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Jörg Grosswildjäger


Alter: 35 Tierkreiszeichen:  Mit dabei seit: 22.10.2003 Beiträge: 50
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Geschrieben: 10.12.2003 - 20:06 Titel: Hamburger Mattenfilter |
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So Leute, ein interessantes Thema habt ihr hier aufgegriffen...
Ich will hier mal versuchen meine "2 cents " dazuzugeben, um das ein bisl abzurunden:
Zum Thema Fisch cm / liter Wasser:
Ich würd da mal behaupten:
Mindestbeckenlänge = 10 x max. Fischlänge
also einen 10cm Malabarkärpfling mindestens ins Meterbecken, und Prachtschmerlen, Haibarben ab 200 cm (das klingt hart, aber man will die Tiere ja nicht nur in ihrer Jugend bewundern....)
Zum Schwarmverhalten: Die angesprochenen Argumente (wenig Scharmverhalten bei NZ) stimmen sicher, nur braucht ein Schwarm natürlich auch noch Platz zum Ziehen. Wenn Du (Philipp? Leo?) es schaffst, eine freie, nicht von Pflanzen/Wurzeln/Deko geschützte größere Stelle zu schaffen, dann werden die Fische diese vermutlich vorzugsweise als Schwarm überwinden, als wenn sie sich von "Grashalm" zu "Grashalm" weiterhanteln können. Ich hab grad erst UW-Fotos von Roten Neons im Biotop gesehen, teefarbenes Wasser, Blätterboden und ab und zu eine vereinzelte Echinodurus tenellus -artige Pflanze . Solch ein offener Lebensraum zwingt fast zum Schwarm. Oder Du setzt noch einen großen, aber friedlichen (?? contradictio in se ??) Fisch dazu, der etwas "Streß" macht.
Ich will nicht behaupten den Stein der Weisen gefunden zu haben, aber mich wundert schon warum hier noch niemand auf den HMF (Hamburger Mattenfilter) gekommen ist. Das ist im Prinzip eine Filtermatte (gibts beim Jürgen im Geschäft) die man auf der Breitseite des AQ so 2-3cm vor den Rand hineinstellt und im Glas-Matten-Zwischenraum den Absauger entweder eines klassischen Eheim Außenfilters oder, noch sicherer, einen Innenfilter platziert, der das Wasser quer durch die Matte mit ca 5cm /min saugt und dann wieder in's AQ pumpt. Als Alternative dazu gibt es sog. "Eck-MF" die in einer der hinteren Ecken mit Glasstreben fixiert werden (funzt auch im eingerichteten Becken, zum "Nachrüsten") . Der Vorteil der Sache ist:
a.) unschlagbar im Preis
b.) völlig ("VÖLLIG !") wartungsfrei
c.) riesige Oberfläche für die Baks
d.) langsame Durchflußgeschwindigkeit
e.) "failproof" & "foolproof"
Die herkömmlichen Filter haben alle den großen Nachteil einer zu großen Pumpenleistung bei zu geringem Filtervolumen. Bakterien (also zB unsere Nitrosomonas und Nitrobacter) können sich aber nur bis zu ca 30 cm/min am Substrat fest"klammern", bei größeren Geschwindigkeiten treiben sie im freien Wasser und verursachen bei großer Vermehrung dann auch Wassertrübung. Man muß sich bei der Betrachtung des Themas auch ein bißchen vom Prinzip des Filters als reinen Schwebstofffänger (vgl. Staubsaugerbeutel, Ölfilter im Auto) verabschieden. Es geht ja nicht nur um die mechanische Entfernung dieser Teilchen, sondern um den chemischen Umbau von v.a. Stickstoffverbindungen. Also das was auch in einer Kläranlage abläuft. Okay, also unsere AQ's sind Kläranlagen....Und die arbeiten nicht nach dem Prinzip der Hochleistungs-Schnellfiltration, sondern langsam, mit einer großen Kontaktfläche Filtermaterial (inkl. Mulm) und Wasser. Der Mulm (die verwesenden pflanzl. Teile und deren Mikrofauna) spielt eine wichtige Rolle als Stabilisator in der Bakterienfauna. Es ist also völlig falsch, beim Wasserwechsel den Mulm aus dem Becken mit abzuziehen. Laßt ihn drinnen, Mulm ist eine CO2-Quelle, pH-Puffer, Infusorienimbiss für eure Jungfische/Garnelen und ebenfalls Lebensraum der Baks.Der "Glibber" den Jürgen erwähnt hat ist die dichte Bakterienmasse, die die wichtigsten(!) Bewohner im AQ darstellen, ansonsten müßten wir Wasserpflege betreiben wie man sie nur aus filterlosen Zuchtbecken kennt.
