Zierfischkrankheiten - Therapie
Cryptocarion-Erreger unter dem Mikroskop
Cryptocarion irritans, Meerwasserichthyo (40x)

Deutlich sichtbare weißliche Punkte (0,4 - 1,5 mm) in Haut und Flossen (Ciliaten)

Symptome: Flossenklemmen, Scheuern, Schnellatmigkeit, weiße Hauttrübungen >> mehr
Ursache: Streßerkrankung
Gefährlichkeit: sehr gefährlich!

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Cryptocarion irritans

Cryptocarion irritans


Die im Meerwasser auftretende Cryptocarion-Krankheit ähnelt Ichthyophthirius im Süßwasser sehr. Darum wird sie auch "Meerwasserichthyo" genannt. Der Erreger ist ebenfals ein Wimperntierchen und sitzt tief in der Haut der Fische. Die deutlich sichtbaren weißen bis grauen Punkte sind Schleimhautverdickungen, unter denen die Einzeller geschützt leben. Sie lassen sich nur schwer abstreifen.

Die sehr ansteckende Cryptocarion-Krankheit wird mit sera cryptopur erfolgreich bekämpft, das das Medikament auch die im Wasser schwimmenden Schwärmer abtötet.

Sera cryptopur ist für einige Niedere Tiere (z.B. Steinkoallen, Schnecken, Garnelen) schädlich und sollte vorsichtshalber nur im Quarantänebecken angewendet werden. Das Präparat wird täglich vier bis sechs Tage lang zugegeben. Eiweißabschäumer, Ozonisatoren und UV-Wasserklärer müssen abgeschaltet werden. Zur Berechnung der genauen Dosis muss die gesamte Wassermenge inklusive Filter, Ausgleichbecken usw. berücksichtigt werden. Kleine Heilmittelmengen in einem Bereich zwischen 0,2 und 2 ml können mit einer Insulinspritze aus der Apotheke exakt abgemessen werden.

In einem separaten Aquarium können Meerwasserfische auch mit sera costapur behandelt werden. Nach der Behandlung dürfen die Fische nicht direkt in das Meerwasseraquarium zurückgesetzt werden, da selbst Spuren des Medikaments für Niedere Tiere tödlich sind. Man lässt die Fische deshalb zehn Minuten lang in einem Behälter mit sauberem Meerwasser aus ihrem Stammaquarium schwimmen und setzt sie erst dann ins Aquarium zurück.

Wichtig: Die Fütterung der Zierfische sollte auf ein Minimum beschränkt werden, am besten mit vitaminisiertem Frostfutter (saugt sich im Gegensatz zu Flocken oder Granulatfutter wenig mit medikamentenhältigem Wasser voll). Die Beleuchtung sollte wenn möglich reduziert werden (Licht zerstört Medikamente). Der Filter sollte wenn möglich "offline" genommen werden und während der Behandlung in einem Eimer weiterlaufen, damit die Bakterienflora nicht geschädigt werden. Wenn das nicht möglich ist: während und nach der Therapie unbedingt Nitrit-Wert messen und nach der Behandlung mit einem Bakterienpräparat die Wasserwerte wieder stabilisieren.

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