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Infusorien/Pantoffeltierchen/Augentierchen+Co



 

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Leo
Zoo-Direktor
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BeitragGeschrieben: 31.12.2003 - 17:42    Titel:  Infusorien/Pantoffeltierchen/Augentierchen+Co

Hallo!

Ich mach mir gerade Gedanken Kratz über diese Infusorien genannten Tierchen, die man als Erstfutter für viele Jungfische braucht.
Da gibts ja viele, viele mehr oder weniger aufwendige "Kochrezepte". Lesen
Meine Erfahrungen beschränken sich auf den Einsatz von Filtermulm.
Dann könnte ich mir vorstellen, daß ein Büschel Javamoos auch jede Menge dieser Tierchen enthält (steht ja oft zu lesen - bei Fischen, die sich "im Daueransatz" vermehren, für genügend Javamoos sorgen...)

Die "Alten Opa-Aquarianer" haben einfach einen Heuaufguß gemacht, oder getrocknete Salatblätter direkt ins Becken gebröselt, ich lese auch von Bananenschalen- Aufguß. (Muß dazu die Schale getrocknet sein?)
Irgendwo hab' ich auch von Zuckerrübenschnitte mit Wasser aufgegossen gelesen.

Meine Frage ist die: Man kann die Tiere ja unterm Mikroskop anschauen.
Die Pantoffeltierchen und die Rädertierchen/Glockentierchen scheinen gut geeignet zu sein.
Wie sehen die "unerwünschten" Tierchen aus? Frage Teuflisch!
Und: Um die kontiunierlich in gleichbleibender Form zu haben, möchte ich gerne im Sommer im Freien eine solche Kultur aufstellen, die riechen ja nicht gerade apettitlich Bin erledigt! - und dann in Eiswürfelform einfrieren - halten die das aus? Das wär' nämlich irre praktisch...(könnte ich machen, wenn meine Frau wieder auf Wienwoche ist... Mr. Green ) Oder müssen die "Fangfrisch" sein?
noch eine interessante Anleitung vom Nachbarforum:
->hier

Liebe Grüße!

Leo
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 31.12.2003 - 23:33    Titel: Hinweis Re: Pantoffeltierchen

Hi Leo,

ein interessantes Thema hast Du da angeschnitten. Leider kann ich zu den "unerwünschten" Begleitorganismen einer Rädertierchen-Zucht nicht viel sagen, dazu hab ich mich zu wenig eingelesen in die Materie und hatte auch nie einen Anlassfall. Rädertierchen hab ich selber immer nur "getümpelt".
Zu den Methoden Pantoffeltierchen herzustellen: Die Salat- oder Bananenschalen-Methode hat bei mir eigentlich nie geklappt, vielleicht weil beide mehr oder weniger immer gespritzt oder "zu Clean" waren. Für den Erfolg meiner Kulturen waren immer zwei "Zutaten" erforderlich:

1. organisches Material
2. Pantoffeltierchen selber (die als Trockenstadium auf Salat, Zuckerrüben oder Bananen nicht immer vorhanden sind)