Man hat u.a. Versuche unternommen und Becken mit herkömmlichen Außenfiltern das Filternmaterial entnommen und sie sozusagen "leer" laufen lassen. Das Resultat war daß der Nitritgehalt sich bei ansonsten gleichen Bedingungen NICHT verändert hat. Das heißt: Das Filtermaterial trug (zumindest in diesem Fall) NICHT zur "Filter"wirkung bei, sondern die schon von Jürgen angesprochene Bakterienfauna auf allen Oberflächen. Das funktioniert übrigens bei Kies recht gut, geht man aber in Richtung biotopähnlicheres Substrat, nämlich Sande mit max. 1 mm Durchmesser, dann ist hier die Durchströmung und somit Oberfläche schon geringer und die Becken "kippen", wenn man nicht eine Ersatzfläche für die Baks schafft. Sandbodenbecken brauchen also eine bessere "Filterung" als die bisher üblichen Kiesgruben / "Alpenbach"-becken ( Schon mal eine Kiesgrube im Amazonas gesehen ? )
Ad Filterröhrchen: Wenn das nicht spezielle (und sehr teure ) Schott-Siporax Röhrchen sind, bringen die ohnehin wenig Oberfäche ins Spiel, Ein guter Test um das herauszufinden wär es, ein Röhrchen in eine Schale mit gefärbtem Wasser (Tinte, Dicksaft) zu stellen und zu schauen wie weit/schnell die Flüssigkeit aufgesogen wird. Ich wette die völlige Durchdringung dauert Stunden.
Lest mal selber beim Olaf
http://www.deters-ing.de
nach, das sind "die" Seiten zum Thema (war grad auch in der DATZ) und er geht noch mehr ins Detail. Dort könnt ihr euch auch ausrechnen wie groß die Matte für euer Becken sein muß, bzw. ob die vorhandenen Pumpen von der Leistung her ausreichen. Für Philipps Becken mit 140 l brutto ergibt das zB. eine Pumpe mit der Anforderung Qmin 186 und Qmax 373 l/h was gegeben ist und eine Filterfläche von 622 qcm. Platz dafür vorhanden ?
Ich verwende so ein Ding (Mattenvol.3,5 l, 300 lt/h Eheim 2211 als Pumpe vorhanden, Kosten Matte 5 ¤) seit Mitte September in meinem 100 lt Becken, inzwischen ist der Schaumstoff (5cm dick) in den ersten 2,5 cm bakteriell besiedelt und hat seine ursprüngliche rosa Färbung gegen ein AQ -unauffälliges braun eingetauscht. Nach anfänglichen Nitritspitzen bis zu >1 mg/l hab ich jetzt bei zugegeben bescheidener Fütterung nie mehr als 0.025 mg/l ,meist 0 .(JBL - Test, sehr gut ). Die Trübstoffentfernung ist besser als ich es vermutet habe, nämlich perfekt. Ab und zu zupfe ich den Algenbelag im obersten Teil weg, weil mich das optisch stört, nicht weils gefährlich wäre. Beim TWW, 20 liter alle 2 Tage, laß ich den Mulm dort wo er ist und entferne nur treibende und welke Blätter bzw, schneide die Pflanzen zurück. Den Fischen gefällts offenbar sodaß sie auch brav immer wieder ablaichen (siehe Laeatacara Posting). Wie groß die O2-Zehrung dabei ist kann ich noch nicht messen, da muß ich auf nach Weihnachten verweisen, Angeblich liegt sie bei 0.6 -1 mg/l.
