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esha2000+exit schaden den Filterbakterien?



 

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chrissi
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Mit dabei seit: 02.11.2005
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BeitragGeschrieben: 02.11.2005 - 18:40    Titel: Frage esha2000+exit schaden den Filterbakterien?

Durch neuen Fischzugang hab ich mir bei meinem Kaltwasseraq. Ichthyo eingefangen, hab die Fische isoliert mit Kombi aus esh200 u. exit 4 Tage lang behandelt. Die Pünktchen sind teilweise zurückgegangen, aber noch nicht vollständig. Da das schon ein Tag mehr war, wie vorgeschrieben, hab ich sie ins große Becken zurück. Dort haben sie aber sofort wieder Symptome gezeigt (kratzen sich an pflanzen und "schießen" beim Schwimmen umher).Mein Stand war, dass die blöden Dinger nach spätestens 4 Tagen ohne Fische tot sind, wenn kein Wirt vorhanden ist, da sie sich ja nur im 2tägigen Cysten-Stadium oder im Schwärmerstadium befinden können...hab auch die Temperatur auf 30 °C erhöht, solange Fische draußen waren, aber dem Verhalten nach sieht mir das genau aus, wie vor ca. 2 Wochen, als mir das Kratzen zum ersten mal auffiel, und ich auf die Pünktchen gewartet hab...die dann auch kamen. Also hab ichs halt doch getan, und mal nur esha 2000(kupferhaltig) ins große Becken gegeben, da hier angegeben ist, dass die Filterbakterien kaum beeinträchtigt werden. Mein 160L Becken mit Außenfilter ist noch nicht ganz eingefahren, daher mach ich mir jetzt Sorgen, ob es nach der Behandlung zu Schwankungen der Wasserwerte kommt? Und kann ich womöglich wieder mit der Kombi weiterbehandeln, oder gibt das den Filterbakterien den Rest? Da das Exit ja spezieller für alle Ichthyo-Arten zu sein scheint. Blöderweise hab ich das mit dem Wasseraufbereitungsmittel jetzt erst gelesen. Hab natürlich erst vor ein paar Tagen Wasserwechsel gemacht...muss ich das nochmal ohne Aufbereitungsmittel? Bin übrigens sehr dankbar, dass es so ein Forum gibt!
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 02.11.2005 - 20:07    Titel:  

Hallo Chrissi,

>> Mein Stand war, dass die blöden Dinger nach spätestens 4 Tagen ohne Fische tot sind, wenn kein Wirt vorhanden ist

Ja, das stimmt schon, schon nach etwa 12 Stunden ohne Wirt sterben die infektiösen Schwärmer ab. Dass es wieder zu einer Vermehrung nach dem Umsetzen gekommen ist hängt also nicht damit zusammen, dass etwa noch Ichthyo-Schwärmer im Becken wären, sondern ist vermutlich in dem Stress zu suchen, dem die Fische beim Umsetzen ausgesetzt sind, der eine weitere Vermehrung des Erregers am Fisch verursacht. Bei Stress sind die Fische anfälliger auf nahezu alle Arten von Krankheiten. Die Fische können nach einer sichtbaren Erkrankung eine Art Immunität erwerben, die Bernd Kaufmann aber Prämunität nennt, das heisst, Erreger und Wirt leben solange friedlich zusammen bis das Immunsystem des Fisches geschwächt genug ist, dass er dem Erregerdruck nicht mehr standhalten kann und sichtbar erkrankt.

Beim malachitgrünhältigen Präparat ist es schon sehr schwer, die Filterflora nachhaltig zu schädigen, da müsste schon eine dreifache Überdosis rein, damit das messbar wäre. Anders siehts natürlich mit der Mikrofauna aus, die wird bei einer Medikamentenbehandlung, die auf Einzeller ausgerichtet ist, gleich stark mit 'abgetötet' oder zumindest nachhaltig geschädigt.
Die Anwendung des WA-Mittels einige Stunden vor dem Beginn der Behandlung beeinträchtigt die Wirkung fast aller Medikamenten kaum mehr. Schwerwiegender als das WA-Mittel 24 Stunden vorher können jedoch viele Wurzeln, Torf und Langzeitdünger für Pflanzen (unter dem Kies) das Medikament beeinträchtigen oder sogar unwirksam machen.
Es ist auch empfehlenswert, die ersten 3 Tage während der Behandlung die Beleuchtung auszuschalten - Malachitgrünoxalat ist lichtempfindlich.

Das Exit ist schon ganz gut geeignet gegen Ichthyo, gegen Oodinium würde ich es nicht verwenden (wenn du damit weitere 'Ichthyo-Arten' meinst). Die Temperaturerhöhung hat schon gepasst so, wobei 30 °C für Kaltwasserfische (welche Arten) schon eine ordentliche Packung ist. Zusätzlich solltest du jedenfalls bei 'hartnäckigem Ichthyo' jodfreies Meersalz anwenden, in diesem Fall als Therapeutikum im Dauerbad 2g/l voraufgelöst über 2 Stunden ins Aquarium geben.
Lass das eSHa 2000 mal weg und erhöhe die Dosis des Exit auf das 1,2 fache, also statt 20 Tropfen auf 100 Liter 22 Tropfen. Ebenso bei der Dosierung des 2. und 3. Tages. Sollte am 4. Tag noch keine deutliche Besserung eingetreten sein, verlängere die Therapie um weitere 3 Tage, an denen du die Dosierung des 2. Tages zugibst.
Das alles unter der Voraussetzung, dass deine Diagnose Ichthyophthirius richtig war und wir es nicht mit einem anderen 'Feind' zu tun haben.

