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Meine Wasserwerte



 

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tommi231
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Mit dabei seit: 18.10.2005
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BeitragGeschrieben: 18.10.2005 - 18:45    Titel:  Meine Wasserwerte

Hallo, ich bin neu hier im Forum. Seit kurzem habe ich ein Aquarium und möchte jetzt mal wissen, ob meine Wasserwerte in Ordnung sind. Hier die Werte: Nitrat 0-20, Nitrit 0,5, PH 7-8, KH 7-10, GH 0-2.
Danke im voraus schon mal für die Antworten.

Thomas
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 19.10.2005 - 14:08    Titel:  

Hallo Thomas,

Die Messungen scheinen mit Teststäbchen gemacht, jedenfalls sind sie nicht aussagekräftig. Eine Relevanz würde sich zudem erst mit dem geplanten oder bereits vorhandenen Fischbesatz ergeben.
Augenfällig ist erstmal der erhöhte Nitrit-Gehalt mit 0,5 mg/l. Er schliesst einen Besatz vorerst einmal aus bzw. verlangt entsprechende Gegenmassnahmen.
Das Verhältnis Karbonathärte-Gesamthärte ist so krass, dass entweder ein Messfehler vorliegt oder mit einer Wasseraufbereitung gearbeitet wird. Die KH kann in diesem Ausmass nicht grösser sein als die Gesamthärte, die sich aus KH und Resthärte zusammensetzt. Am besten mit einem Titrations-Test (Tröpfchentest) noch einmal messen, in dieser Zusammensetzung ist das Wasser für aquaristische Zwecke unbrauchbar.

Lg
Jürgen
tommi231
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BeitragGeschrieben: 19.10.2005 - 16:57    Titel:  

Wie kann ich denn die Wasserwerte anpassen, bzw. richtig stellen??? Rotwerd
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 20.10.2005 - 00:21    Titel:  

Thomas,

Wie lange hast du das Aquarium schon in Betrieb?
Werfen wir mal einen Blick auf deine Werte: ein ungenauer 5-er Pack, typisch für Messstäbchen. Diese Messstreifen sind nicht mal so schlecht, vor allem wenn man noch nicht in der Materie 'Wasserwerte' drin ist, die wichtigsten Ergebnisse werden wenigstens hinreichend genau geliefert: pH-Wert und Nitrit-Gehalt können zumindest so beurteilt werden, dass man sein Handeln bei gravierend von der Norm abweichenden Ergebnissen ausrichten kann.

>> Nitrat 0-20, Nitrit 0,5, PH 7-8, KH 7-10, GH 0-2.

Der Nitratgehalt, NO3: Null ist gar nicht mal optimal, v.a. wenn man ein zufriedenstellendes Pflanzenwachstum vorweisen möchte. Wenn du später einen Wert um die 10 mg/l halten kannst (und das sollte möglich sein, wenn der Gehalt nicht schon im Leitungswasser sehr hoch ist) sind o.k., auch bei höheren Gehalten würde ich mir keine Sorgen machen. Ab 25 mg/l können sich verstärkt Algen zeigen, v.a. wenn noch andere Parameter (Lichtqualität und Quantität, Temperatur, Verfügbarkeit anderer wichtiger Pflanzennährstoffe) nicht passen. Ab 50 mg/l ist Leitungswasser in Österreich nicht mehr geeignet. Höhere Gehalte stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Ab etwa 100 mg/l wird das Wachstum der Fische bereits beeinträchtigt, empfindliche Arten wie Zwergbuntbarsche können jedoch bereits bei niedrigeren Gehalten ihre typischen Krankheiten (Glotzaugen, Bauchwassersucht, höhere Anfälligkeit für Fischtuberkulose) zeigen.
Der Wert 0-20 sagt eigentlich gar nichts aus. 0 kanns nicht sein, 20 wirds nicht sein, begrenzt wird die Genauigkeit dieser Schätzung einfach durch die Ungenauigkeit des Farbindikators auf dem Messstreifen. Die einzige Aussage, die sich daraus ableiten lässt, ist die Vermutung, dass der Nitratgehalt nicht höher als 20 mg/l sein dürften. Vorerst ist das also o.k.

