Steppenlemminge (Lagurus lagurus)
Lemminge werden
noch nicht lange als Heimtiere gepflegt. Dennoch sind sie unter gewissen
Voraussetzungen beinahe ideale Pfleglinge.
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Es könnte ihnen eine gewisse Zukunft als exotische Nager bevorstehen, denn sie haben bei der Pflege als Haustier einige Vorteile:
- sie riechen nicht unangenehm
- brauchen nicht viel Platz
- sie
sind nicht krankheitsanfällig
- sie sind hübsch
und sehen ungewöhnlich aus
- sie sind einfach zu halten und nicht aggressiv
- ihr Verhalten
ist unbeschreiblich witzig
Steppenlemminge stammen ursprünglich aus Zentralasien, Ukraine, Mongolei und leben in Steppen (Name!), wo sie häufig vorkommen. Man kann sie das ganze Jahr über im Freien pflegen, sie pflanzen sich auch im Winter trotz Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit fort, ohne zu erkranken. Allzu hohe Wärme vertragen sie nicht - dann muss ausreichend Trinkwasser bereitstehen.
Die Pflege kann in alten Aquarien oder in richtigen Terrarien
erfolgen, oder auch in engmaschigen Mäusekäfigen.
Als Einstreu kann man die normalen Weichholzspäne nehmen, Hanfstreu oder
Stroh. Etwas trockene
Naturerde sollte man immer darunter mischen. Eine dickere Lage weiches Stroh
und Heu wird schön zu einem großen Nest verbaut, das oberirdisch sein kann.
Gerne wühlen sie in der Einstreu und graben sich hindurch,
daher sollte die Bodenschicht auch nicht zu flach sein. Ein paar Wurzeln,
Steine oder Nagerhöhlen zur Strukturierung werden gerne genutzt. Sie können
auch gut klettern und sich mit ihren Vorderpfoten am Gitter entlang hangeln.
Springen können sie anscheinend nicht. Auch Sandbäder nehmen sie gerne, genau wie Rennmäuse es tun. Das ist
auch notwendig zur Gesunderhaltung des Fells.
Die Ernährung ist einfach: Getreide und Samen, alle möglichen Körner. Grassamen, Wellensittichfutter, Kanarien- oder Waldvogelfutter, Kolbenhirse, Unkrautsamenmischung, Gemüse- und Grünzeugstückchen, frisch und getrocknet, also Möhre, Sellerie, Löwenzahn, Gras, Moos, Kräuter, frisches Laub, Blüten, Klee, frisch oder getrocknet.

Vorsicht mit Obst! Am ehesten noch Apfelstückchen, aber selten, da sie
süße Sachen möglicherweise nicht vertragen! Wasser brauchen sie auch und
ab und zu ein paar Mehlwürmer. Wie für alle Nager ist auch ein Nage- oder
Salzstein wichtig.
Als Frischfutter dient Grünzeug wie beispielsweise verschiedene Süßgräser
und Beifuß und Wermut (Artemisia spec.) Gräser, Knollen, Tulpenzwiebeln,
Steppenkräuter, Moos, Salat (ungespritzt!!), Vogelmiere, frische Laubbaumzweige
und etliche Arten Laubblätter (wie Haselnuß, Weide, Ahorn, ) werden abgenagt,
Möhrenstückchen sind sehr beliebt. Sie fressen gern und viel frisches Gras, Löwenzahn usw.
Diese Grünfutterteile werden oft ins Nest geschleppt, wenn nicht gleich
sofort an Ort und Stelle gefressen. Was sehr lustig aussieht, wenn so ein
Winzling sich mit einem Blatt, das drei mal so groß ist wie er selber, beschäftigt!
Man sollte bei der Fütterung auf zuckerarme Kost achten, da eine mögliche Unverträglichkeit besteht. Außer Apfel (selten!) am besten kein Obst geben! Keine Futterexperimente machen! Kekse, Schokolade, Drops, Gewürztes usw. auf keinen Fall geben!! Sie vertragen auch kein Futter, in dem irgendwelche probiotischen Substanzen sind! Z.B. in dem Rennmausfutter Gerrie Gerbil sind solche Stoffe. Darankönnen die Tiere sterben! Also keinesfalls anbieten!!

Männchen
der Steppenlemminge

Weibchen
der Steppenlemminge
Vermehrung: Tragzeit bei 23/24 Tage, anderen Angaben zufolge 18-26 Tage. Mit ca. 11 Tagen die Augen offen. Mit 4 Wochen selbständig.
Geschlechtsreife: mit ca. 30-60 Tagen (?) wie immer hängt dies sehr von der individuellen Entwicklung, der Fütterung und der Haltung ab! Ein harmonierendes Paar wird sich munter immer wieder fortpflanzen – also Achtung, damit es nicht zu viele werden! Notfalls reine Männchen- und Weibchengruppen bilden. Männchengruppen oder Paare sind sehr verträglich, sie müssen sich nur kennen. Fremde Tiere streiten immer –auch die Weibchen!
Die Jungen können unbegrenzt bei den Eltern bleiben, normalerweise wird nur das Stammweibchen tragend (nicht immer!). Inzucht ist meiner Erfahrung nach völlig unbedenklich.
Sonstiges: Es gibt 3 Arten der Gattung Lagurus, 2 in Asien, 1 in Amerika. Genaugenommen sind Lemminge Wühlmäuse. Gesellig lebend, kleine Gruppe oder paarweise halten. Keine Einzelhaltung!
Will man fremde Tiere zusammengewöhnen, hilft im Notfall ein „Duftbad“, um den Eigen- und Fremdgeruch auszugleichen. Danach klappt es! Meistens ist es aber nicht nötig. Nur erwachsene fremde Tiere kann man nicht so einfach zusammensetzen! Lemminge sind recht kurzlebig und sollen nur bis ca. 2 Jahre alt werden.
Wie die Mongolischen Wüstenmäuse, die auch ähnlich zu halten sind, sind
Lemminge nicht streng tag- oder nachtaktiv, sondern haben einen Wach-Schlafrhythmus
von einigen Stunden.
Haltungsbeschreibung:
nach einer Vorlage von Friedrich Braun
http://www.tiere-und-mehr.de