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Der weisse Hecht von Kirchbichl



 

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Jürgen
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BeitragGeschrieben: 06.08.2004 - 12:59    Titel:  Der weisse Hecht von Kirchbichl

Ratlosigkeit im Strandbad Kirchbichl: Gleich zwei Badegäste wurden von einem Hecht gebissen.
Noch ging der Raubfisch nicht ins Netz.


KIRCHBICHL.
Mit einem besonders aggressiven Zeitgenossen hat zur Zeit das Strandbad in Kirchbichl zu kämpfen: Ein Hecht treibt dort seit geraumer Zeit sein Unwesen und beißt Badegäste. Was wie ein Scherz klingt und von so manchem belächelt wurde, ist aber schmerzhafter Ernst.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am Montag dieser Woche. Der Kirchbichler Pensionist Hermann M. schwimmt seelenruhig im kühlen Wasser des Strandbads,als er am Fuß plötzlich einen brennenden Schmerz verspürt. „Ich musste ins Krankenhaus, wo man mir die Wunde gereinigt hat", erinnert sich M. im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Die Verletzung ist seiner Einschätzung nach aber eher leicht.

Wunde genäht
Schlechter ist es vor rund 14 Tagen dem elfjährigen Andreas K. aus Kirchbichl ergangen. „Mein Sohn ist ungefähr bis zur Hüfte im Wasser gestanden und hat seine Hand ins Wasser gehalten", erzählt seine Mutter Dagmar. Plötzlich ein Aufschrei, Blut läuft über die Hand des Schülers. „Es hat echt wild ausgeschaut. Wir sind sofort ins Krankenhaus Kufstein gefahren. An der Außenfläche der Hand musste er sogar genäht werden", sagt K.. Im Spital haben die Mediziner eine eindeutige Aussage gemacht: „Das ist der Biss eines Raubfisches." Im Krankenhaus Kufstein eher eine Seltenheit. „Von der Bisswunde wurden deshalb auch gleich Fotos angefertigt", erinnert sich K. und an die Empfehlung der Ärzte, eine Anzeige zu erstatten. „Bei der Gendarmerie wurde ich aber eher belächelt. Ich könne ja schließlich keinen Hecht anzeigen", ist K. verärgert. „Dabei wollte ich ja nur erreichen, dass etwas unternommen wird!"
Geschehen ist inzwischen etwas, wie Kirchbichls Vizebürgermeister Peter M. erläutert. Allerdings mit mäßigem Erfolg: „Selbst Fischer des Bezirks konnten den Hecht nicht fangen. Und eine Netzbefischung durch den Bauhof und die Feuerwehr am Mittwochvormittag erbrachte nicht das gewünschte Ergebnis." Durch Bodenunebenheiten konnte der listige Räuber immer wieder entkommen.

Fischen mit Strom
Letzte Chance ist eine „Elektrobefischung". „Wir hätten dies schon voriges Jahr im Sinn gehabt, die Gemeinde wurde aber von der Landesregierung angewiesen, das nicht zu machen. Aber jetzt geht es um das Wohl unserer Badegäste", zeigt sich Vizebürgermeister Müller kämpferisch.
Die Hechte sind übrigens schon seit gut 20 Jahren im Strandbad ansässig. Müller: „Die wurden dort leider ohne unser Wissen ausgesetzt. Jetzt haben wir die Bescherung."

(Bericht von MICHAEL MADER in der Tiroler Tageszeitung Nr. 180, 5. August 2004, S. 11)
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