Schwimm-
und Universalpflanzen: Pflegetipps
Wasserpflanzen,
die als Schwimmpflanzen Verwendung finden oder sich universell im Aquarium
einsetzen lassen, z.B. als Ablaichpflanzen, Futterpflanzen, Teichpflanzen.
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Stichwörter:
Schwimmpflanzen, Schwitzwasser,
Schaumnest, Algenprobleme,
Düngung, Universalpflanzen,
Futterpflanzen, Algensteine, "Falsche
Wasserpflanzen", Teichpflanzen, Hydra,
Kunststoffpflanzen
Schwimmpflanzen
Mit
Schwimmpflanzen kann man wunderschöne optische Effekte ins Aquarium zaubern. Die
meisten Arten bilden längere, verzweigte Wurzelkörper aus, die dann von oben ins Aquarium
"hängen". Diese Wurzelbärte verleihen dem Becken etwas Geheimnisvolles
und einen bezaubernd schönen Gesamteindruck.
Pflegeansprüche
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Schwimmpflanzen
bekommen das meiste Licht im Aquarium. Gut so, das brauchen sie auch. Eigentlich
ist bei der weiteren Pflege nicht viel zu beachten. Wichtig ist nur, dass die meisten
Schwimmpflanzen in Aquarien mit Abdeckung nicht so gut gedeihen wie in offenen
Becken mit Hängeleuchten. Grund dafür ist, dass in geschlossenen Becken
die Lufttemperatur unter den Neonröhren meistens zu hoch ist. Einige Arten,
z.b. Salvinia, Muschelblume, Wasserhyazinthe oder Wassernuss (Trapa
natans) vertragen auch absolut kein "Schwitzwasser", wie
das unter Abdeckscheiben häufig vorkommt. Diese Arten bilden dann Kümmerformen
wie Kleinwüchsigkeit aus, beginnen zu faulen, werden gelb und werden
nie ihre wahre Pracht und Schönheit entfalten können.
Der Vorteil bei
der Verwendung von Schwimmpflanzen liegt - neben dem optischen Effekt -
in der teilweisen Abdunkelung von Bereichen des Aquariums. Meistens ist
das die gegenüberliegende Seite des Filters, wo sich die Pflanzen wie Treibgut
anlagern. Viele Zierfische suchen diesen abgedunkelten Bereich gerne auf,
sie fühlen sich nach oben "sichtgeschützt" und sicherer. Diese
Abdunkelung kann für die anderen Pflanzen im Aquarium dramatische Auswirkungen
haben: sie bekommen einfach zu wenig Licht! Denken Sie deshalb daran, die
Bestände an Schwimmpflanzen regelmässig auszulichten.
Viele Zierfische
benötigen Schwimmpflanzen für die Fortpflanzung. Vor allem schaumnestbauende
Labyrinthfische legen Ihre Schaumnester strömungsgeschützt in diesem Schwimmpflanzenteppich
an. Die reich verzweigten Wurzeln von Pistia stratiotes (Muschelblume) bieten
auch dem Nachwuchs zahlreicher Zierfischarten reichlich Erstnahrung in Form
von Einzellern und Schutz vor Fressfeinden.
Bei Algenproblemen haben
sich Schwimmpflanzen ebenfalls gut bewährt. Sie entziehen dem Wasser viele
Nitrate und Phosphate, ohne dabei den wichtigen Pflanzennährstoff Kohlendioxid
für das Wachstum zu verwenden, das sie ja - im Gegensatz zu Unterwasserpflanzen
- aus der Atemluft gewinnen können. Schwimmpflanzen sind auch bei einem
Röhrenwechsel recht hilfreich, wenn man alle Röhren austauschen muss und
das "Zuviel" an Licht in der Übergangszeit von der Schwimmpflanzendecke
abgefangen werden kann.
Manche Schwimmpflanzen wie die kleine Wasserlinse
(Lemna minor) können im Aquarium richtig lästig werden, sie vermehren sich
ohne Ende und können eine mehrere Zentimenter dicke Pflanzendecke bilden.
