Einsetzen
der Fische ins Aquarium
Das
Aquarium ist fertig dekoriert und bepflanzt. Wenn eine Wartezeit von etwa
zwei Wochen eingehalten worden ist und zusätzlich das Aquarium mit nützlichen
Bakterien (z.b. sera nitrivec, Jbl Denitrol, Dennerle FB7, Tetra Bactozym)
geimpft wurde, können nun die Fische ins Aquarium eingesetzt werden >>
Tipp
Zurück
zum Gesellschaftsaquarium >>
Stichwörter:
Transportdauer, Unverträgliche
Arten, Grössere Zierfische, Transportwasser, Temperaturschutz,
Wasserwerte, Wasseraufbereiter,
Medikamente, Reviergrenzen,
Scalare und Neon, Ablenken der
Altinsassen
|
|
|
|
1. Beutel ins abgedunkelte Aquarium geben |
2. Portionsweise Aquarienwasser zugeben |
|
|
|
|
3. Nach etwa 30 Minuten die Fische aus dem Beutel ins Aquarium setzen |
|
Gehen Sie beim Einsetzen der Fische umsichtig
und behutsam vor, denn das Umsetzen bedeutet für den Fisch eine plötzliche
Klimaveränderung. Deshalb sollten die folgenden Ratschläge jedesmal berücksichtigt
werden, wenn Sie neue Fische erwerben:
Transportdauer ![]()
Wenn
der Transport der Fische im Beutel länger als eine halbe Stunde dauert,
geben Sie mehr Luft als Wasser in den Beutel. Weisen Sie den Zoofachhändler
auf den längeren Transport hin. Vermeiden Sie, dass mehr als 10 Fische (Schwarmfische)
in einem Beutel verpackt werden und transportieren Sie wenn möglich immer
nur eine Fischart in einem Beutel. Auf keinen Fall dürfen Panzerwelse mit
anderen Fischen in einem Beutel transportiert werden. Vor allem Wildfang-Panzerwelse
können unter Stress das Transportwasser vergiften.
Unverträgliche
Arten ![]()
Packen
Sie nicht unverträgliche Arten in einen Beutel, z.B. Scalare und Neonfische,
Guppys und Killifische, Prachtschmerlen und Garnelen, Prachtbarben und Kampffisch-Männchen,
um gegenseitige Beschädigungen durch die Enge des Beutels auszuschliessen.
Grössere
Zierfische verpacken ![]()
Packen
Sie grössere Zierfische wie z.B. Discus, Prachtschmerlen oder Buntbarsche
immer einzeln, und zwar in einem doppelten Beutel. So wird vermieden, dass
die Fische den Beutel mit ihren Dornen oder Flossenstrahlen beschädigen.
Transportwasser ![]()
Verwenden
Sie beim Transport kein frisches Leitungswasser im Beutel, sondern nur höchstens
2/3 Aquariumwasser und 1/3 Frischwasser.
Füttern Sie Ihre Fische einen
Tag vor grösseren Transporten nicht mehr (z.B. Übersiedelung), damit das
Transportwasser durch Kot und Urin nicht unnötig belastet wird.
Temperaturschutz ![]()
Wickeln
Sie die Beutel im Winter in Zeitungspapier ein oder verwenden Sie besser
gleich eine isolierende Thermotasche. Lassen Sie die Beutel im Sommer auf
keinen Fall im Auto liegen, damit die Fische nicht durch die hohen Temperaturen
Schaden nehmen.
Angleichen
der Wasserwerte ![]()
Legen
Sie den Fischtransportbeutel mit der Öffnung nach oben in das abgedunkelte
Aquarium (Abbildung 1). Vermeiden Sie helles Licht. Im Dunkeln sind die
Fische ruhiger. Öffnen Sie den Beutel und krempeln den Rand mehrfach um.
Der Beutel schwimmt dann offen im Wasser. Füllen Sie im Verlauf einer halben
Stunde portionsweise Aquarienwasser (etwa die zwei- bis dreifache Menge
des Beutelinhalts) in den Beutel (Abbildung 2).
