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Einsetzen von Wasserpflanzen



 

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Jürgen
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BeitragGeschrieben: 01.04.2003 - 00:19    Titel:  Einsetzen von Wasserpflanzen

Einsetzen von Wasserpflanzen

Was man beim Einsetzen der Pflanzen falsch machen kann? Alles! Es genügt nicht,
die Pflanze einfach nur "einzubuddeln", ein paar Sachen
müssen einfach beachtet werden, damit das Pflanzenwachstum rasch
einsetzen kann.

1. Die Pflanzen nicht tiefer in den Kies einsetzen, als sie eingetopft waren.
Diese "Tag-Nacht"-Grenze erkennt man am Übergang des
Wurzelballens in den Stengel: der eingetopfte Bereich ist frei von Chlorophyll (= Blattgrün).
Die Grenze von diesem helleren "Nacht"-Bereich zum lichtbeschienenen
"Tag"-Bereich ist mit freiem Auge ziemlich deutlich
erkennbar. Sie ist auch die Grenze für die Einsetztiefe der Pflanze im
Aquarium-Kies. Wenn man die Pflanze tiefer einsetzt, werden die unteren
Blätter an den Stielen abfaulen, im schlimmsten Fall setzt sich die Fäulnis
auf den Pflanzenstamm fort und die Pflanze löst sich vom Wurzelballen.
Zu "seicht" eingesetzte Pflanzen bekommen nicht genügend Halt im Kies
und werden von den Fischen oder der Filterströmung ausgezupft.


2. Die Pflanzen nicht "irgendwie" in die Pflanzgrube setzen, sondern mit
einer Hand gerade in die Grube stellen und halten und mit der anderen
Hand zuhäufen. Danach - und das ist wichtig! - muss die eingesetzte
Wurzelpflanze (bei Bundpflanzen funktioniert das nicht so gut) ein wenig
"angehoben" werden. Das heisst, man zieht das Pflänzchen etwa einen
knappen Zentimeter wieder aus der Grube. Also vorher die Pflanze gleich
einen Zentimeter tiefer einsetzen. Sinn der Aktion: Man richtet so die
untersten Wurzelbereiche, die durch das "Hineinstellen" in die Pflanzengrube
umgebogen wurden, wieder halbwegs senkrecht aus. Das -
unsichtbare - Ergebnis wird dann eine Wurzelausrichtung wie die Borsten
bei einem Rasierpinsel sein, und nicht ähnlich den zerfransen, seitlich
waagerecht wegstehenden Fasern eines alten Filzstiftes, sein.



3. Man sollte seinen Wurzelpflanzen Starthilfe geben, indem man eine
Düngetablette in den Wurzelbereich steckt. Das ist sinnvoll, wenn man
auf einen Initialdünger verzichtet hat oder ein besonders rasches
Anwachsen erreichen möchte. Wichtig dabei: die Düngetablette niemals
direkt in das Pflanzloch geben, sondern am besten nach dem Einsetzen
etwa zwei Finger breit neben der Pflanze tief in den Kies drücken. Damit
verhindert man, dass die jungen Wurzelspitzen zu viel des Guten
abbekommen und womöglich "Verätzungen" davontragen.

TIPP: Gute Erfahrungen hat der Verfasser mit einer Steckrichtung der
Tabletten gemacht, die entgegengesetzt dem Filtereinlauf liegt. Durch die
Ansaugwirkung des Filters, dessen Einlauf meistens in Kiesnähe
positioniert ist, erhält man im Aquarium eine Art "Kiesströmung" zum
Filter hin. Und dieses "Tiefenwasser" transportiert dann die Nährstoffe
schön langsam und stetig in der richtigen Konzentration zu den Wurzeln.
Das ganze funktioniert nur in Becken bis etwa 80 cm Kantenlänge und nur
in Aquarien ohne Heizkabel und auf Dauer nur dann, wenn man
regelmässig nachdüngt. Aber dann nicht die Methode "1 Tablette pro
x-Liter Wasser" anwenden, auch wenns so auf der Packung steht.
Besser ist wenn man kleine Pflanzen mit halben Tabletten und grosse
Pflanzen mit einer ganzen oder auch grösseren Düngegaben für Ihr gutes
Wachstum "belohnt".

