früher, die Algen sind kein Thema mehr.
(Ohne CO2, ohne Bodenfluter)

Ich habe im großen Becken sämtlichen oben beschriebenen Schnickschnack und es wuchert volle, wenn auch mit ziemlich Fadenalgen dabei.

Im kleinen 60cm-Testbecken mit CO2, Bodenfluter, auch mit Dennerle Dünger (V15+V30) gelang es mir nicht, das Gleichgewicht so schön zu halten, wie im großen Becken (weniger Fische drin, Innenfilter, anderer Standort...) Wennich 'mal meine Testserien bezüglich Wasserwerte hab', kann ich dazu mehr sagen. Auch ist mir da der Bodenfluter-Trafo eingegangen, seit der wieder läuft, hat sich schon wieder viel verändert (weniger Schmieralgen)

Auch passen nicht alle Pflanzen in jedes Becken - schreib mal wie groß Dein Becken ist, welche Fische Du hast und so...
Und: Algenpolizei wirst brauchen! (Otos, Garnelos, Siam. Rüsselbarben usw...) - wennst das Pflanzenwachstum steigern willst.
Aja: und Plastikpflanzen finde ich auch nicht soo schön...

Na denn: viel Spaß beim gärtnern! Guten Tag!

Servus!

Leo
Steffi
Gast








BeitragGeschrieben: 25.12.2003 - 19:16    Titel:  

Hi,
danke erst mal für die schnelle und ausführlichen Antworten, jetzt weiß ich endlich mal genau was ich noch alles an meinen Aquarium zu machen habe Very Happy
Jetzt zu meinem Aquarium:
Größe: 80x35x40
Fische:
Ich habe im Moment nicht mehr viel Fische drin. Denn ich will erst das Aquarium neu einrichten ( wie z.B. mit echten Pflanzen u. Außenfilter etc.), bis ich mir erst wieder neue Fische kaufe. Hab im Moment 7 Fische drin. Das Problem war, warum ich nur noch so wenig Fische habe, ist das ich einen Feuerschwanz habe und der hat meine kleineren Fische immer zu tote gejagt!!!

Wieviel würde eigentlich so ein Bodenfluterkabel kosten, ist dieses wirklich notwendig.
Also braucht man schon etwas Nährboden.

MFG
Stefanie
Leo
Zoo-Direktor
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BeitragGeschrieben: 26.12.2003 - 00:28    Titel:  

Hallo Steffi!

....Bodenfluter notwendig? -> nicht unbedingt, aber recht hilfreich. Kommt drauf an, mit wieviel mehr Pflanzenwuchs Du zufrieden bist.

Zu den Fischen: Nach denen hab' ich gefragt, weils ja unter den Fischen auch welche gibt, die Pflanzen mehr oder weniger anfressen. Das reicht vom abknabbern der weicheren Stengel und Luftwurzeln (sollte eigentlich Unterwasserwurzeln schreiben - die Wurzeln, die sich an manchen Pflanzen bilden, aber die nicht im Substrat, sondern ins Wasser treiben..)
bis zum beraspeln und auffressen ganzer Pflanzen...und das ist kein Vergnügen, wenn man ein Pflanzenfreund ist.


zum Labeo: ICH mußte mich schon des öfteren sehr zurückhalten, das ist ein schöner Fisch - aber....Du hast selber gemerkt, daß die nicht zimperlich sind. Ich hab' selber noch keinen gehabt, aber gelesen, daß sie in einem genügend großen Becken zu mehreren gehalten - mit ausreichend Versteckmöglichkeiten am Boden - nicht so streitsüchtig sind.
Aber ich fürchte, 80cm sind zu klein für einen Trupp.
Bin gespannt, was der Jürgen da vorschlägt....welche Fische kann man wohl zum Labeo dazutun?

@Jürgen: Tonkügelchen - selber gesammelt. Du meinst den Ton oder kennst Du einen besonders nährstoffreichen Ton bei uns (kann ich mir wieder nicht vorstellen)?
Ich hab's beim Toni in Wien gelesen, wie man das macht, aber da ich ja schon überall den Untergrund drin hab' - kein Thema....

Liebe Grüße!

Leo
[/quote]
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 26.12.2003 - 23:51    Titel: Nicht so gut! Re: Labeo

Hi Steffi,
Zitat:
Das Problem war, warum ich nur noch so wenig Fische habe, ist das ich einen Feuerschwanz habe und der hat meine kleineren Fische immer zu tote gejagt!!!

Das Aquarium ist leider zu klein für Deinen Labeo. Nachdem die Art extrem revierbildend ist, sollte L. bicolor schon in einem Becken mit mind. 120 cm Kantenlänge gehalten werden bzw. der weitere Fischbesatz so gewählt sein, dass keine anderen Fischarten mit territorialen Ansprüchen eingesetzt werden. Sonst wird der Labeo, wie in Deinem Fall, immer das ganze Becken als sein Revier betrachten. Die Tiere können wirkliche Tyrannen werden, vor allem mit dem Alter nimmt die Agression zu.
Nachdem sich das Problem auch im neu eingerichteten Becken nicht "von selber" lösen wird würde ich den Labeo in ein grösseres Becken abgeben.