Damit erreichen man folgendes:
1.
Temperaturangleich: die Temperatur des Transportwassers wird allmählich
der Aquarien-Temperatur angeglichen
2. Angleich der Wasserwerte:
pH-Wert, Nitrat-Wert, Gesamthärte und Karbonathärte werden durch die Wasserzugabe
den herrschenden Bedingungen im Hälterungsaquarium angenähert
Setzen
Sie die Fische nach etwa 30 Minuten mit einem Fangnetz um (Abbildung 3).
Schütten Sie das Transportwasser weg, auf keinen Fall das Transportwasser
ins Aquarium geben. Die meisten Krankheitserreger haben ihr Vermehrungsstadium
im freien Wasser. Sie vermindern damit das Risiko, eine Fischkrankheit ins
Aquarium zu bringen, ganz erheblich.
Wasseraufbereiter ![]()
Geben
Sie nach dem Einsetzen der Fische ein gutes Aufbereitungsmittel in der empfohlenen
Dosierung ins Aquarium (z.B. sera aqutan, Tetra Aqua Safe, JBL Acclimol). Dadurch
wird Stress abgebaut und die empfindliche Schleimhaut der Fische geschützt.
Reizungen und Infektionen kann so vorgebeugt werden, falls die Schleimhaut
der Fische beim Fangen oder beim Transport verletzt worden ist.
Medikamente ![]()
Geben
Sie NICHT vorbeugend Medikamente ins Aquarium, um vielleicht den Ausbruch
einer Krankheit zu verhindern. Man nimmt ja auch nicht Kopfschmerztabletten,
weil vielleicht übermorgen mit Kopfschmerzen gerechnet werden muss.
Beobachten
Sie die Fische die nächsten 7 Tage besonders aufmerksam auf auffällige Krankheitssymtome
oder abnormale Verhaltensweisen und reagieren Sie nach einer zuverlässigen
Diagnose mit einer entsprechenden Behandlung.
Reviergrenzen
ändern ![]()
Verändern
Sie bei Territorialen Arten, z.B. Buntbarschen, die Einrichtung des Aquariums.
Bestehende Reviergrenzen werden so aufgehoben und die Neuankömmlinge nicht
sofort attakiert oder aus bestehenden Revieren vertrieben. Bei Buntbarschen
hat sich auch zusätzlichm das Abdunkeln für 6 Stunden bewährt.
Scalare
und Neonfische ![]()
Wenn
man mit Scalaren oder anderen potentiellen Fischen eine neue Gruppe
Neonfische oder andere Kleinfische vergesellschaftet sollten die
"Neuen" zumindest die Grösse der anderen, bereits vorhandenen
Schwarmfische aufweisen. Täuschen Sie sich nicht: grössere Scalare
finden mühelos die Neuankömmlinge aus einem Schwarm Neon heraus und
könnten sie auffressen.
Ablenken
der Fische von den Neuankömmlingen ![]()
Gut
bewährt hat es sich, wenn die anderen Fische im Aquarium kurz vor dem Einsetzen
der neu gekauften Fische gefüttert werden. Sie sind mit dem Fressen des
Futters abgelenkt und werden nicht "irrtümlich" einen herumflitzenden
Neon oder Guppy mit einer Futterflocke verwechseln und anknabbern
oder auffressen.
TIPP:
Statt eines der Produkte der verschiedenen Hersteller zu kaufen können Sie
auch ein paar Kilo "geimpften", also bereits verwendeten Aquarium-Kies
aus einem "eingefahrenen" Aquarium in Ihr Becken geben. Das beschleunigt die
Besiedelung des Aquariums mit nützlichen Bakterien ganz erheblich.
Umsonst ist hingeben der Aufwand, Wasser aus einem anderen Aquarium ins
eigene Becken zu geben: im freien Wasser finden sich kaum nützliche Bakterien.
Das Nitrit-Problem wird dadurch jedenfalls sicher nicht behoben.
![]()
Bilder: Sera
Ratgeber: So richte ich mein Aquarium ein
Seite drucken Zurück
zum Gesellschaftsaquarium >>