Ich kann Euch den Einsatz des HMF(patentiert übrigens 1971 von Baensch -> Vater:Tetragründer, Sohn:Aquarienatlasautor) nur empfehlen, ich plane gerade einen Eck-HMF für das 600 lt Becken meiner Eltern. Nie wieder Filterwaschen zu müssen ist schon ein gutes Argument. Auslaufsicherheit beim Innenfilterprinzip kommt noch dazu und es funktioniert.
Wirklich.
LG, Jörg
PS: insgeheim plan ich natürlich schon die nächste Erleichterung, nämlich nie wieder einer WW machen zu müssen( via Durchflußprinzip.....)  |
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Leo Zoo-Direktor


Alter: 36 Tierkreiszeichen:  Mit dabei seit: 04.10.2003 Beiträge: 269
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Geschrieben: 10.12.2003 - 23:58 Titel: |
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Hallo Jörg!
| Jörg hat folgendes geschrieben: |
Zum Thema Fisch cm / liter Wasser:
Ich würd da mal behaupten:
Mindestbeckenlänge = 10 x max. Fischlänge
also einen 10cm Malabarkärpfling mindestens ins Meterbecken, und Prachtschmerlen, Haibarben ab 200 cm (das klingt hart, aber man will die Tiere ja nicht nur in ihrer Jugend bewundern....) |
D a s hab' ich ja nicht gemeint, sondern die Gesamten-Fisch-cm/Becken.
Würdest Du auch sagen, daß 10-12 Malabars für ein 100l-Becken reichen, als Gesamtbesatz - das war meine Frage bzw. das, worauf ich rauswollte.
Ist mein Eckbecken mit gut 200 l Innenvolumen mit ca 1 cm Fisch/l Wasser nun "schwach besetzt"???
Ich glaub eher, es ist gut besetzt.
Übrigens: Genau das ist auch meine Meinung, kleine Fische in kleine Becken, große in große Becken....
...und: HMF hätte ich ja auch gerne, aber als ich mein großes Becken mir gekauft hatte, hatte ich davon noch nix gehört (kein Internetz->Steinzeit->. ...)
.....und nie wieder Filter-waschen klingt derart verlockend....
Aber: Das nächste Becken kommt bestimmt, dann machma das alles!!!
Liebe Grüße!
Leo |
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Jürgen Support Team


Mit dabei seit: 31.01.2003 Beiträge: 1257
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Geschrieben: 11.12.2003 - 00:01 Titel: Re: HMF |
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Hallo,
ich hab mal aus Jörgs lesenswertem Posting einen neuen Beitrag im Technikforum gemacht.
Lg
Jürgen |
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Jürgen Support Team


Mit dabei seit: 31.01.2003 Beiträge: 1257
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Geschrieben: 11.12.2003 - 00:03 Titel: Re: HMF |
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Hallo Jörg,
ein feiner Beitrag! Ich hab mir erlaubt, die Passage rund um den HMF in den Ratgeber aufzunehmen, wenn Du nichts dagegen hast.
*Einloggen, um Links zu sehen
Ansonsten noch ein paar (persönliche) Anmerkungen zum HMF (Hamburger Matten Filter)
Ich hab vor 6 Jahren, als ich das Geschäft aufgemacht habe, in den 4 2-Meter-Aquarien, diese Schwämme verwendet. Und zwar die 10 cm dicken, weil sich die stabiler im Becken integrieren lassen.