Nitrit No2: Es entsteht, wenn Fische Eiweissverbindungen (Futter) aufnehmen, in seine Bausteine zerlegen und einen Teil davon wieder ausscheiden. Es liegt dann als Ammonium (bei pH-Werten bis 7) oder Ammoniak (bei pH-Werten ab 7) vor. Dein gemessener pH-WErt soll zwischen 7 und 10 liegen. Wenn er z.B. bei 8,5 liegt, kann ziemlich viel Ammoniak vorhanden sein. Es wirkt sehr giftig auf Fische. Ebenso das Nitrit, aber eine Spur harmloser. Nitrit sollte immer unterhalb der Nachweisgrenze sein. Berechtigte Sorgen muss man sich ab 0,2 mg/l machen, v.a. wenn man neue Fische zusetzt. Gehalte bis 1 mg können von den Fischen, wenn sie sich anpassen können, vertragen werden, manchmal auch höhere. Problematisch wirds, wenn man neue Fische aus nitritfreiem Wasser zusetzt, sie können innerhalb weniger Stunden sterben. Die Folgen von eines zu hohen Nitritwertes sind oft Weisspünktchenerkrankungen oder bakterielle Erkrankungen. Senken kann man den Nitritgehalt (es ist kein Wasserwert im klassischen Sinn) durch Reduktion der Futtermenge, wenn schon Fische im Becken sind, durch tägliche Teilwasserwechsel von bis zur Hälfte des Beckenvolumens (wenn notwendig 2x über den Tag verteilt). Der Filter darf nicht gereinigt werden. Man kann noch biologische Abbauhilfen zugeben, also Präparate, die Nitrit abbauen helfen.
Das Nitrit-Problem tritt in der sog. Einlaufphase auf, d.h. nach dem Fischbesatz bildet sich eine gewisse Menge Ammonium oder Ammoniak, das dann von Bakterien in Nitrit umgewandelt wird. Später bilden sich auch Bakterien, die dieses Nitrat in harmloses Nitrat umwandeln. Aber die Reihenfolge ist immer so: Eiweissverbindungen - Ammonium/Ammoniak - Nitrit - Nitrat.
Der ganze Zauber dauert etwa eine Woche, dann hat man vor Nitrit Ruhe. Bei Medikamentenbehandlungen kann man allerdings dieses Gleichgewicht wieder stören, auch grobe Filterreinigung oder Filterschwammersatz oder ein 'Osterputz' im Aquarium kann böse Folgen zeitigen. Im Optimalfall provoziert man den Nitrit-Peak (der höchstmögliche Gehalt, der unter gegebenen Verhältnissen in deinem Aquarium eben möglich ist) vor dem Einsetzen der Fische; am einfachsten, indem man über mehrere Tage die Futtermenge, die dem Erstbesatz entspricht, ins Aquarium gibt. Sprich: man 'füttert' das Wasser, in Wirklichkeit aber schafft man für die nitrifizierenden Bakterien erst die Grundlage für ihre Vermehrung. Das heisst aber auch, dass eine Einfahrphase von mehreren Wochen zwar für die Wasserbeschaffenheit gut ist, aber nach z.B. einem Monat nicht davon ausgegangen werden darf, dass nun kein Nitrit mehr möglich sein kann. Wenn sich durch absterbende Pflanzenteile nicht genügend abgestorbener 'Dreck' entwickeln konnte, der in etwa der Belastung durch (sag mer mal: 20 Fische) entspricht, dann wird sich Ammonium/Ammoniak trotzdem anreichern, weil sich die Bakterien eben nicht von Null auf 100 vermehren können, sondern eine gewisse Zeit benötigen, um sich dem 'reich gedeckten Tisch' anzupassen.

Noch zum pH-Wert: 7-10, der Unterschied ist etwa so gross wie Mittelmeer und Arktis. Dabei ist dieser Parameter für die Pflege der Fische aber ausserordentlich wichtig, er bestimmt, welche Fische du überhaupt pflegen kannst! Seine Messung ist regelmässig erforderlich, sein Wert muss auf mindestens 0,5 Stellen bekannt sein. Normalerweise sollte man auf den Teststäbchen diesen Unterschied einigermassen gut ablesen können. Wenn du darin noch keine Übung hast, lass dir die Handhabung noch einmal von deinem Zoo-Händler erklären, oder erkundige dich gleich nach einem Set mit Tröpfchen-Tests. Die sind zwar teurer, aber du weisst dann ziemlich genau, woran du wirklich bist.

