kuco Site Admin


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Geschrieben: 23.11.2003 - 05:34 Titel: Re: Vogelspinne |
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Guten Morgen!
ich hab mal die wichtigsten Sachen zusammengeschrieben.
Vogelspinnen bedürfen grundsätzlich eines vorsichtigen Umganges, es handelt sich immerhin um Gifttiere, wenn auch die Giftwirkung bei den meisten handelsüblichen Tieren (und den unten empfohlenen) gering ist.
Grundsätzlich ist Dein Neffe mit 13 Jahren schon alt genug, um eine Vogelspinne zu pflegen und damit keinen Unfug anzustellen. Wichtig ist in jedem Fall die Anschaffung einer sehr ruhigen und gutmütigen Spinne, z.B. den unten aufgezählten.
Dennoch sollte bei Pflegearbeiten immer eine Aufsichtsperson anwesend sein, damit der Bub nichts verkehrt macht oder die Spinne fallen lässt (was für bodenbewohnende Spinnen tödlich wäre). Sicherheitshalber kann das Terrarium mit einem speziellen Terrariumschloss sicher versperrt werden, wenn man ausschliessen möchte, dass der Junge ohne elterliche Aufsicht das Terrarium öffnet.
Spinnen können auf dreierlei Weise gefährlich werden:
1. Beisswerkzeuge: können ähnlich Nadelstichen zu schmerzhaften Stichen mit anschliessender Schwellung und möglicher Infektion führen (ähnlich Bienenstich)
2. Giftwirkung: durch Biss und Injektion des Gifts kann es zu Schwindelgefühlen kommen (ähnlich Bienenstich), Allergiker könnten einen Schock oder schwere Kreislaufprobleme bekommen. Von der Haltung extrem giftiger Spinnen (Witwen) wird unbedingt abgeraten!
3. Bombardierspinnen: diese Spinnen streifen zur Verteidigung ihre Haare blitzschnell vom Abdomen; eingeatmet können diese Haare zu Hustenanfällen oder astmathischen Beschwerdeymptomen führen
Ausstattung: je nach Art genügt eine mittlere Temperatur von 23 - 25 °C. Das Terrarium darf nicht direkter Sonnenbestahlung ausgesetzt sein. Baumbewohnende Spinnen benötigen höhere Terrarien (30x30x40 h cm) bodenbewohnende dafür mehr Grundfläche. Als Substrat sollte kein Sand verwendet werden, der das Wasser schlecht hält und die Spinnenhaare abreiben könnte, sondern Rindenmulch, Palmerde, grobe (Buchenholz-)Sägespäne, Moos, trockene Blätter oder ungedüngte Blumenerde.
Als Versteckmöglichkeiten kommen Korkrindenstücke, Hölzer oder kleine Höhlen aus Ton oder Kokosnuss infrage.
Zum Messen der Luftfeuchtigkeit benötigt man ein Hygrometer. 1-2 mal am Tag muss das Substrat partiell besprüht werden (nicht die Spinne!), je nach Art ist eine Luftfeuchtigkeit von 70-80 % erforderlich.
Zum Messen der Temperatur ist ein Thermometer erforderlich.
Als Beleuchtung wählt man eine schwache Reptilien-Lampe (25 W, E-15) mit der entsprechenden Keramikfassung. Sie sorgt auch gleichzeitig für die Erwärmung des Terrariums.
Bei baumbewohnenden Spinnen könnte die Lampe, die recht heiss werden kann, eingesponnen werden. In diesem Fall - und auch bei bodenbewohnenden Arten möglich - kann das Terrarium mit einer Neonröhre (Repti-Star, Daylightstar oder Gro-Lux) von aussen beleuchtet werden. Als Fassung kann man gut ein Vorschaltgerät der Fa. Arcadia verwenden, die wenig Platz wegnimmt.
Im Terrarium muss ein Wassernapf vorhanden sein, derbei Verwendung von Wasser mit einem Spinnenschwamm ausgelegt werden muss. Der Schwamm verhindert, dass das Wasser zu schnell verdunstet und ermöglicht der Spinne das Aufsaugen des Wassers - sie trinkt ja nicht wie ein Säugetier
Ersatzweise gibt es auch ein Wassergel zu kaufen.
Beim Kauf der Spinne solltest Du darauf achten, dass Du ein Weibchen erhältst. Die leben nämlich erheblich länger als die Männchen, die oft schon (je nach Art) nach wenigen Jahren sterben können. Dagegen können B. smithi Weibchen u.U. bis zu 30 Jahre alt werden. Die Spinne darf keinen Milbenbefall aufweisen, muss alle 8 Beine haben und darf keine Flecken, Blutungen (weiss oder schwarz) oder sichtbare Verletzungen aufweisen. Die Spinne sollte nicht zu klein sein (ab 3 cm), weil die Fütterung dann etwas aufwändiger ist (Micro-Insekten). Ausserdem kann bei den meisten Arten dieser Grösse schon das Geschlecht bestimmt werden.
Sehr einfach zu haltende und ausgesprochen friedliche Spinnenarten, die für Anfänger sehr gut geeignet sind:
Avicularia metallica (Rotfussvogelspinne): tags 27-30 °C, nachts 21-24 °C
Luftfeuchtigkeit 75-85 %, Baumbewohner, Terrarium min. 30x30x40 (h) cm, sehr friedlich und empfehlenswert
Brachypelma albopilosa (Kraushaarvogelspinne): tags 25-27 °C, nachts bis 18 °C Absenkung möglich; Luftfeuchtigkeit 70-85 %; Bodenbewohner, Terrarium min. 30x30x30 (h); Bombardierspinne, ansonsten eine sehr gut geeignet und friedliche Anfängerspinne
Grammostola-Arten, z.B. Grammostola aureostriata: tags 27-33°C, nachts 25-27 °C, Luftfeuchtigkeit 85-95 %; Terrarium min. 30x30x30 cm, Bodenbewohner, gute "Anfängerspinne".
Die Anschaffungskosten liegen all inclusive je nach Spinnenart und Grösse des Terrariums incl. Futterinsekten, Pinzette, Beleuchtung, Substrat, Dekoration, Thermometer, Hygrometer, Reptilien-Lampe, Keramikfassung, Vitaminpräparat, Spinnenbuch, Terrariumschloss bei ca. 120 - 170 Euro.
Du musst ja nicht gleich eine Vogelspinne um 75 Euro nehmen
kuco |
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Leseratte Kurz reingeschneit


Alter: 36 Tierkreiszeichen:  Mit dabei seit: 25.08.2003 Beiträge: 19
Wohnort: Wallern/Trattnach
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Geschrieben: 24.11.2003 - 12:53 Titel: Wow - DANKE für die prompte Antwort! |
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Ich werd deine Antwort jetzt mal ausdrucken und weiterleiten - mal gucken, was rauskommt - kann schon sein, dass ich mich diesbezüglich bald mal wieder meld, wenn Fragen auftauchen *smile*
Nur schad, dass Innsbruck so weit weg ist ...
LG
Sandra |
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