Einsetzen
der Pflanzen
Was
man beim Einsetzen der Pflanzen falsch machen kann? Alles! Es genügt nicht,
die Pflanze einfach nur "einzubuddeln", ein paar Sachen müssen
einfach beachtet werden, damit das Pflanzenwachstum rasch einsetzen kann.
Stichwörter:
Einsetztiefe,
Einsetzen der Pflanzen, Starthilfe,
Lehmkugeln, Eisengranulat,
Bundpflanzen, Kieshöhe, Pflanzbleie,
Topfpflanzen
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1. Wurzelspitzen leicht mit einer scharfen Schere kürzen, welke und beschädigte Blätter entfernen |
2. Mit dem Finger ein Pflanzloch
in den Bodengrund drücken |
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3. Die Wurzeln vorsichtig in
das Pflanzloch stecken und mit Kies bedecken |
4. Den Kies vorsichtig andrücken und die Pflanze etwas nach oben ziehen, damit die Wurzeln wieder nach unten zeigen |
1.
Die Pflanzen nicht tiefer in den Kies einsetzen, als sie eingetopft waren.
Diese "Tag-Nacht"-Grenze erkennt man am Übergang des Wurzelballens
in den Stengel: der eingetopfte Bereich ist frei von Chlorophyll (= Blattgrün).
Die Grenze von diesem helleren "Nacht"-Bereich zum lichtbeschienenen
"Tag"-Bereich ist mit freiem Auge ziemlich deutlich erkennbar.
Sie ist auch die Grenze für die Einsetztiefe der Pflanze im Aquarium-Kies.
Wenn man die Pflanze tiefer einsetzt, werden die unteren Blätter an den
Stielen abfaulen, im schlimmsten Fall setzt sich die Fäulnis auf den Pflanzenstamm
fort und die Pflanze löst sich vom Wurzelballen. Zu "seicht" eingesetzte
Pflanzen bekommen nicht genügend Halt im Kies und werden von den Fischen
oder der Filterströmung ausgezupft. ![]()
2. Die Pflanzen nicht "irgendwie"
in die Pflanzgrube setzen, sondern mit einer Hand gerade in die Grube stellen
und halten und mit der anderen Hand zuhäufen. Danach - und das ist wichtig!
- muss die eingesetzte Wurzelpflanze (bei Bundpflanzen funktioniert das
nicht so gut) ein wenig
"angehoben" werden. Das heisst, man
zieht das Pflänzchen etwa einen knappen Zentimeter wieder aus der Grube.
Also vorher die Pflanze gleich einen Zentimeter tiefer einsetzen. Sinn der
Aktion: Man richtet so die untersten Wurzelbereiche, die durch das "Hineinstellen"
in die Pflanzengrube umgebogen wurden, wieder halbwegs senkrecht aus. Das
- unsichtbare - Ergebnis wird dann eine Wurzelausrichtung wie die Borsten
bei einem Rasierpinsel sein, und nicht ähnlich den zerfransen, seitlich waagerecht
wegstehenden Fasern eines alten Filzstiftes, sein. ![]()
3. Man sollte
seinen Wurzelpflanzen Starthilfe geben, indem man eine Düngetablette in
den Wurzelbereich steckt. Das ist sinnvoll, wenn man auf einen Initialdünger
verzichtet hat oder ein besonders rasches Anwachsen erreichen möchte. Wichtig
dabei: die Düngetablette niemals direkt in das Pflanzloch geben, sondern
am besten nach dem Einsetzen etwa zwei Finger breit neben der Pflanze tief
in den Kies drücken. Damit verhindert man, dass die jungen Wurzelspitzen
zu viel des Guten abbekommen und womöglich "Verätzungen" davontragen.
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TIPP:
Gute Erfahrungen hat der Verfasser mit einer Steckrichtung der Tabletten gemacht,
die entgegengesetzt dem Filtereinlauf liegt. Durch die Ansaugwirkung des
Filters, dessen Einlauf meistens in Kiesnähe positioniert ist, erhält man
im Aquarium eine Art "Kiesströmung" zum Filter hin. Und dieses
"Tiefenwasser" transportiert dann die Nährstoffe schön langsam
und stetig in der richtigen Konzentration zu den Wurzeln. Das ganze funktioniert
nur in Becken bis etwa 80 cm Kantenlänge und nur in Aquarien ohne Heizkabel
und auf Dauer nur dann, wenn man regelmässig nachdüngt. Aber dann nicht
die Methode "1 Tablette pro x-Liter Wasser" anwenden, auch wenns
so auf der Packung steht.
Besser ist wenn man kleine Pflanzen mit halben
Tabletten und grosse Pflanzen mit einer ganzen oder auch grösseren Düngegaben
für Ihr gutes Wachstum "belohnt". ![]()
TIPP:
Optimal fördern kann man das Pflanzenwachstum
von Anfang an durch das Einbringen von selbstgewonnenen Lehmkugeln.