In den 80 anderen Becken hab ich Maximal-Biofilter verwendet, ebenfalls eine gute Möglichkeit einen langsamstdurchströmten biologischen Filter im Aquarium zu betreiben. Die Filterwirkung war bei beiden (luftbetriebenen) Systemen hervorragend! Allerdings stellte sich mit der Zeit heraus, dass durch das ständige Fischefangen und Aufwirbeln des Mulms die Aquarien mehr oder weniger eingetrübt waren, und ich hab das System auf Motor(innen)filter umstellen müssen.
In einem Gesellschaftsaquarium stellen die HMF sicher eine gute Filtermöglichkeit dar, vor allem, wenn mit einer Strömungspumpe gearbeitet wird die das Austreiben von CO2 verhindert.
Bei jedem Filtersystem muss man gewisse Nachteile "in Kauf" nehmen, man sollte halt abwägen, welches System für die jeweiligen Ansprüche am geeignetsten erscheint.
Auch wenns nach Haarspalterei klingt möchte ich ein wenig auf "mögliche" Nachteile beim Betrieb eines HMF eingehen, wobei ich gleich darauf hinweisen möchte, dass die Vorteile überwiegen.
1. Ein Medikamenteneinsatz in einem Becken mit HMF ist so gut wie unmöglich, weil der Filter (bzw. die Filterbakterien) das Medikament durch reduzierende und oxidierende Prozesse schlicht und einfach unwirksam macht. Nun könnte man einwenden: das macht man sowieso nicht, und dafür gibts Quarantäne-Aquarien. Richtig! Und jeder, der einen HMF betreibt ist aquaristisch gesehen in einer "anderen Liga" unterwegs. Das Verständnis für die biologischen Zusammenhänge ist bereits vorhanden, der Fischbesatz ist so optimiert, dass Stresskrankheiten im Aquarium praktisch nie auftreten, und meistens ist auch das Q-Becken vorhanden.
Nachsatz: auch grossvolumige Aussenfilter nehmen Medikamenten viel von ihrer Wirksamkeit.
2. Es ist nicht jedermanns Sache in sein schönes, neues Wohnzimmer-Schmuckstück einen riesigen Rosa oder Blau leuchtenden Filterschwamm zu pflanzen, der zu allem Überdruss auch noch Platz wegnimmt. Ich formuliere das mal bewusst überspitzt, weil ich mich mit den Gedankengängen von Anfängern oder Neueinsteigern täglich beschäftigen kann.
3. Es ist ein Abenteuer, den Filterschwamm zu reinigen. All die angelagerten Schwebstoffe und Bakterienflocken "fallen" nach dem Herausheben des Schwammes ins Becken zurück. Das Ergebnis ist eine riesige Wassertrübung, die man zwar mässigen kann, wenn man zuvor die Schwammoberfläche mit einem Schlauch absaugt, aber nicht verhindern kann. Ich würde mir dabei ja nichts denken, ganz im Gegenteil: Panzerwelse reagieren auf solche Futterwolken aus Protozoen, Würmchen und anderer vielzelliger Microfauna mit einer begeisterten Futtersuche. Wenn der Schwamm auch mal alle heiligen Zeiten (sag ma mal: alle 1 1/2 bis 2 Jahre) gereinigt wird ist doch der Bodenbelag (Parkett oder Teppich) gefordert. Wie auch immer: die Trübung verschwindet spätestens am nächsten oder übernächsten Tag wieder, dennoch schreckt diese Vorstellung viele ab, vor allem "übereifrige" Hausfrauen, die noch jedes Futzerl aus dem Becken entfernen. Ich werde mich hüten, den HMF vorzuschlagen, wenn der oder die Aquarianer/in nicht eine gewisse aquaristische "Reife" hat.
Es fehlt einfach das Verständnis um die biologischen Zusammenhänge. Es ist schon schwierig genug einem Anfänger zu erklären, dass ein "schmutziger" Aquarienfilterschwamm das Wasser biologisch und sichtbar mechanisch besser reinigt als ein wöchentlich ausgequetschter Filterschwamm. Ich meine, viele bekommen schon die Krise, wenn der Schwamm nicht mehr WEISS ist, sondern - endlich! - eine bräunliche Farbe annimmt.