Jedes Hineingreifen ins Becken führt zu einer "grünen Hand",
die kleinen Biester bleiben einfach überall kleben. Man muss sie schon sehr
gründlich abfischen, wenn man sie loswerden möchte.
Eine zu dichte Schwimmpflanzendecke
behindert den Gasaustausch an der Wasseroberfläche ganz erheblich, und Ihre
Fische könnten an Sauerstoffmangel leiden.
Beachten Sie, dass Buntbarsche
und pflanzenfressende Fische die feinen Wurzelspitzen von Schwimmpflanzen
als Leckerbissen ansehen können. Falls es also in Ihrem Aquarium nicht gelingt
Schwimmpflanzen zu kultivieren könnten Scalare, Uaru oder afrikanische
Seenbarsche die Ursache sein.
Düngung
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Ihre
Schwimmpflanzen müssen nicht unbedingt extra gedüngt werden. Sie entnehmen
dem Aquariumwasser die Nährstoffe, die sie brauchen. Kohlendioxid erhalten
sie zum Grossteil aus der Atemluft. Sollten Sie viele Schwimmpflanzen im
Aquarium haben wird es notwendig sein, zusätzlich einen Flüssigdünger zu verwenden,
um die Nährstoffversorgung der anderen "bodenständigen" Pflanzen
sicherzustellen.
Universalpflanzen
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Als
Universalpflanzen sollen hier solche Pflanzen bezeichnet werden, die einen
grösseren Verwendungsbereich haben. Man kann sie als Schwimmpflanzen verwenden,
als Ablaichpflanzen für eierlegende Fischarten, als "Epiphyten"
oder Aufbindepflanzen auf Steine oder Wurzeln, als Versteckpflanzen für
Jungfische, als dekoratives Element zur optischen Gestaltung von Holländischen
Pflanzenaquarien oder schlichtweg als Futterpflanzen verwenden.
Hornkraut
(Ceratophyllum demersum):
kann als Schwimmpflanze verwendet werden, bildet dann dichte Polster unter
der Wasseroberfläche; reagiert wie viele feindiedrige Pflanzen äusserst
empfindlich auf viele Medikamente; gute Versteckpflanze für Jungfische;
die Pflanze bildet keine Wurzeln und kann je nach Lichteinfall dunkelgrüne
Zweige mit starken, rötliche Triebspitzen oder bei weniger Licht eine hellgrüne,
weiche Wuchsform bilden. Man kann sie nicht einpflanzen, jedoch mit Steinen
oder Pflanzennadeln vorsichtig im Aquarium verankern.
Javamoos
(Vesicularia dubyana):
sehr universell einsetzbar, eignet sich zum Begrünen von Wurzeln, Steinen
oder strukturierten Rückwänden. Beliebte Ablaichpflanze, kommt mit wenig
Licht aus. Veralgung vermeiden!
Speerblätter
(Anubias sp.): können flach im Kies
eingesetzt werden oder besser auf Steine oder Wurzeln gebunden werden, z.B.
mit Kabelbinder. Sehr robuste Pflanzen, die mit wenig Licht auskommen und
gerne blühen.
Eidechsenschwanz
(Saururus cernuus): beliebter
Steckling zum Ausbilden von gestuften Pflanzabschnitten (Leydener Strasse).
Die Pflanze wächst auch emers (= ausserhalb) des Aquariums gut, an
Teichrändern kann sie den Sommer über zu einer beachtlichen Staude heranwachsen.
Futterpflanzen
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Als
Futterpflanzen für Goldfische, Uaru, afrikanische Seenbarsche oder Argusfische
können Sie alle handelsüblichen Wasserpflanzen (Ausnahme: Javafarn,
Cryptocorynen) verwenden, die als Pflanzenschnitt in einem anderen Aquarium
anfallen oder die Sie extra kultivieren.
Besonders die Kleine Wasserlinse (Lemnea minor) wird von allen afrikanischen
Seenbarschen gerne genommen. Auch Scalare (Pterophyllum scalare) nascht gerne
von feinen Wurzelspitzen dieser kleinsten Blütenpflanze der Welt. Soferne man
sich dieses „Unkraut“ im Aquarium nicht durch Wasserpflanzen eingeschleppt hat,
kann man Massen dieser Schwimmpflanzen an kleinen, oft eutrophierten (= durch
Nährstoffeinträge überdüngten) Teichen finden.
