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Geschrieben: 20.09.2003 - 11:49 Titel: Piranhas am Badestrand |
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Piranhas am Badestrand in Thüringen
Erfurt. Piranhas im Erfurter Kiessee? Als André Pleikies das hörte, glaubte er an einen Scherz. Dann sah der Geschäftsführer des Thüringer Angelfischereiverbandes selber die toten Süßwasserfische am Strand liegen. In diesem Sommer wurden die rund 30 Zentimeter großen Fische wieder gesichtet. Zwar sind Piranhas als gefährlich verschrien, diese Exemplare seien jedoch harmlos gewesen, beschwichtigt Pleikies. Dennoch sind Umweltschützer nicht glücklich über exotische Tiere in freier Natur, die eigentlich nicht nach Deutschland gehören.
Vermutlich haben überforderte Tierliebhaber die Piranhas, die ursprünglich in Südamerika zu Hause sind, in das Erfurter Gewässer entlassen, sagt Pleikies. "Wenn sie zu groß werden, passen sie nicht mehr ins Aquarium." Inzwischen lebten alle möglichen Zierfische in deutschen Seen. Beispiele seien neben Goldfischen auch Schleierschwänze, Guppys oder viele Schmuckschildkröten.
Nach Angaben des Rostocker Forschers Ragnar Kintzelbach gibt es rund 1400 fremde Tierarten, die in Deutschland heimisch geworden sind. Denn während Piranhas die deutschen Winter nicht überleben, haben andere "Einwanderer" damit keine Probleme. So seien Waschbären, entwischte Nutrias, Marderhunde oder der Bisam hart im Nehmen, sagt der Artenschützer Siegfried Klaus von der Umwelt-Landesanstalt in Jena.
Diese ungewollte Artenvielfalt schafft Probleme, weiß Klaus. Pleikies ergänzt: "Es findet ein Verdrängungswettbewerb statt." Noch schlimmer sei die Verfälschung der Tierwelt. Wenn beispielsweise die zwei Karpfenarten wie die heimische Karausche und der fremde Goldfisch sich zusammentäten, käme da "irgendetwas bunt Geschecktes" als Nachwuchs heraus.
Tierbesitzer sollten Exoten nicht einfach ihrem Schicksal über-lassen, mahnt Klaus. Auch zu groß gewordene Piranhas gehörten besser zurück in den Zierfischhandel.
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