Jürgen Support Team


Mit dabei seit: 31.01.2003 Beiträge: 1257
Wohnort: Mittelgebirge
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Geschrieben: 09.10.2003 - 12:56 Titel: gekrümmte Platys |
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Hallo Leo,
das kann mehrere Ursachen haben, ich versuchs mal
1. Wenn Weibchen bei Lebendgebärenden sehr viele Jungfische "austragen" kommt es zu einer mechanischen Wirbelsäulenverkrümmung. Diese Verkrümmung fällt bei tragenden Weibchen selber nicht auf, weil die Jungfische im Bauch diese Krümmung "ausgleichen". Besonders gut kann man das bei den langgestreckteren Guppy-Weibchen beobachten, die einen regelrechten Buckel bekommen können.
Bei Männchen ist diese Verkrümmung seltener zu beobachten und dann ist die Ursache meistens krankheitsbedingt. Z.B. kann eine Bauchwassersucht Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle bewirken, die den gleichen Effekt haben können: die Wirbel werden in der Zeit der Erkrankung durch den Flüssigkeitspolster bzw. die in ihrer Lage veränderte Schwimmblase "auseinandergedrückt" bzw. verkrümmt. Befindet sich das Tier noch im Wachstum, können diese Schäden bleiben und sich mit dem Alter verstärken.
Abhilfe: keine
2. Mineralstoff oder Vitaminmangel: Auch ein Mangel an Vitaminen oder Mineralstoffen kann das Skelettwachstum beeinträchtigen.
Abhilfe: wöchentliche Vitamingaben
3. Geburtsfehler (mechanisch bedingt): auch das kommt bei Fischen vor. Mit den Fischen wachsen auch die Missbildungen mit und werden im Alter offensichtlicher als im Jugendstadium. Bei Lebendgebärenden könnte auch eine zu hohe Zahl von Jungfischen im Bauch zu diesen Fehlern führen. Möglich, dass eine Verzögerung des Wurfzeitpunktes bzw. ein vorschnelles Abstossen der Eier bzw. Jungfische für Missbildungen verantwortlich ist.
4. Geburtsfehler (genetisch bedingt): vererbte Missbildungen. Mit den Fischen wachsen auch die Missbildungen mit und werden im Alter offensichtlicher als im Jugendstadium.
5. Geburtsfehler (chemisch bedingt) bzw. Aufzuchtfehler: Missbildungen beim Schlüpfen von Fischlarven eierlegender Arten. Die Palette reicht von Missbildungen aufgrund eines zu hohen Nitratwertes (Streifenfehler bei Discusfischen), Mopsköpfigkeit bei Welsen, Maulfehlstellung, Flosseneinschmelzungen- oder Deformationen aufgrund eines zu niedrigen pH-Wertes oder fehlender Calzium-Verbindungen.
6. Verletzungen: Auch kleinste Verletzungen im Larvenstadium (Fischnetz) oder als Jungfisch können sich mit den Alter in Missbildungen (Körper, Flossen, Augen, Haut, Maul) äussern. Ebenso verhält es sich bei Verletzungen durch andere Fische, die irreparabel sind und nicht mehr auswachsen können.
Lg
Jürgen |
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Jürgen Support Team


Mit dabei seit: 31.01.2003 Beiträge: 1257
Wohnort: Mittelgebirge
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Geschrieben: 09.10.2003 - 13:26 Titel: S-förmig gekrümmte Fische |
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Hi noch mal,
zwei Krankheiten in deren Verlauf eine gekrümmte Wirbelsäule auftreten kann :
1. FISCHTUBERKULOSE
Verursacht durch Mykobakterien bricht diese Krankheit vorwiegend bei Schwächezuständen des Organismus, schlechten Lebensbedingungen und Vitaminmangel aus. Unter guten Hälterungsbedingungen können die meisten Fischarten eine Infektion abwehren. Bewohner stark besetzter Aquarien sind besonders gefährdet. Besonders in sauerstoffarmen Zonen (Bodengrund, Mulm, Futterreste) und an gestorbenen Fischen finden Mykobakterien ideale Lebensbedingungen. Die Krankheit kann schleichend verlaufen UND einen seuchenhaften Verlauf nehmen, wobei der gesamte Fischbestand innerhalb weniger Wochen eingeht.
Äussere Anzeichen: Auftreibung des Leibes durch Flüssigkeitsansammlungen in der Leibeshöhle, Abmagerung bis schmaler Rücken (Messerrücken), eingefallene Bäuche, Schuppenausfall und Schuppensträube, offene haustellen, Glotzaugen bis zum Herausfallen der Augen, Wirbelsäulenverkrümmung, blasse Farben, ruckartiges Schwimmen, Bauchrutschen, stark verringerte Reaktionen und Reflexe, Blasswerden, Nahrungsverweigerung, Absondern, "Eckenstehen".
Die genaue Diagnose wird insofern erschwert, als auch viele andere bakterielle oder viröse Erkrankungen gleiche oder ähnliche Krankheitsbilder zeitigen können.
Eine genaue Diagnose ist nur durch eine Sektion und anschliessender Anfertigung von Zupfpräparaten der Organe und Betrachtung unter einem Mikroskop (50:1) möglich. Die Zysten im Bindegewebe haben Ähnlichkeit mit Ichthyopthonus, jedoch im Vergleich dazu sind sie nicht immer rund.
Medikamente: keine
Erkrankten Tieren optimale Lebensbedingungen bieten und auf die Selbstheilungskräfte des Fisches vertrauen. Bei seuchenhaftem Verlauf sollten alle Fische getötet werden, Aquarium und Geräte danach gründlich desinfizieren.
2. PLEISTOPHORA
Pleistophora ist eine Erreger aus der Mikrosporidien-Gattung. Der Erreger parasitiert im Muskelgewebe und bildet dort kugelförmige Zysten (Pansporoblasten). Sie treten bei Meer- und Süsswasserfischen auf. Pleistophora hyphessobryconis ist als Erreger der Neonkrankheit bekannt. Ausser dem Neon-Tetra (Paracheirodon innesi) werden auch andere Salmler-Arten und diverse Kaltwasserfische befallen, jedoch nicht der Rote Neon (Paracheirodon axelrodi). Nachdem der Befall auch bei karpfenähnlichen Fischen auftreten kann ist auch die Möglichkeit gegeben, dass Fische anderer Gattungen, z.B. Lebendgebärende Zahnkarpfen, davon betroffen sein könnten.
Symptome: Verblassen der Farben, weisse Stellen, unterbrochenes Farbband beim Neon-Tetra.
Die Fische schwimmen nachts unruhig umher, schräge Haltung und Verkrümmungen des Rückgrats können Begleiterscheinungen sein.
Diagnose: im Zupfpräparat des befallenen Muskels können Anhäufungen von Pansporoblasten durch ihre dunkle Färbung leicht erkannt werden (275:1). Die 30 µm durchmessenden Pansporoblasten enthalten viele 4-7 µm grosse Sporen. Nach Zerreissen der Zyste werden die Sporen frei und werden im Aquarium von den Fischen mit der Nahrung aufgenommen.
Werden die erkrankten und gestorbenen Fische nicht aus dem Aquarium entfernt, ist eine seuchenartige Ausweitung möglich.
Therapie: Eine sichere Behandlungsmethode gibt es nicht.
(Quelle: Dieter Untergasser: Krankheiten der Aquarienfische, kosmos-Verlag; ergänzt um eigene Anmerkungen)
Lg
Jürgen |
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