An dieser Stelle kurz erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch die Verfütterung
von Spinat, Mangold oder Kopfsalat an pflanzenfressende Zierfische. Die
(ungespritzten) Blätter kurz blanchieren und ins Aquarium geben, entweder mit einer
Pflanzenzange (Dennerle) oder einem Stein fixieren und spätestens am
nächsten Tag die ungefressenen Pflanzenzeile wieder entfernen. Für
algenraspelnde Welse können Sie Sie auch rohe Zucchini- oder Gurkenscheiben
verwenden, die Sie an einem Faden am oberen Beckenrand ins Aquarium hängen.
Auch Karotten- oder rohe Kartoffelscheiben eignen sich dafür, werden aber nicht
so gerne angenommen und könnten das Wasser über Nacht stark belasten. Wenn man
sich diese Arbeit sparen möchte, kann man auch entsprechende Produkte kaufen. Von
der Firma Dennerle gibt es Algenfutterblätter für Welse, Buntbarsche und auch
für Meeresfische.
An
dieser Stelle ein von mir entwickeltes
Rezept
zur Herstellung von "Algensteinen"
die für die Ernährung von algenfressenden Harnischwelsen und für die Jungfisch-Aufzucht
vieler Arten von Saugwelsen überhaupt erst möglich machen. Sie benötigen
dazu 1 altes Aquarium ca. 60 Liter oder einen alten Bottich (möglichst
nicht schwarz), 15 kg weisse, möglichst flache Steine, Grünpflanzendünger,
Wasserpflanzendünger.
Stapeln Sie die Steine so ins Aquarium, dass
möglichst viel Oberfläche direkt vom Sonnenlicht beschienen werden
kann. Sie können auch alte Speiseteller oder Altglasscheiben
nehmen. Stellen Sie das Aquarium im Freien auf der Terrasse oder Balkon so
auf, dass es vormittags und nachmittags direktes Sonnenlicht erhält und
vermeiden Sie eine direkte Sonnenbestrahlung um Mittag, um das Wasser nicht
zu sehr zu erwärmen. Das Aquarium zu 1/3 mit Wasser aus einem (wenn möglich)
fischlosen Tümpel füllen und mit Leitungswasser auffüllen. Substral
oder ähnlichen stickstoffreichen Flüssigdünger in der Empfehlung für Blumentopf-Giesswasser
zugeben, Flüssigdünger für Aquarienpflanzen in der doppelten empfohlenen
Dosierung zugeben. Fertig! Nach spätestens einer Woche haben Sie wunderschön
veralgte Steine oder Teller, die Sie zum Abraspeln ins Welsbecken geben
können.
Fadenalgen, die Ihr Algenbecken zuwuchern können, müssen
Sie regelmässig entfernen. Holen Sie sich nicht den Teufel ins Haus,
indem Sie eine Veralgung Ihres Pflanzenaquariums riskieren - also die Steine
lieber nicht ins Gesellschaftsaquarium geben!
Auch Labeotropheus
oder andere aufwuchsfressende Cichliden werden sich mit einem wahren
Heisshunger über den Leckerbissen hermachen. Den abgeweideten Stein oder
Teller einfach wieder ins Algenzucht- aquarium geben. Sie können als "Algentellerhalter"
im Algenzuchtaquarium auch diese praktischen Abtropftassen nehmen, in die
man nach dem Abwasch die gespülten Teller steckt. Vergessen Sie nicht, auch
im Algenaquarium den regelmässigen Wasserwechsel und die Nachdüngung, und
achten Sie darauf, dass der pH-Wert durch biogene Entkalkung (Alkalisierung)
nicht über pH 8,5 ansteigt.
"Falsche"
Wasserpflanzen ![]()
Als "Falsche Wasserpflanzen" möchte ich
solche bezeichnen, die eigentlich Land- oder Sumpfpflanzen sind und auf dem Fensterbrett oder
im Feuchtterrarium
besser gedeihen würden als im Aquarium.