Übrigens hab ich in meinen grösseren Zuchtbecken und Aufzuchtaquarien früher ausschliesslich das Matten-Filtersystem verwendet. Ausschlaggebend waren dafür:
- die enorme Kapazität beim Abbau von Schadstoffen
- die geringen Reinigungsintervalle
Es war nicht einmal die Preisfrage des Systems selber, das bei Verwendung eines dickeren Schwammes und einer Strömungspumpe bei etwa der Hälfte eines günstigen Aussenfilters liegt, sondern die angesprochenen arbeitserleichternden Wirkungen.
Ansonsten erlaube ich mir an dieser Stelle noch auf einen grossartigen Zusatznutzen des HMF hinzuweisen: nämlich die Möglichkeit, den Schwamm mit Anubias oder Javafarnen, Javamoos oder anderen epiphytischen höheren Pflanzen, Farnen oder Moosen zu bepflanzen. Dauert zwar einige Monate, bis das zuwächst, aber es sieht atemberaubend schön aus.
Benützt man die Breite des Aquariums als Filterfläche kommt als kleiner Wermutstropfen der etwa 10 - 12 cm Schwimmraumverlust dazu, und man muss der Verwandtschaft erst einmal erklären, was dieses komische Ding das da an der Frontscheibe ansteht, bedeuten soll.
Was mir noch einfällt bei dieser Gelegenheit: der HMF wird in Tirol schon seit sicher 15 Jahren verwendet; ich selber hab gar nicht gewusst, dass sich dieses Filtersystem HMF nennt und mich vor ein paar Jahren von einem Kunden, der aus Deutschland zugezogen ist, in dieser Hinsicht aufklären lassen (müssen)
Lg
Jürgen |
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Jörg Grosswildjäger


Alter: 35 Tierkreiszeichen:  Mit dabei seit: 22.10.2003 Beiträge: 50
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Geschrieben: 11.12.2003 - 13:18 Titel: |
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Hallo Jürgen !
Hab mir schon gedacht daß du deine Becken in fernen Züchtertagen nicht jeweils per Eheimfilter betrieben hast, sondern dir was hast einfallen lassen...Zu deinen angeführten Argumenten "contra" HMF.
1. Medikamenteneinsatz. ->> quarantänebecken.Seh ich voll und ganz genauso. Ich hab keine Ahnung von Fischmedikamenten ...(nur Notfall-Humanmedikamente)
2.) der Anblick: Dieses Filtersystem ist von Fischzüchtern in Hamburg in den 1960ern entwickelt worden, also Männern (wo sind die Frauen in der Aquaristik? ) die in ihren Fischkellern gefuhrwerkt haben und deren halb eingerichtete Becken oder ein sichtbarer Schlauch/Matte nicht gleich Anlaß für familiäre Erklärungen gegeben hat. Für WohnzimmerAQs kann man sich entweder damit helfen daß man
a.) einen Eck-HMF verwendet, und ihn mit Javamoos, j.farn zusteckt/zunäht (mit Angelschnur soll das gehn, oder Zahnstochern (?))
oder b.)
ein AQ im Kasten (früher wohl beliebter als heute) baut und die Verkleidung auch auf die Frontseite zieht, gerade so daß die Stirnseite der Matte dahinter verschwindet.
oder c.)
eine Matte auf der Rückwand hinter einer,zB. BTN (Back to nature) Rückwand (mit Durchströmöffnungen)platziert.
für die Funktion ist es unerheblich wo das Ding steht.
oder d.)