Beides, nämlich org. Material und eine sichere Ausgangskultur von Pantoffeltierchen ist im Aquarium im Überfluss vorhanden: Wasserpflanzen!
Ich hab das so gemacht: eine gute Handvoll Wasserpflanzen-Rückschnitt in ein Gurkenglas (oder eine aufgeschnittene Pet-Flasche) geben, das Glas mit einer Scheibe abdecken und das ganze dunkel und nicht zu kühl stellen.
Die Wasserpflanzen zersetzen sich durch den Lichtmangel innerhalb von 2 Wochen zu einer stinkenden Brühe. Sehr gut geeignet und im Überfluss vorhanden war dafür Hornkraut (Ceratophyllum), es wird aber auch mit Wasserpest oder Ludwigien genausogut funktionieren. Wenn man nicht zu viel Pflanzenrückschnitt hat kann man noch eine halbe Futtertablette als Bakterienfutter in den Ansatz geben.
Nachdem sich die Pflanzen zersetzt haben wird das Wasser im Ansatz schnell trüb und beginnt zu "müffeln". Jetzt sind die Bakterien dran und verarbeiten die Zersetzungsprodukte der Pflanzen und der Futtertablette. Nach weiteren 1-2 Wochen schliesslich klärt sich das Wasser plötzlich wie von "Zauberhand" - Pantoffeltierchen haben sich vermehrt und fressen die Bakterien auf. Der Ansatz ist jetzt fast sauerstoffrei, nur in der obersten Wasserschicht an der Übergangszone zur Luft ist noch ein wenig Sauerstoff vorhanden. Die Pantoffeltierchen sammeln sich am Glasrand an der Wasserlinie in einer dicken Schicht und können von dort mit einer Pipette ml-weise abgesaugt und direkt ins Becken zum Verfüttern gegeben werden.
Durch die Sauerstoffarmut im Ansatz können sich kaum andere (möglicherweise schädliche) Ein- oder Vielzeller vermehren.
Interessanterweise findet im Gurkenglas dann eine Art "Kreisverkehr" der Pantoffeltierchen statt. Die Pantoffeltierchen steigen am Glasrand langsam nach oben und sinken zentriert in der Mitte des Ansatzglases trichterförmig (ähnlich einer statischen "Windhose") wieder zum Glasboden zurück. Wenn man das Glas gegen das Licht hält kann man diesen verkehrten "Aufzug" sehr gut beobachten.
Keine Ahnung, warum sie das tun, vielleicht weil ich den Ansatz immer, wenn er mal P. enthielt, auf einer Aquarienabdeckung stehen hatte und die Wärme der Lampen für diese Wasserzirkulation sorgte. Jedenfalls wurden die P. so recht schön in der Mitte und am Rand des Zuchtansatzes konzentriert.
Der Ansatz hat dann etwa 2-3 Wochen, je nach Grösse des Ansatzbehälters, gehalten, dann bricht die Kolonie zusammen und man muss für Nachschub sorgen. Wenn sich das Wasser geklärt hat und Pantoffeltierchen vorhanden sind kann man mit täglicher Zugabe von einigen Tröpfchen Milch für stärkeres Bakterienwachstum und damit stärkerer Vermehrung der P. sorgen und die Standzeit verlängern, allerdings "kippt" dann der Ansatz möglicherweise schneller.
Für den Ansatz hab ich Aquariumwasser verwendet. Verdunstetes Wasser kann man mit abgestandenem Frischwasser ergänzen.
Ob man damit allerdings solche Mengen "produzieren" kann dass man sie einfrieren könnte - müsste man ausprobieren. Normalerweise sollte es funktionieren, zumindest einige Portionen für den Notfall herzustellen. Ich denke auch dass das Einfrieren die Pantoffeltierchen selber nicht "platzen" lässt (ähnlich wie Tubifex) und die dann "matschig" und unbrauchbar werden können. Übrigens sollte als "todsicherer" Ansatz ein Esslöffel Erde in der Nähe eines Misthaufens, die bei Regen mit ausgewaschener Gülle "verseucht" wird, herhalten können. Als stärke- oder zuckerhaltige Nährstoffquelle für die Bakterien sind dann Zuckerrübenschnitzel (oder jede andere Rübenart, z.B. Kohlrabi) gut geeignet.

Lg
Jürgen
Leo
Zoo-Direktor
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BeitragGeschrieben: 01.01.2004 - 19:57    Titel:  ...werds probieren...

Hallo!

Werde, wenns dann draußen wärmer wird, was probieren und unterm Mikroskop verfolgen....werde auch probieren, ob die Viecher nach'm einfrieren wieder aufwachen - oder platzen - ...
einmal mit Heu...
mit Gülle-Schlamm - Mmmm...lecker! Mr Anonymus (Wann fährt die Gitti endlich nach Wien?)
mit Bananenschalen
mit Salatblättern
mit Wasserpflanzen - da sollte am Ende das gleiche herauskommen, wie beim Filtermulm...

Was mich in Punkto Infusorien stutzig Kratz macht: Einerseits sollte das Zuchtwasser picco-bello "Sauber und frei von Infusorien-Bildungen" sein, andererseits werden die Infusorien dann ja doch wieder gefüttert...
übrigens: unterm Mikroskop fängts beim Heu und beim (vorher getrockneten) Salat ordentlich an, zu "wurlen" Banger - das ist amtlich, habs aber schon ewig nicht mehr gemacht&angeschaut....

Was mir noch eingefallen ist: wären Hefezellen nicht auch was? (klein, eiweißreich, vitaminreich, nahrhaft, gut für die Haut. Very Happy ..)
...oder "blahts" dabei die Fischlis auf, oder versaut man sich damit das Wasser ganz und gar... Frage Frage


Liebe Grüße!

Leo
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