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Lochkrankheit?



 

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stefan
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Kurz reingeschneit



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BeitragGeschrieben: 07.09.2004 - 23:01    Titel:  Lochkrankheit?

Wie erkenne ich die lochkrankheit bei einem acarichthys heckeli?
Einer meiner fische hat genau zwischen den augen eine wunde die in ein kleines tiefes loch endet! Handelt es sich dabei um die lochkrankheit? lg stefan
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 08.09.2004 - 11:00    Titel: Idee Lochkrankheit ist keine Krankheit, sonderen ein Pflegefehler

Hallo,

es handelt sich dabei um ein Symptom der Lochkrankheit. Wahrscheinlich hast Du auch schon Gedanken in diese Richtung angestellt.
Nach Durchsicht der Literatur hab ich herausgefunden, dass die Lochkrankheit auch bei Vorhandensein entsprechender GH+KH auftreten kann, und nicht nur in ausgesprochenem Weichwasser- oder Osmosewasser, dort als Mineralienmangel, auftritt.
Die Ursache liegt dann in nicht optimalen Hälterungsbedingungen, v.a. in Hinsicht auf die Gesamthärte.



Zitat:
"Die Lochkrankheit wird eindeutig durch falsche Haltungsbedingungen ausgelöst. Die Tiere kommen aus keimarmen, sauberen, extrem weichen und sauren Gewässern und sind den meist unhygienischen Verhältnissen in unseren Aquarien nicht geachsen. Durch den bis millionenfach höheren Bakteriengehalt des Aquarienwassers gegenüber Wildgewässern, einschliesslich falscher Wasserwerte und einseitiger, vitamin- und mineralstoffarmer, unzureichender Ernährung, fallen die Fische dieser Krankheit zum Opfer."

(Roland Bauer: Erkrankungen der Aquarienfische, 1991)
Nachdem die Lochkrankheit aber auch oft bei afrikanischen Cichliden zu beobachten ist, die hartes Wasser gewöhnt wären, vermute ich, dass die Hauptursache in einer unzureichenden Ernährung, einem Mangel bestimmter Calzium-Verbindungen und in einem Vitamin D-Mangel (siehe unten) zu suchen ist.

Lt. Tobias Möser sind bei Cichliden oft Männchen betroffen, und verstärkt hat er die vergrösserten Poren in der Kopfregion und an den Seitenlinien bei ablaichenden Männchen, und zwar entweder während oder nach dem Ablaichen, feststellen können. Eine Heilung konnte dabei mit einem Umsetzen in weiches Wasser und einer Vitaminisierung des Futters erreicht werden.*Einloggen, um Links zu sehen
Eine Heilung wird also allein dadurch erzielt (und in Kombination mit Vitaminen, vermutlich fehlenden Vitamin D3-Gaben), dass die Tiere keinem Stress mehr durch "hartes" Wasser ausgesetzt sind.

Zitat:
Viele Diskushalter sind beim Auftreten der Löcher verwundert, da der Fisch ansonsten keinerlei Krankheitssymptome zeigt. Er frisst normal, ist nicht stark dunkel gefärbt und auch der Kot sieht normal aus. Dennoch bilden sich immer größere Löcher. Was ist die Ursache?
Die Ursache kann eine s.g. rachitischer Erscheinung sein, in Normaldeutsch eine Mangelerscheinung. Beim Diskus tritt diese Mangelerscheinung immer dann zutage, wenn Calcium, Phosphor oder Vitamin D fehlt. Für diese Mangelerscheinung kann es zwei Ursachen geben. Zum ersten die häufig genannte, die massenhafte Vermehrung von Flagellaten, diese entziehen dem Diskus über die Darmschleimhaut diese Nährstoffe. Zum zweiten falsche Ernährung, diese oft völlig übersehene Ursache tritt hierbei öfter als angenommen auf.
*Einloggen, um Links zu sehen

Diese Aussage kann man ohne Probleme auch aus Scalare, die ja auch Weichwasserfische sind, übertragen.
Therapievorschlag:
Zitat:
Durch Mangelerscheinungen verursachte Lochkrankheit:
Zum einen kann dem Futter Osspulvit-N (bekommt man in der Apotheke) beigemischt werden. Das gleicht den Mangel sofort aus und führt zum langsamen Abheilen der Löcher. Zusätzlich kann bei jedem Wasserwechsel sog. "Diskus-Salz" beigefügt werden. Hiermit reichert man das Aquarienwasser mit Calciumcarbonat und Magnesiumsulfat an. Es unterstützt den Heilungsprozess und beugt erneuter Lochbildung vor. Entsprechende Präparate gibt es z.B. von SERA® (mineral salt) und TropicMarin® (Diskussalz).
Ich habe persönlich die Mineralkur ausprobiert und damit erstklassige Erfolge erzielt.
Bei sehr großen Löchern ist eine zusätzliche Behandlung selbiger mit Rivanol ® ratsam.

Statt Rivanol kann man auch Esha 2000 verwenden. Auch in diesem handelsüblichen Medikament ist Ethacridin-Lactat enthalten (in 1 ml 6,3 mg). Auch bei Esha 2000 das Wattestäbchen gut befeuchten und nur die betroffene Stelle damit behandeln. Behandlung an 2-3 Tagen hintereinander wiederholen.
Andere Präparate, die einer Lochkrankheit wirksam vorbeugen, sind JBL Aquadur oder Preis Discus-Salz.

Zur weiteren Erklärung: es handelt sich hier NICHT um einen Befall mit Hexamita oder Spironucleus, wenn die typischen Symptome (weisser Kot, Dunkelfärbung, Fressunlust) fehlen. Eine Sekundärinfektion NACH der hälterungsbedingten Vorschädigung kann jedoch durch Flagellaten im Verdauungstrakt erfolgen. In den Löchern am Kopf sind niemals Hexamita oder Spironucleus nachweisbar. Die Ursache MUSS in einem Vitamin- und Mineralstoffmangel aufgrund einseitiger Ernährung gesehen werden. Die Erkrankung verläuft chronisch und kann sich über mehrere Jahre hinziehen, ohne dass die Fische sterben oder schwer beeinträchtigt wären, was auch mit Deinem - optisch gesunden Fisch - gut zusammenpassen würde.
Nach dieser Zeit breiten sich diese Löcher immer weiter aus und können den gesamten Kopf bedecken. Derart vorgeschädigte Fische sind sehr anfällig gegen Schwächeparasiten, wie die schon angesprochenen Hexamita-Flagellaten, und fallen diesen leicht zum Opfer. Bauer empfiehlt in seinem Buch eine Behandlung mit Osspulvit, und zwar als Futterzusatz (Bauer verwendet in seinem Buch übrigens die falsche Schreibweise Ospolvit) (BAUER, 1991).
Ein 'Rezept' für einen einfach und schnell herzustellenden Futterbrei mit Osspulvit, den Du für Deine Scalare (und die anderen Fische) verwenden könntest, könnte so aussehen:
5 Esslöffel Flockenfutter
1 Würfel Frostfutter (Artemia oder weisse Mückenlarven)
1 ml Vitamine für Aquarienfische
1 Messerspitze Osspulvit

Das ganze mischen und mit Wasser so anfeuchten, dass Du daraus kleine Kügelchen formen kannst, also eine Art Teig machen. Diese dann wie Futtertabletten verabreichen, bis das Symptom beim Scalar wieder verschwunden ist. Reste kannst Du einfrieren oder 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Lg
Jürgen
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