Lg
Jürgen
chrissi
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BeitragGeschrieben: 04.11.2005 - 15:42    Titel:  

Hallo Jürgen, vielen Dank für Deine superschnelle Beratung!
Leider hat sich die "Ichthyo"-Situation eher verschlimmert... seit 2 Tagen gebe ich jetzt exit in der 1,2 fachen Dosis ins abgedunkelte Becken...und besonders an meinen 2 schwachen Fischen (die von Anfang an Symptome hatten, im Gegensatz zu den übrigen) sind die Flossen regelrecht überstreut - sieht laut Literaturbeschreibung und was ich so aus Deinen übrigen Antworten entnehmen konnte jetzt eher aus wie Oodinium. Die Pünktchen sind nicht mehr so scharf umgrenzt und kleiner.
Die Wirkungsbeeinträchtigung durch Langzeitdünger- ist damit auch "Bodengrund" gemeint oder nur extra zugegebene Düngemittel die in den Boden kommen? Wenn ja, was soll ich dann tun -Bodengrund ist ja auch noch nicht alt, da Aquarium in Einfahrphase.. Möchte Fische nicht mehr ins Quaratänebecken geben- das Umsetzen hat sie sehr gestresst wie es scheint....
Zum emfohlenen Salzbad - die fische werden über 2 h in die Salzlösung gegeben ?(oder kommt das Salz doch ins Aquarium und wird anschließend durch WW entfern..?)
Falls nun ein Oodinium dazugekommen ist, soll ich das esha wieder kombinieren mit exit ? (du hast mal jemand empfohlen, bei oodinium Cu-haltig AM mit exit zu kombinieren)
Danke für Deine Mühe ! lg Chrissi
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 06.11.2005 - 17:42    Titel:  

Hallo,

Ja, ich meinte den Langzeitdünger. In manchen Aquarien haben sich diese Substrate als 'Langzeitfischtöter' herausgestellt, gleichgültig, von welchem Hersteller du das Zeug kaufst. Jedenfalls kann es bei Nichtverwendung eines Bodenheizkabels durchaus zu reduzierenden Prozessen im Bodengrund kommen, die für ständige Anwesenheit von Schwefelwasserstoff (sehr giftig) im Aquarium sorgen können.
Ich möchte diese Substrate nicht schlecht machen, hatte aber erst unlängst einen Fall, in dem sich ein chronisch kränkelnder Fischbesatz erst nach dem Entfernen dieses Substrates wieder erholt hat.
Das Salzbad selber wäre als Dauerbad IM Gesellschaftsaquarium gedacht gewesen, aber es ist durchaus möglich, die Fische im Kurzbad (Kübel) zu behandeln. Es kommt dann halt der Umsetzstress dazu, ausserdem könnte man dann die Salzkonzentration, damit sie wirksamer ist, erheblich erhöhen (bis 3 g/l, abhängig von der Fischart).
Wenn du ein Qu-Becken hast, dann verwende es auch. Es ist nicht vernünftig, Kupfer in sein Aquarium einzubringen, es wirkt sich noch lange Zeit negativ auf das gesamte biologische System aus.
Oodinium ist nicht leicht zu behandeln. Schon möglich, dass es sich bei deinen Fischen um diesen Flagellaten handelt. Man kann ihn aber ganz gut mit kupferhältigen Mittelchen bekämpfen. Die Kombination Exit und sera Oodinopur hat sich bei mir in mittelhartem Wasser mit pH-Werten nicht unter 7 sehr gut bewährt, v.a. wenn eine Mischinfektion mit Ichthyo vermutet wird. Auch sehr resistente Stämme von Ichthyo, die immer problematischer werden, lassen sich so gut bekämpfen.

Lg
Jürgen
chrissi
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BeitragGeschrieben: 06.11.2005 - 20:49    Titel:  

Hallo, kurzer Lagebericht: Fische befinden sich alle wieder im Quarantänebecken im Dauer-Salzbad mit 3g/L, Exit und Esha2000, und schon nach einem Tag sind bei einem der beiden befallenen Fische die Pünktchen deutlich zurückgegangen...der andere, schwächere ist stark befallen und zwar am ganzen körper, ich hoffe, ich bekomme ihn auch durch, aber wenigstens scheint es jetzt anzuschlagen...nochmal vielen Dank (zumal ich inzwischen noch viele andere Beiträge zu diesem Thema gefunden hab, und du ja offenbar täglich die gleichen Fragen beantworten musst..; )
Also nochmal ein herzliches Dankeschön
Chrissi
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