Diese Pflanzen wachsen im Aquarium
nicht oder nur wenig und gehen früher oder später ein. Ohne näher darauf
einzugehen sei erwähnt, dass es eine ganze Reihe von Pflanzen mit wunderschönen
weissen Streifen auf den Blättern oder lilafarbenen Blättern gibt, die im
Aquarium früher oder später verfaulen. Einigermassen gut haltbar ist das
Amerikanisches
Speerblatt (Spatiphyllum wallisii):
mittelgrosse Pflanze, hält sich im Aquarium etwa 6 Monate gut, stirbt dann
ab; als harte Pflanze für Barschbecken oder Goldfischaquarien geeignet.
Teichpflanzen
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Viele
der tropischen Wasserpflanzen können Sie den Sommer über in warmen Teichen
kultivieren. Sehr gut geeignet dafür sind Hornblatt, Eidechsenschwanz,
Wasserpest, Javamoos und die meisten Schwertpflanzen (Echinodorus),
die am Teichrand recht üppig werden können und gerne blühen. Kontrollieren
Sie die Pflanzen im Herbst auf ev. unfreiwillige Passagiere, die Sie ins
Aquarium einschleppen können. Das könnten z.B. Libellenlarven oder
Larven des Gelbrandkäfers sein, die Ihre Fische auffressen können.
Manchmal schleppt man sich auch kleine Nesseltierchen
wie Hydra ein, die sich lästig im Aquarium bemerkbar machen können,
indem sie die Glasscheiben und Pflanzen besiedeln. Hydra kann Jungfischen
durchaus gefährlich werden, dieser Süsswasserpolyp "fängt" mit
seinen giftigen Nesselarmen Fischlarven oder kann sie zumindest schädigen.
Andere Plagegeister wären Egel, Scheibenwürmer (Planarien) oder Schnecken,
in Teichen mit Fischen u.u. auch Karpfenläuse.
Umgekehrt können auch
einige einheimische Pflanzenarten oder Kosmopoliten einige Zeit im Aquarium
gehalten werden. Beispiele dafür sind das Gewöhnliche Quellmoos, Laichkräuter,
Teichlebermoos oder die Zwergteichrose. Viele einheimische
Arten sind mittlerweile geschützt oder vom Aussterben bedroht. Beachten
Sie die jeweiligen Bestimmungen oder verzichten lieber gleich auf die Entnahme
einheimischer Pflanzen. Es gibt genügend tropische Alternativen, die unter
Aquarienbedingungen besser gedeihen und weniger Probleme machen.
Kunststoffpflanzen
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Der
Einsatz von Plastik- oder Seidenpflanzen im Aquarium ist Geschmackssache.
Sie verzichten dabei auf die vielen positiven Wirkungen von echten Wasserpflanzen,
wie Sauerstoffproduktion, Entfernung von Nitraten oder Phosphaten oder Verringerung
der Keimzahl im Aquarium. In Amerika ist es durchaus üblich ausschliesslich Plastikpflanzen
zur Aquarium-Dekoration zu verwenden.
Vorteil: sie müssen nicht gepflegt werden, werden
nicht kaputt, benötigen keinen
Rückschnitt und kommen ohne Licht aus. Wenn sie veralgt sind nimmt
man sie aus dem Becken, bürstet sie ordentlich ab und hat wieder eine "wunderschöne"
unechte Pflanze. Den meisten Zierfischen ist es ohnedies gleich, ob die
Pflanzen echt oder falsch sind. Für die Fische zählt nur, dass sie sich
verstecken können, und die falschen Pflanzen übernehmen auch die Funktion
von Reviergrenzen, wie das echte Pflanzen auch tun würden.
Wenn man
Kunststoffpflanzen verwenden möchte weil das billiger ist in der Anschaffung
und später weniger Arbeit
macht, dann kann man das tun, solange die Fische nicht durch Weichmacher oder
Farbstoffe ungeeigneter Kunststoffe geschädigt werden. Es ist dann darauf
zu achten, dass der regelmässige Teilwasserwechsel
doppelt wichtig ist, um auf Dauer ein gesundes Aquariumwasser zu erhalten
und gesunde, farbenprächtige Zierfische zu pflegen. ![]()
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