Zierfischkrankheiten - Therapie

Ankerwurm Lernea

Weiße stabförmige Gebilde mit kleinen Säckchen am Ende stecken fest in der Fischhaut

Ursache: Parasit
Gefährlichkeit: sehr gefährlich!

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Der Krebs Lernaea wird von vielen Aquarianern 'Ankerwurm' oder 'Stäbchenkrebs' genannt, da er mit einem verzweigten Haftorgan tief in der Fischhaut fest verankert ist und eine langgestreckte Körperform ohne sichtbare Gliedmaßen hat. Am hinteren Ende befinden sich zwei sackförmige Auswüchse, in denen sich Eier entwickeln.

Lernea Krebs

Die Eier benötigen zwischen mehreren Tagen und zwei Wochen, um zur Reife zu gelangen. Dann fallen sie ab, und die Larven schlüpfen. Nach Abgabe der Eier stirbt der Mutterkrebs und wird vom Fischgewebe abgestoßen. Auch die Larven sind Parasiten und suchen die Kiemen der Fische auf, an denen sie Blut saugen. Dort erreichen sie als Larve die Geschlechtsreife. Nach der Paarung lösen sich die weiblichen Larven vom Fisch und schwimmen kurze Zeit als Planktonorganismen. Dann suchen sie einen Fisch und bohren sich in dessen Haut ein. Hier entwickeln sie sich zu dem stabförmigen Krebs.
Lernaea schadet dem Fisch sehr, da er ihm ständig Blut entzieht. Man kann einzelne Krebse mit einer spitzen Pinzette packen und mit einem Ruck aus dem Gewebe entfernen.

Lernaea an der Schwanzflosse eines Platys

Wegen der dabei entstehenden leichten Verletzung muss der Fisch mit sera baktopur behandelt werden, damit sich die Wunde nicht infiziert. Die Krebse und ihre Larvenstadien können mit sera cyprinopur bekämpft werden. Auch eine Bekämpfung mit Masoten* (Insektizid) ist möglich, man nimmt dann eine 0,25 %-ige Lösung und badet den Fisch 1-10 min darin. Masoten wird von Welsen sehr schlecht vertragen!
Man kann auch ein hochkonzentriertes Salzbad (20 g/1 Liter Wasser) herrichten und die Fische darin baden (10-20 min). Bitte die Fische genau beobachten und beim Feststellen von Schwächeerscheinungen sofort wieder aus dem Salzbad entfernen. Leider ist diese Methode nicht 100 %-ig zuverlässig und kann bei vielen (Weich-)Wasserfischen zu osmotischen Schocks führen.
Eingeschleppt wird Lernaea meist durch befallene Goldfische (Cypriniden), die aus Teichen ins Aquarium gesetzt wurden. Auch eine Einschleppung mit Planktonfutter aus fischhaltigen Gewässern ist möglich.

Ergasilus 40 fach vergrössertKiemenkrebs Ergasilus

Weiße 0,5 - 2 mm lange Krebse an den Kiemenblättchen

Ursache: Parasit
Gefährlichkeit: sehr gefährlich!

Der Krebs Ergasilus ist ebenfalls wie Lernaea ein Copepode (Ruderfußkrebs). Seine Größe beträgt etwa 1,5 mm. Die vorderen Antennen sind zu spitzen Klammerhaken umgebildet, mit denen er sich in die Haut der Kiemen einsticht und festhält. Nur die Weibchen leben als Parasiten an den Fischen, die Männchen sind Planktonorganismen.
Der Blutverlust ist hoch, und sekundäre Infektionen wie Kiemenfäule sind häufige Folgeerkrankungen. Die Krebse können nur im Larvenstadkium mit Lebendfutter aus Fischteichen in ein Aquarium oder den Gartenteich gelangen. Eine Vermehrung im Aquarium ist unwahrscheinlich, da meist nicht beide Geschlechter gleichzeitig vorhanden sind. Kiemenkrebse und ihre Larvenstadien können mit sera cyprinopur bekämpft werden.
Weitere Bekämpfungsmethoden (Mergus): Masoten* (0,25 %-ige Lösung, 5-10 min), Kaliumpermanganat (1:100.000 = 1 g pro 100 l, 5-10 min) und Formol* (1:4.000 = 1 ml 37 %-iges Formol auf 4 l Wasser, 1 Stunde).
* Vorsicht! Giftig! Nur beim Tierarzt erhältlich!

(C) Fotos: sera

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