am elegantesten:
Der externe HMF: Ein kleines Filterbecken (zb altes 60er)wird unterhalb des Schaubeckens mit einer Matte versehen und enthält noch gleich noch die restliche Technik, Heizstab, CO2, etc. Im Filterbecken ist eine Förderpumpe Rtg. oberes Aq, und damit das nicht übergeht hat man einen Überfluß, den man sich aus PVC-Röhren selber bauen kann (10 min),das Wasser gelangt dann über ein Fallrohr ins Filterbecken. *1 *2
3.) Reinigung :
warum denn reinigen ? das soll eben hier nicht passieren, die Areale die verstopfen erzeugen eine größere Fließgeschwindigkeit in den noch freien und werden schlußendlich wieder freigearbeitet. Ändern muß man da nur was wenn die Matte durch nicht abbbaubare Substanzen (zb Quarzfeinsand/staub) zugesetzt wird. Aber für solche Becken nimmt man eben grobporigere Matten..
ich hab keine Langzeiterfahrung mit dem HMF, aber was ich so bisher dazu gefunden habe (und ich hab vor dem AQ-Aufbau mal 5 Wochen geplant, gerechnet und gelesen) geht eher in die Richtung: Matte in Ruhe lassen, ab und zu mal mit'm WW-schlauch absaugen, und nach 10 Jahren, wenn die Welse die Struktur zu sehr beschädigt haben, an eine neue denken.
Was diesem "Filter"system meines Erachtens noch fehlt ist seine Erwähnung in der aquaristischen Literatur. Der Aquarienatlas (v.a. Band I)schweigt sich zb. beharrlich dazu aus (und steht ja auch sonst im Technikteil noch in den Siebzigern)und so ist es kein Wunder wenn Anfänger sich mehr oder weniger auf die Infoheftl der Industrie verlassen müssen(bei Problemen einfach Wässerchen dazuleeren, Algukill und so...). Und für Eheim ist es natürlich besser einen Plastikkübel mit Pumpe und Bio/aktiv/oxygen irgendwas zu verkaufen als nur die -wirklich guten und langlebigen - Pumpen. Man möge mir da auch bitte keine Voreingenommenheit gegenüber dieser einen Firma unterstellen, ich bin und war mit deren Produktien und Service immer sehr zufrieden (und hab isgesamt auch 7verschiedene Pumpen gekauft....) So ich hoffe bei diesem Thema nicht allzu geschäftsschädigend unterwegs zu sein, aber wie's der "Chef" hier mal erwähnt hat: Wer bastlen will der bastelt, und wer's einfach haben will der wird halt eher kaufen.
Lg - Jörg
*1 Prinzipskizze Überlauf + Fotos (aus zierfischforum)
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*2 Foto externes HMF - Filterbecken (aus Deters-Forum)
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Jörg Grosswildjäger


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Geschrieben: 11.12.2003 - 13:30 Titel: |
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Jetzt hab ich's vorher wieder vergessen: Die Fischformel x cm Fisch pro Liter Wasser: 1 cm Fisch /lt wie bei Leo find ich in Ordnung wenn das drumherum auch paßt, also gute Wasserpflege (TWW) und der Filter langsam auf die größere Bealstung herangefahren wird (also auf deutsch: langsam den Besatz auf diese Größe erhöhen, nicht gleich beim Neueinrichten).
und dann kommts ja auch drauf an was für Fische man pflegt, ein 4 cm Salmler hat vermutlich einen geringeren Grundumsatz als ein gleichgroßer Poecilide, 1 x 10 cm Barsch vertilgt mehr (hier v.a. N-haltiges) Futter als 2 x 5cm Barben, also hat die Regel mehr Ausnahmen und ist recht ungenau.
Wenn die Chemie im Rahmen bleibt (NO2, NO3) , die Fische noch Rückzugsmöglichkeiten und sich nicht gegenseitig auf die Flossen treten , dann taugt diese Beurteilung wohl besser als irgendeine Formel..
-Jörg |
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Jürgen Support Team


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Geschrieben: 11.12.2003 - 14:32 Titel: Re: HMF |
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Hallo,
| Zitat: | | Was diesem "Filter"system meines Erachtens noch fehlt ist seine Erwähnung in der aquaristischen Literatur. Der Aquarienatlas (v.a. Band I)schweigt sich zb. beharrlich dazu aus (und steht ja auch sonst im Technikteil noch in den Siebzigern) |
Tja, das stimmt. Ich hab meterweise Bücher daheim und bin eigentlich nie auf eine derartige Anordnung gestossen, wobei v.a. in älteren Büchern alle möglichen kuriosen "Not"-Filter beschrieben wurden (z.B. der Blumentopf-Innenfilter mit Kiesfüllung und Trichter als Luftheberersatz).
