Aquarienpflanzen bei katt's & coMittel- und Hintergrundpflanzen: Pflegetipps

Wasserpflanzen, die sich am besten zur Verwendung im Hintergrund des Aquariums eignen. Die meisten der angeführten Arten kann man natürlich auch im Hintergrund oder an den Aquariumseiten einpflanzen, je nach dem, wie man den Aufbau geplant hat.
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Stichwörter:  Kürzen der Pflanzen, Lichtansprüche, Neonröhren, Auswechseln der Röhren, Düngung, Düngeautomat, Langzeitdünger, CO2-Düngung

Allgemeine Pflegehinweise       Zum Seitenanfang

Für Hintergrundpflanzen im Aquarium gilt, dass sie neben hohen Ansprüchen an die Beleuchtung und ausreichender Kohlendioxid-Düngung regelmässige Düngergaben benötigen. Alle Arten, auch die Stengelpflanzen, bilden umfangreiche Wurzelkörper aus, die sie zur Nährstoffaufnahme und zur Verankerung der ziemlich umfangreichen grünen Pflanzenteile benötigen. Regelmässige Wurzeldüngung ist notwendig, und auf Flüssigdüngergaben kann kaum verzichtet werden. Die meisten Arten erreichen eine Wuchshöhe von 50 cm oder mehr, das heisst, dass das Aquarium eine Mindesthöhe von 60 cm haben sollte, wenn man die Kieshöhe abzieht und vom oberen Wasserspiegel noch ein paar Zentimeter herunterrechnet. In niedrigeren Becken legen sich vor allem die Stengelpflanzen an der Wasseroberfläche um und wachsen als "Schwimmpflanzen" weiter. Um eine oberflächliche Verkrautung zu vermeiden ist es notwendig, die
Stengel regelmässig einzukürzen. Das geschieht, indem man etwa 15 cm des oberen Sprosses abknipst und den Spross nach Entfernung der Blätter vom unteren Stengelbereich (etwa 2 cm) neu steckt. Auf keinen Fall die oberen Pflanzenteile verwerfen und die Restpflanze neu austreiben lassen, das wird mit der Zeit unansehnlich und erinnert an eine zurechtgestutzte Thuje.

Blattpflanzen wie Echinodorus wachsen in zu niedrigen Aquarien aus dem Becken heraus und in die Abdeckung, wo die Blätter unweigerlich verbrennen oder austrocknen. Möchte man Pflanzen aus dem Aquarium herauswachsen lassen, bietet sich die Beleuchtungs-Variante ohne Abdeckhaube an, also eine Beleuchtungsform mit Hängeleuchten (HQL oder HQI) oder neuerdings mit den optisch phantastischen wirkenden Aufsetzleuchten von Ardadia (mehr bei den Neuheiten auf unserer Homepage!).

Lichtansprüche       Zum Seitenanfang

Hintergrundpflanzen führen in den meisten Aquarien ein undankbares Leben. Setzt man sie in den Hintergrund, erhalten sie - bedingt durch die in der Mitte der Abdeckung zentrierte Anordnung der Beleuchtung in Standard-Aquarien - zu wenig Licht. Also werden sie "zum Licht" hinwachsen, in die Mitte des Beckens also, und dort den Mittelgrundpflanzen durch ihren Umfang das Licht wegnehmen. Abhilfe kann die Verwendung von Reflektoren bringen, polierten Aluminium-Schalen, die man auf die
Neonröhren klipst und nach hinten ausrichtet. Um einen schönen regelmässigen und gestuften Aufbau zu erhalten ist es in den meisten Fällen aber notwendig, einen zusätzlichen Lichtbalken in die Abdeckung einzusetzen, was bei Standard-Abdeckungen gar nicht immer einfach ist. In der Hinsicht wird sich die neue T5-RöhrenTechnologie bewähren. Vor allem die neue Beleuchtungseinheit von Arcadia mit externem Vorschaltgerät, die es ermöglicht die Röhre mit geringem Eigengewicht, wenig Platzbedarf und geringer Belastung der Abdeckung zu installieren, kann dem Pflanzenwuchs im hinteren Teil des Aquariums zu unverhofften Höhenflügen verhelfen. Nebenbei ist eine derartige Zusatzbeleuchtung auch im Vordereil des Aquariums eine vernünftige Investition.

Stengelpflanzen reagieren empfindlich auf zu wenig Licht: bei Lichtmangel beginnen sie ihre Blätter abzuwerfen, und zwar von unten beginnend. Schliesslich fault auch der eingesetzte Stengel ab und die Pflanze schwimmt an der Wasseroberfläche.
Denken Sie daran, die Neonröhren nach spätestens 9 Monaten auszutauschen, wenn das anfänglich rasante Wachstum Ihrer Stengelpflanzen ohne ersichtlichen Grund plötzlich stark nachlässt. Sie können nach 9 Monaten problemlos beide Röhren gleichzeitig Austauschen, wenn Sie wieder die gleichen Lichtfarben verwenden. Bei älteren Röhren tauschen Sie erst die eine und 4 Wochen später die nächste aus. Das gleichzeitige
Austauschen aller überalterten Röhren, womöglich noch gegen völlig neue Lichtfarben, ist unbedingt zu Vermeiden! Sie können sich den kompletten Pflanzenwuchs zerstören, wenn Sie zu radikal in das gewohnte Lichtregime eingreifen. Die Pflanzen werden einfach wochenlang nicht mehr wachsen, da sie sich erst wieder an die neuen Lichtfarben anpassen müssen. Im schlimmsten Fall werfen empfindliche Pflanzen ihr Laub ab, und in der Zwischenzeit werden Algen die nicht verwerteten Pflanzennährstoffe aufnehmen und prächtig gedeihen. Es gibt kaum ein Möglichkeite, ein durch diesen Pflegefehler "aus der Bahn" geworfenes Pflanzenaquarium zu "reparieren", eine Neueinrichtung wird unvermeidlich sein.