TIPP: Optimal fördern kann man das Pflanzenwachstum von Anfang an
durch das Einbringen von selbstgewonnenen Lehmkugeln. Das macht man
am besten so: man sucht an einer Abbruchkante einer Böschung eine
offene Lehmader (ockerfarben) und sticht ein paar Kilo sauberen,
humusfreien Lehm heraus. Daheim wird der feuchte, schweren Lehm
zu Kugeln von etwa 2 cm Durchmesser gerollt und im Freien oder im
Backofen getrocknet. Die steinharten Kugeln werden bei der Ersteinrichtung
geometrisch auf der Bodenscheibe des Aquariums
aufgelegt und mit gewaschenem Kies überschüttet. Fertig! Mit diesen
Kugeln kann man auch nachträglich ganz grossartig Schwertpflanzen oder
Wasserkelche düngen, die darauf sehr gut ansprechen.

Nachteil: beim Entfernen einer Kugel wird sich das Wasser durch den
Lehmabrieb etwas trüben. Die Trübung verschwindet aber bald wieder
und schadet den Fischen und Pflanzen nicht.
Wenn man sich diese Arbeit nicht antun möchte, gibt es im Fachhandel
auch Tropenerde-Kugeln zu kaufen (Tropen-Laterit).

TIPP: Sehr gute Wuchsleistungen erreicht man auch mit dem Einbringen
von Dünge-Eisen in den Bodengrund. Am besten gleich bei der Einrichtung
Ferrogan-Granulat (Fa. Brustmann) auf den Initial-Dünger streuen und
dann mit Kies überschütten. Aber nicht übertreiben - zuviel Eisen schadet
mehr als es nützt. Am Besten für ein 100 cm Aquarium nur die Menge
einer Kleinpackung verwenden.



4. Man sollte die Wasserpflanzen nicht Stengel für Stengel einsetzen,
sondern Bundpflanzen immer in Gruppen setzen. Das gibt auch optisch ein
schöneres Gesamtbild. Zum Begrünen grösserer Flächen die einzelnen
Töpfe im Abstand von etwa drei Fingerbreiten einsetzen, dann sieht das
Ganze schon bald recht natürlich aus.
Schwertpflanzen und Wasserkelche sollte man nicht nebeneinander-
setzen, die beiden Pflanzengruppen "vertragen" sich nicht, meistens
bleiben die Schwertpflanzen im Wachstum zurück und kümmern.

5. Bei fehlender Kieshöhe (weniger als 3,5 cm) die Pflanzen im
Wurzelbereich nicht mit Steinen beschweren, damit sie "unten" bleiben.
Die empfindlichen Pflanzen, die kein stabiles Holzgewebe aufweisen wie
z.B. Landpflanzen, würden durch das Gewicht gequetscht und abfaulen.
Besser ist es, wenn noch etwas Kies nachgefüllt wird. Das geht ganz
einfach, auch wenn schon Fische im Aquarium sind: den gewaschenen
Kies in ein Litermaß füllen und den Becher vorsichtig ins Aquarium
tauchen. Dann im Becken den Becher positionieren und den Kies unter
Wasser an die vorgesehene Stelle ausbringen. Die Fische stört das nicht,
der gewaschene Kies trübt kaum und als Ergebnis hat man Pflanzen, die
gute Wurzelkörper ausbilden können.



6. Kleine Pflänzchen, die viele Ableger bilden wie Glossostigma elatinoides
oder Echinodorus tenellus kann man mit Pflanzennadeln im Kies fixieren
und muss sie nicht "verscharren".

7. Entfernen Sie immer Pflanzenbleie von Bundpflanzen, auch wenn die so
praktisch sind, weil die Pflanze dann gleich von Anfang an gut fixiert
bleibt. Blei ist ein Schwermetall, kann zu chronischen Bleivergiftungen
führen und hat im Aquarium nichts zu suchen.

8. Nehmen Sie Topfpflanzen immer aus den mitgelieferten Körbchen
heraus. Damit wird ein Verkümmern des Wurzelwerkes im beengten Raum
des Transportkörbchens vermieden (Bonsai-Effekt).

Ausnahme: Echinodorus isthmicus, E. tenellus, E. parvula oder G.
elatinoides kann man so recht praktisch zum grossflächigen Begrünen
verwenden. Man setzt den "Muttertopf" ein, trennt nach einigen Wochen
die Ablegerpflanzen von der Mutterpflanze ab und setzt den Korb an einer
anderen, unbewachsenen Stelle wieder ein. Die Ableger erst abtrennen,
wenn die Pflänzchen schon gut angewachsen sind. Funktioniert
grossartig! Düngetabletten nicht vergessen!

Also: Wasserpflanzen brauchen auch ein bisschen Liebe
und Pflege,

Meint Smiling Planet
Jürgen (c)
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