Naja, der Aquarienatlas ist, was die Technik betrifft, wirklich ein Fossil. Ich meine, da gibts schon die 13. Auflage und drin sind noch 'Filtermodelle aus dem Jahre "Schnee", mal abgesehen von den abgebildeten Aquarien-Modellen
Vielleicht geht da ja mal was. Übrigens: vor der Mergus-CD Rom möchte ich "warnen", die ist wirklich und wär ein glatter Fehlkauf.
Lg
Jürgen |
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Jürgen Support Team


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Geschrieben: 11.12.2003 - 14:42 Titel: Re: 1 cm Fisch pro Liter Wasser |
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Jo, passt eh soweit. Nur: es ist keine allgemein gültige Formel für den Fischbesatz, es ist nur ein Richtwert wenn man sich über den Fischbesatz bzw. die Vergesellschaftung der verschiedenen Arten schon klar geworden ist. Ich möchte nur net, dass diese Formel als Freibrief verstanden wird, das Aquarium nach cm zu besetzen.
Man sollte dann halt auch die Endgrösse des Fisches in Betracht ziehen, dann wirds schon passen.
Erstaunlicherweise empfehlen manche Set-Hersteller in den "Beipacktext"-Broschüren zu den Aquarien 1 cm Fisch pro 2 Liter Wasser. Anscheinend hat man dort auch ein wenig dazugelernt.
Lg
Jürgen |
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Philipp Zoo-Direktor


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Geschrieben: 11.12.2003 - 15:18 Titel: |
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Hi!
Sehr interessant das alles! Vorallem, da ich mir ja gerade ein neues Becken einrichte - mit Sandgrund.
Ich hab leider noch keine Zeit gehabt mir die verlinkte Seite genauer anzuschauen. Darum frag ich mal einfach nach - bitte nicht übel nehmen, daß ich es mir nicht selber raussuche:
Das neue Becken wird ein 60*30*30 - also 54 Liter. Hab das Set gekaut - also hab ich einen Innenfilter. Kann ich mit dem auch was anfangen wenn ich einen HMF installieren will?
Wie funktioniert das mit "ums Eck"? Wie hält da die Matte an der Wand?
Wie groß muß die Matte für ein 54l Becken sein?
lg
Philipp |
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Jürgen Support Team


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Geschrieben: 11.12.2003 - 18:43 Titel: Re: HMF |
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Hallo,
HMF fürs 60-er Becken *grübel*
Meinst Du das, wo dann die Schneggis reinkommen sollen?
Naja, theoretisch schon möglich. Damit möglichst viel Schaumstoff auf möglichst kleinem Raum unterkomme würd ich den 5 cm Schwamm mal zusammenrollen wie einen Selchroller und in die Mitte rein ein durchlöchertes Steigrohr für das Wasser/Luft-Gemisch stecken. Dans ganze wird dann mit Luft betrieben.
Die Eck-Variante dürfte so aussehen, dass in einem Winkel zwei Glasstreifen von etwa 8 cm breite und der Höhe des Beckens eingeklebt werden. In diesen "Rahmen" steckst Du dann einen Filterschaumblock von sagen wir 5 cm Stärke rein, und zwar diagonal zur Ecke. In dem dreieckigen Hohlraum hinter dem Schwamm könntest Du entweder einen Luftheber oder den Innenfilter platzieren.
Naja, oder einfach über die gesamte Breite ein Mattenstück mit 60x30 cm einsetzen - die einfachste Methode, nur bleiben dann halt vom 60-er Becken nur noch 50 cm Schwimmraum übrig.
Jörg weiss sicher mehr dazu
Lg
Jürgen |
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