Düngung       Zum Seitenanfang

Viele der Stengelpflanzen haben die Möglichkeiten, einen Grossteil der benötigten Nahrung direkt über die Blätter oder grünen Pflanzenteile aufzunehmen. Bei der regelmässigen Versorgung mit Nährstoffen nimmt man darauf insofern Rücksicht, als man zusätzlich Flüssigdünger verwendet, der am besten auch gleich genügend pflanzenverfügbares Eisen enthält. Bitte beachten Sie, dass zuviel Eisen das Pflanzenwachstum eher behindert als fördert, ein regelmässiger Eisentest wird daher kein Fehler sein. Ein Problem der Düngung mit Flüssigdünger im Wochenabstand besteht darin, dass die Pflanzen in den ersten zwei Tagen zuviel des Guten zur Verfügung haben, in den nächsten beiden Tagen optimal versorgt sind und an den letzten Tagen zu wenig Dünger zur Verfügung haben. Sie können das gut beobachten: Nach dem Teilwasserwechsel, der auch nebenbei die Lichtdurchlässigkeit des Wasserkörpers durch "Entsorgung" von Gelbstoffen verbessert, werden Ihre Pflanzen wunderbar assimilieren, ja, sie "sprudeln" richtig, sehen wunderschön grün aus. Man kann ihnen richtig zuschaun beim Wachsen! Meistens wird beim Wasserwechsel auch gleich der Dünger zugegeben, und zwar für die ganze Woche. Besser ist die tägliche Zugabe von Pflanzendünger, und zwar mit Hilfe eines programmierbaren
Düngeautomaten (Eheim) oder im Zuge der Zierfischfütterung. Sie können dabei die Wochendosis von Flüssigdüngern auf die sieben Wochentage aufteilen oder zu einem Präparat greifen, das für die tägliche Zugabe konzipiert wurde, z.b. den A1 Tagesdünger von Dennerle. Schwertpflanzen und Wasserkelche benötigen auf jeden Fall eine permanente Wurzeldüngung, anfangs mit einem Initialdünger, später mit Düngetaletten oder Düngekugeln.

Einen guten Start ins Pflanzenparadies erhalten alle Arten mit einer Schicht eingebrachten Langzeitdünger, z.b. sera Flore-Depot oder Dennerle Deponit-Mix, oder einem ungewaschenen (kalkfreien) Bausand-Lehm-Torf-Gemisch. Die Verwendung eines Heizkabels als Bodenfluter hat sich bestens bewährt.

CO2-Düngung       Zum Seitenanfang

Alle Pflanzen benötigen Kohlenstoff (CO2) zum Abwickeln photosynthetischer Prozesse und zum Aufbau von Pflanzenmasse. Hintergrundpflanzen, die wir hier so bezeichnen, weil wir sie im hinteren Teil des Aquariums ansiedeln, brauchen davon besonders viel. Warum? Sie wachsen ziemlich rasch und verbrauchen den im Aquariumwasser gelösten Kohlenstoff (Kohlensäure) rascher, als er sich aus der Atemluft ins Wasser lösen kann. Nur wenige Pflanzen sind in der Lage, CO2 aus gelösten Kalkverbindungen herauszulösen, z.b. die Wasserpest. In der Folge kann der pH-Wert absinken (biogene Entkalkung), und am Aquarium-Rand bildet sich der typische weisse Kalkrand (Kesselstein). CO2-Düngung MUSS einfach sein, man erleichtert den Pflanzen das Wachstum damit ganz erheblich und kann Pflanzen pflegen, die ohne CO2-Düngung auf keinen Fall gedeihen würden. Kohlenstoff ist der wichtigste Faktor, um Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Daneben wird durch die ansäuernde Wirkung des gelösten Kohendioxids der Kalk in gelöstem Zustand gehalten, es gibt keine Kalkablagerungen und keine Möglichkeit für Pinselalgen, sich an winzigen Kalkausfällungen festzusetzen. Durch die "künstliche" Wachstumstimulation des zugeführten Kohlenstoffs erhalten Wasserpflanzen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Algen, mit denen sie in Konkurrenz um die verfügbaren mineralischen Ressourcen (Düngenährstoffe) im Aquarium stehen. Folge: Gedeihen die Pflanzen, gibt es kein Algenwachstum im Aquarium, zumindest keins, das die Optik des Beckens beeinträchtigen oder den Fischen gefährlich werden könnte. Ganz algenfrei wird man ein Aquarium ohnedies nie halten können.

Es gibt eine ganze Reihe technischer Möglichkeiten, mit Kohlensäure zu düngen, und für jeden Aquarien-Typ sollte eine passende Methode zu finden sein. Mehr zum Thema Kohlensäure-Düngung auf unserer Homepage zu einem späteren Zeitpunkt.     
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