Das macht man am besten so: man sucht an einer Abbruchkante einer Böschung
eine offene Lehmader (ockerfarben) und sticht ein paar Kilo sauberen,
humusfreien Lehm heraus. Daheim wird der feuchte, schweren Lehm zu Kugeln
von etwa 2 cm Durchmesser gerollt und im Freien oder im Backofen getrocknet.
Die steinharten Kugeln werden bei der Ersteinrichtung geometrisch auf der
Bodenscheibe des Aquariums aufgelegt und mit gewaschenem Kies überschüttet.
Fertig! Mit diesen Kugeln kann man auch nachträglich ganz grossartig Schwertpflanzen
oder Wasserkelche düngen, die darauf sehr gut ansprechen.
Nachteil:
beim Entfernen einer Kugel wird sich das Wasser durch den Lehmabrieb etwas
trüben. Die Trübung verschwindet aber bald wieder und schadet den Fischen
und Pflanzen nicht.
Wenn man sich diese Arbeit nicht antun möchte, gibt
es im Fachhandel auch Tropenerde-Kugeln zu kaufen (Tropen-Laterit).
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TIPP:
Sehr gute Wuchsleistungen erreicht
man auch mit dem Einbringen von Dünge-Eisen in den Bodengrund. Am besten
gleich bei der Einrichtung Ferrogan-Granulat
(Fa. Brustmann) auf den Initial-Dünger streuen und dann mit Kies überschütten.
Aber nicht übertreiben - zuviel Eisen schadet mehr als es nützt. Am Besten
für ein 100 cm Aquarium nur die Menge einer Kleinpackung verwenden. ![]()
4. Man sollte die Wasserpflanzen
nicht Stengel für Stengel einsetzen, sondern Bundpflanzen immer in Gruppen
setzen. Das gibt auch optisch ein schöneres Gesamtbild. Zum Begrünen grösserer
Flächen die einzelnen Töpfe im Abstand von etwa drei Fingerbreiten einsetzen,
dann sieht das Ganze schon bald recht natürlich aus.
Schwertpflanzen und Wasserkelche
sollte man nicht nebeneinander- setzen, die beiden Pflanzengruppen "vertragen"
sich nicht, meistens bleiben die Schwertpflanzen im Wachstum zurück und
kümmern. ![]()
5. Bei fehlender Kieshöhe (weniger
als 3,5 cm) die Pflanzen im Wurzelbereich nicht
mit Steinen beschweren, damit sie "unten" bleiben. Die empfindlichen
Pflanzen, die kein stabiles Holzgewebe aufweisen wie z.B. Landpflanzen,
würden durch das Gewicht gequetscht und abfaulen. Besser ist es, wenn noch etwas Kies
nachgefüllt wird. Das geht ganz einfach, auch wenn schon Fische im Aquarium sind:
den gewaschenen Kies in ein Litermaß füllen und den Becher vorsichtig ins
Aquarium tauchen. Dann im Becken den Becher positionieren und den Kies unter
Wasser an die vorgesehene Stelle ausbringen. Die Fische stört das nicht,
der gewaschene Kies trübt kaum und als Ergebnis hat man Pflanzen, die gute
Wurzelkörper ausbilden können. ![]()
6. Kleine Pflänzchen,
die viele Ableger bilden wie Glossostigma
elatinoides oder Echinodorus tenellus kann man mit Pflanzennadeln im Kies
fixieren und muss sie nicht "verscharren". ![]()
7. Entfernen
Sie immer Pflanzenbleie von Bundpflanzen, auch wenn die so praktisch sind,
weil die Pflanze dann gleich von Anfang an gut fixiert bleibt. Blei ist ein
Schwermetall, kann zu chronischen Bleivergiftungen führen und hat im Aquarium nichts zu suchen.
Neuerdings kommt statt des Pflanzbleis Plastilin zum Einsatz, das chemisch
unbedenklich sein soll und das man als "Notanker" auch dauerhaft
im Aquarium verwenden kann.
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8. Nehmen Sie
Topfpflanzen immer aus den mitgelieferten Körbchen heraus. Damit wird ein
Verkümmern des Wurzelwerkes im beengten Raum des Transportkörbchens vermieden
(Bonsai-Effekt).
Ausnahme: Echinodorus isthmicus, E. tenellus, E. parvula
oder G. elatinoides kann man so recht praktisch zum grossflächigen Begrünen
verwenden. Man setzt den "Muttertopf" ein, trennt nach einigen
Wochen die Ablegerpflanzen von der Mutterpflanze ab und setzt den Korb an
einer anderen, unbewachsenen Stelle wieder ein. Die Ableger erst abtrennen,
wenn die Pflänzchen schon gut angewachsen sind. Funktioniert grossartig!
Düngetabletten nicht vergessen! ![]()
Bild: JBL Was - Wie - Warum? Pflanzenpflege
im Aquarium, Heft 6
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