>> Leo
Wozu die Tiere zu ihrem Glück zwingen? Klar kann man in einem grossen Becken einen Trupp halten. Dann hat man halt in einem 150 cm Becken 3 oder 4 von diesen einzelgängerischen Streithanseln drin, aber auch keinen Schwarm; aber schon möglich, dass sich die Labeos dann ständig miteinander beschäftigen und die anderen Fische ihre Ruhe haben.

Lg
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 26.12.2003 - 23:52    Titel: Hinweis Re: Fische zu Labeo

Hi Leo,
Zitat:
Bin gespannt, was der Jürgen da vorschlägt....welche Fische kann man wohl zum Labeo dazutun?

Ich schlage in diesem Zusammenhang keinen weiteren Fischbesatz vor. Sollte der Labeo im Becken bleiben schlage ich vor, alle anderen Fische AUS dem Becken rauszunehmen.

Lg
Jürgen
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 27.12.2003 - 00:06    Titel: Hinweis Re: Lehmkugeln

Hi Leo,
Zitat:
@Jürgen: Tonkügelchen - selber gesammelt. Du meinst den Ton oder kennst Du einen besonders nährstoffreichen Ton bei uns (kann ich mir wieder nicht vorstellen)?

Nö, hab Lehmkugeln verwendet, keinen Ton.
Gesammelt hab ich ihn - nach den Fischbörsen - bei der Strasse zum Aachensee hinauf, und zwar an einer Strassenböschung (war zu faul um in den Wald zu gehn Mr. Green )
Hab einen Kübel vollgemacht und zuhause weiter bearbeitet. War eigentlich ziemlich einfach: ich habe daraus eurogrosse Kugeln geformt und die lufttrocken lassen. Damit werden die steinhart und verwendbar. Bei der Neueinrichtung kommen die Kugeln in regelmässigem Muster auf eine 1 cm Schicht ungewaschenen Bausand oder ungewaschenen feinen Aquarium-Sand. Das ganze wird dann mit gewaschenem Aquariumkies überschichtet. Früher oder später werden die Kugeln im Kies recht "matschig", behalten jedoch im grossen und ganzen ihre Formstabilität, wodurch man sie (wenn man noch weiss WO man sie versteckt hat) in einer grossen Lehmwolke wieder ausgraben (und austauschen) könnte. Ich hab das aber nie gemacht, wozu auch.
Grössere Pflanzen wurden von mir jedoch regelmässig mit Lehmkugeln beglückt, vor allem Schwertpflanzen "fressen" sich mit dem Wurzelwerk regelrecht in die Lehmkugeln hinein und gedeihen grossartig!
Den Tipp selber hatte ich ursprünglich aus dem Mergus, wenn ich mich nicht täusche. Dort (oder in einer anderen Quelle) war davon die Rede, dass man den Ton aus altem Mauerwerk verwenden soll. Dann hab ich mir mal so die Mauern angesehen - nix Ton, nur BeTON Zwinker
Naja, das hat damals gut funktioniert, und wird auch heute noch gut funktionieren. Wem dieser Aufwand zuviel ist kann diese Lehmkugeln auch kaufen, z.B. von JBL "Die sieben Kugeln".
Aber erstens ist selbersammeln billiger, und zweitens machts mehr Spass.

Lg
Jürgen
Leo
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BeitragGeschrieben: 27.12.2003 - 00:13    Titel: Hinweis Re: Fische zu Labeo

Hallo!

Also wieder einmal ein Fisch, der eigentlich nicht ohne weiteres gekauft werden sollte.
Oder besser: der nicht jedem verkauft werden sollte.
...wieder was dazugelernt! Zwinker
...schade eigentlich, soo schöne Tiere, abbe gefäährlich! Grrr!
Da hab' ich ja wirklich Glück gehabt, die haben mich schon oft angelacht!

(Jürgen, Du hast vor mir gedrückt!)

Liebe Grüße!

Leo
Millenja
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BeitragGeschrieben: 27.12.2003 - 14:26    Titel:  

Hallo zusammen!
Danke erst mal für die vielen guten Tipps!!!
Jetzt heißt es wohl Abschied nehmen von meinem Lobeo, muss nur noch jemand finden der ihn nehmen kann. Ist wohl auch besser für ihn, wenn er in ein größeres Aquarium kommt. Ich versteh nur nicht, warum mich die im Zoofachhandel nicht darüber informiert haben!!!! Hauptsache sie haben wieder ein Fisch verkauft, der Rest ist denen anscheinend egal!!!

@ Jürgen: Wo kann man noch diesen Lehm finden. Den ich hab irgendwie keine Ahnung wo ich den bei uns finden könnte. Gibt verschieden Lehmsorten oder ist das egal? Glupsch

Liebe Grüße
Steffi
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