Karbonathärte: 7-10, mittelhartes Wasser. Wenn man davon ausgeht, dass dieser Wert 'wie von Zauberhand' im eingefahrenen biolog. aktiven Aquarium noch ein wenig fallen wird, steht der Pflege der meisten Fische nichts mehr im Wege. Je nach dem, mit welchen Fischarten ins Aquarium besetzt wird, kannst du dich über die verschiedenen Methoden der Senkung informieren. Eine Hebung ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Gesamthärte: sie sollte nicht höher als 15 ° d GH sein, wenn du Weichwasserfische pflegen möchtest. Höhere Gehalte beeinträchtigen möglicherweise das Wohlbefinden der Arten, führen langfristig zu Nierenschäden und einer kürzeren Lebenserwartung.

Und? An welchen Fischbesatz hast du gedacht, bzw. welche Fische sind schon vorhanden?

Lg
Jürgen
tommi231
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BeitragGeschrieben: 21.10.2005 - 15:25    Titel:  

Hallo Jürgen
Danke für deine schnelle Antwort auf die PN. Leider sind mir schon wieder zwei Fische verstorben und einen vermise ich (alle von denen mit den roten Flossen). Was mich jetzt noch interessieren würde, wäre ein kleiner, bunter Schwarmfisch. Natürlich erst wenn alles in Ordnung ist. Was für einen würdest du mir empfehlen??? Die anderen werde ich natürlich aufstocken.

Thomas
tommi231
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BeitragGeschrieben: 24.10.2005 - 20:17    Titel:  

Hallo Jürgen

Die von dir empfohlene "Salzkur" hat wirklich gut geholfen. Ich habe ca. 200 g Salz im 100 l Becken gelöst. Dazu habe ich noch eine Frage: Wie oft muß ich das Wasser (Teilwasserwechsel) wechseln um das Salz zu entfernen?

Thomas
Jürgen
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BeitragGeschrieben: 25.10.2005 - 16:09    Titel:  

Hallo Thomas,

>> Was für einen würdest du mir empfehlen???

Hmm, das Denken will ich dir nicht abnehmen, ist auch schwierig von 'hier' aus; aber ein kleines Büchlein könnte ich dir wärmstens ans Herz legen, und zwar aus dem GU-Verlag 'Aquarienfische von A bis Z' von Uli Schliewen, dort sind die Zierfische mit ihren Ansprüchen an Wasserwerte und Beckengrösse sehr gut beschrieben. Auch der Mergus Aquarien-Atlas Band I Taschenbuch bietet eine Fülle von Informationen (auch wenn manche nicht mehr 'zeitgemäss' sind).

>> Wie oft muß ich das Wasser (Teilwasserwechsel) wechseln um das Salz zu entfernen?

Würde das im Rahmen des üblichen Teilwasserwechsel-Intervalles besorgen, also bei 1/3 wöchentlich geht die Salinität langsam und 'fischschonend' zurück.

Lg
Jürgen
tommi231
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BeitragGeschrieben: 25.10.2005 - 21:35    Titel:  

Hallo Jürgen

Danke für die vielen hilfreichen Tips. Ich habe von allen Seiten jede Menge Anregeungen bekomm, die ich auch ausprobiert habe. Aber die von dir haben mir geholfen.

Ich werde dann noch einige Wasserwechsel warten und mir dann neue Fische kaufen. Zum Glück ist in einer Woche bei uns Feiertag und im Nachbarbundesland (500m von mir) nicht. Da werde ich mich schon mal umsehen, was mir so gefällt. Oder könnte ich da schon unempfindliche Fische kaufen?

Freitag, wenn ich etwas mehr Zeit habe lasse ich dann auch mal einen Tröpfchenwassertest machen. Da ist in einer Zoohhandlung bei uns "Aquarientag". Vielleicht hole ich mir dann auch einen Tröpfchentest für zuhause. Der Händler sagte mir er hätte den von Sera dann im Angebot. Da gibt es, glaube ich zwei Größen. Welchen würdest du mir empfehlen, so für den Hausgebrauch. Oder gibt es noch was besseres?

Schönen Abend noch Thomas
Very Happy Lachen Very Happy Lachen
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