Die Sinnesleistungen des Hundes:
Der Geruchssinn


Hundewelpen kommen mit geschlossenen Augen und Ohren auf die Welt. Um sich in ihrer Umwelt zu orientieren, haben sie bereits ein Temperaturempfinden. Sie tasten sich an den Läufen ihrer Mutter entlang und finden zur warmen Milchquelle. Eine der Sinnesleistungen ist von Geburt an sehr gut ausgebildet: Die Welpen können bereits riechen.

Eine gute Spürnase ist kein Zufall

Ein kleiner Hund wie ein Yorkshire Terrier hat wesentlich weniger Riechzellen als zum Beispiel ein Labrador: Deshalb muss eine Nahrung für einen kleinen Hund einen intensiven und für ihn angenehmen Geruch haben.

Hunde sind Makrosmaten
Hunde 'sehen' ihre Umwelt mit der Nase. Der Fachausdruck Makrosmat leitet sich aus dem Griechischen ab (osmé: Geruch). Mit der Endung at heißt es soviel wie Säugetier mit gutem Riechvermögen. Das Leistungsvermögen des Geruchssinns ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die im Tier selbst begründet sind.
Aber auch die Umwelt spielt eine wichtige Rolle. Beim Hund selbst ist zu unterscheiden zwischen den angeborenen Eigenschaften, dem momentanen Status und den erlernten Fähigkeiten.

 

Größe der Riechschleimhaut

Anzahl der Riechzellen (Mio.)

Mensch

5 cm²

20

Katze

20 cm²

60

Dackel

75 cm²

125

Deutscher Schäferhund

200 cm²

200


Angeboren ist eine hohe Anzahl Riechzellen, mit denen Hunde in der Lage sind, mehr als 50 verschiedene Geruchsklassen zu unterscheiden und auch einen einzelnen Geruch aus vielen anderen heraus zu filtern. Die Riechzellen sind auf einer relativ dicken und großen Riechschleimhaut angesiedelt. Die Verbindungen von der Riechschleimhaut zum Gehirn sind besonders gut entwickelt. Das Riechzentrum im Gehirn gehört zum limnischen System des Gehirns und löst beim Hund angenehme oder auch unangenehme Gefühle aus.

Das Riechvermögen ist bei den einzelnen Hunden unterschiedlich
Große Hunde mit langem Fang haben mehr Riechzellen und eine größere Riechschleimhaut als kleine oder kurzköpfige Hunderassen. Dunkel pigmentierte Hunde verfügen über ein höheres Riechvermögen als wenig pigmentierte Tiere. Hündinnen können in der Regel besser riechen als Rüden, dies gilt jedoch nicht für alle Duftstoffe und nur zu bestimmten Zeiten des Zyklus.

Wie arbeitet der Geruchssinn?
Um einen Geruch aufzunehmen, ziehen die Hunde Luft ein und lassen sie über der Nasenschleimhaut stehen. Die Luft wird nicht, wie bei einem normalen Atemzug, direkt eingeatmet, sie bleibt im Nasenraum. Dies erhöht die Zeit, in der die Hunde die Duftmoleküle wahrnehmen können. Dieser Vorgang ist deutlich zu hören: Die Hunde schnüffeln. Um die Duftmoleküle wahrnehmen und klassifizieren zu können, bedarf es einer gewissen Feuchtigkeit und Erfahrung. Sonne, Wind, eine niedrige Luftfeuchtigkeit und Temperatur können die Riechleistung eines Hundes negativ beeinträchtigen. Die Hunde müssen die einzelnen Gerüche kennen lernen. Spürhunde werden in einzelnen Aufbaustufen mit den verschiedenen Geruchsquellen vertraut gemacht. Bei Fährtenhunden wird auf verschiedenen Bodenarten trainiert, um die Hunde an den unterschiedlichen Geruch der Erde und des Bewuchses zu gewöhnen.
Um einen Geruch zu erkennen und sein spezifisches Geruchsbild zu erlernen, bedarf es einer gewissen Zeit (Latenzzeit). Dies gilt auch bei der Entscheidung, ob ein Hund eine ihm angebotene Nahrung akzeptiert oder nicht. Wenn ein Hund eine Nahrung zum ersten Mal erhält, wird er sie des halb zunächst einmal mit der Nase kontrollieren und dann diesen Geruch speichern.

Die Riechleistung ist trainierbar.
Bei der Ausbildung von Hunden, bei denen der Mensch ganz besonders dessen Riechvermögen nutzt, werden die einzelnen Ausbildungsziele intensiv positiv verstärkt. Ob der Hund nun Drogen finden, Sprengstoffe anzeigen, Schimmel entdecken, vermisste Personen finden, Hautkrebs erkennen oder vor einem epileptischen Anfall warnen soll: Die Riechleistungen des Hundes werden durch Spieleinheiten belohnt und das Suchverhalten damit verstärkt.

Ein gut trainierter Spürhund kann kleinste Mengen Geruchsmoleküle wahrnehmen und auch dann erkennen, wenn andere Gerüche wesentlich intensiver sind. So lässt sich zum Beispiel ein Drogenspürhund nicht überlisten, indem man das Rauschmittel in einem Schinken versteckt.

                Die Hundenase - ein hochspezialisiertes Organ

Das Geruchsvermögen ist die erste Sinnesleistung, die abnimmt, wenn ein Hund älter wird. Dies muss bei der Nahrung für Hunde in der 2. Lebenshälfte berücksichtigt werden.

Der Geruch einer Nahrung ist für die Akzeptanz ein entscheidender Faktor. Verweigert ein gesunder Hund die Nahrungsaufnahme, kann das Anfeuchten der Kroketten den Geruch intensivieren und die Akzeptanz steigern. Ein bestimmter Geruch wird vom Hund mit einem Gefühl verbunden. Eine Nahrung kann deshalb nicht nur angenehme, sondern auch unangenehme Gefühle auslösen. Wenn zum Zeitpunkt der Nahrung etwas für den Hund unangenehmes geschieht, zum Beispiel etwas umfällt oder jemand in unmittelbarer Umgebung schreit, kann es sein, dass der Hund versucht, diese mit einem bestimmten Geruch verbundene Situation zu meiden: Er frisst nicht. Hunde sollten deshalb in einer für sie vertrauten Umgebung und in Ruhe gefüttert werden, damit nicht nur das Fressen allgemein, sondern auch die Aufnahme dieser Nahrung positiv verknüpft wird. Diese gefühlsmäßige Reaktion des Hundes kann auch erklären, warum ein Hund so gern Leckereien annimmt: Sie werden meistens vom Besitzer mit einem positiven Signal (Lob mit hoher Stimme) gegeben. Ein kranker Hund, der nicht fressen mag, nimmt häufig noch ein Leckerchen an. Die reguläre Nahrung - aus der Hand und mit Lob nach einer lobenswerten Situation - hätte wahrscheinlich denselben Effekt. Die Nase gilt als das wichtigste Sinnesorgan des Hundes und ist allen anderen Sinnesleistungen überlegen. Dieser Geruchssinn kann vom Menschen nicht nur genutzt werden - die hoch entwickelten Riechleistungen des Hundes müssen auch bei Haltung und Fütterung respektiert und berücksich tigt werden.
Das Geruchsvermögen ist die erste Sinnesleistung, die abnimmt, wenn ein Hund älter wird. Dies muss bei der Nahrung für Hunde in der 2. Lebenshälfte berücksichtigt werden.

Text, Bilder: © Royal Canin