Zierfischkrankheiten
- Therapie
Frühjahrsvirämie
der Karpfenfische
Gleichgewichtsstörungen, punktförmige Blutungen.
Symptome: punktförmige
Blutungen an Haut, Kiemen, Flossenansätzen, blasse Kiemen, Leibesauftreibung
(Bauchwassersucht), Glotzaugen, Aftervorstülpung, schleimiger Kot
Ursache: Viruserkrankung,
tw. mit bakteriellem Befall kombiniert
Gefährlichkeit: extrem
gefährlich!
Zurück zur Übersicht
>>
Die Frühjahrsvirämie der Karpfenfische ist eine
akute, ansteckende Virusinfektion. Sie kann nur mit infizierten Neuzugängen
in einen Teich gelangen. Wenn Fische die Krankheit überstanden haben, werden
sie selbst immun, bleiben aber ihr Leben lang latente Überträger der Viren.
Es ist noch nicht vollständig geklärt, wie andere Fische die Viren aufnehmen.
Man vermutet, dass die Viren über die Kiemen in den Blutkreislauf gelangen.
Sicher nachgewiesen ist, dass Karpfenläuse und Egel die Viren beim Blutsaugen
übertragen.Solange die Temperatur im Teich mehr als 20 °C beträgt, bricht
die Krankheit nicht aus. Die Viren werden erst im Herbst aktiv, wenn die
Temperaturen sinken. Die Überträgerfische werden dann zwar nicht krank,
scheiden jedoch Viren mit dem Kot und dem Harn aus.
Bei tiefen Temperaturen
vermehren sich die Viren nur schwach, und während des Winters sind sie nicht
aktiv. Erst wenn die Temperatur im Frühjahr über 6 °C steigt und das Immunsystem
der Fische geschwächt ist, beginnen sich die Viren stark zu vermehren.
Akut wird die Frühjahrsvirämie bei Temperaturen zwischen 15 und 17 °C. Wird
nun nichts unternommen, können die meisten Fische innerhalb einer Woche
gestorben sein.
Meistens bestehen die ersten Symptome der Frühjahrsvirämie
darin, dass sich die Fische in der Strömung des Filterauslaufs sammeln.
Sie beginnen unkontrolliert zu schwimmen und leiden unter Gleichgewichtsstörungen.
Dann treten punktförmige Blutungen an Haut, Kiemen und Flossenansätzen auf,
die sich schnell vergrößern. Hebt man den Kiemendeckel an, erscheinen die
Kiemen blass. Im Endstadium kommt es zu Leibesauftreibung (Bauchwassersucht),
Glotzaugenbildung und Aftervorstülpung sowie zur Ausscheidung von schleimigem
Kot. Ab einer Wassertemperatur von 20 °C geht die Krankheit zurück, und
über 25 °C treten keine Todesfälle mehr auf.
Je früher man den Ausbruch
der Krankheit erkennt, um so größer sind die Chancen, sie einzudämmen. Bis
heute ist noch kein Medikament bekannt, das die aktiven Viren im Fisch abtötet.
Hat
das Wasser eine Temperatur von 20 °C erreicht, gibt man pro 100 Liter 3
Tabletten sera baktopur direct und 8 ml sera cyprinopur zu. Dann erhöht
man die Temperatur sehr langsam auf 25 °C.
sera baktopur direct verhindert
bakterielle Sekundärinfektionen (z.B. Erythrodermatitis), und sera cyprinopur wirkt desinfizierend
gegen die inaktiven Viren im Wasser. Da die Viren bei 25 °C nicht mehr aktiv
sind und das Immunsystem die höchste Leistung bringt, können die Fische
sich nun erholen
Erste und wichtigste Maßnahme ist, die Temperatur langsam
über 24 Stunden auf 20 bis 22 °C zu erhöhen. Da das in einem Teich nur selten
möglich ist, müssen die Fische in ein Behandiungsbecken überführt werden.
An
den folgenden vier Tagen werden jeden Tag 8 ml sera cyprinopur 100 Liter
Wasser zugegeben. Während der Behandlung muss auf eine gute Wasserqualität
geachtet werden. Eine Belüftung des Wassers ist notwendig, damit den Fischen
genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. So lange die Fische Nahrung aufnehmen,
muss ihnen ein hochwertiges Futter gegeben werden, das man zusätzlich mit
Multivitaminen tränkt. Die sera Futtersorten eignen sich dafür besonders
gut, da sie die Vitamine gut aufsaugen. Danach muss das präparierte Futter
sofort verfüttert werden.
Behandlungsplan:
1.
Tag: Temperatur sehr langsam auf 20 °C erhöhen, dann pro 100 Liter Wasser
3 Tabletten sera baktopur direct und 8 ml cyprinopur zugeben.
2. Tag:
Temperatur langsam erhöhen auf 25 °C, 8 ml sera cyprinopur je 100 Liter
Wasser zugeben.
3. - 5. Tag: Täglich 8 ml sera cyprinopur je 100
Liter Wasser zugeben.
6. Tag: Wasserwechsel und über Aktivkohle
filtern.
Fische in sauberes Wasser mit gleicher Temperatur
ins Behandlungsbecken überführen.
Da die Frühjahrsviränmie sehr infektiös
ist und sich bei optimaler Temperatur seuchenartig im Teich ausbreitet,
kann eine zu langsame Reaktion den Tod vieler Fische bedeuten. Fische, die
eine deutliche Leibesauftreibung zeigen, sind oft nicht mehr zu retten und
scheiden große Mengen von Viren und Bakterien aus. Man sollte sie darum
auch bei der Behandlung von den anderen Fischen trennen und in ein separates
Behandlungsbecken überführen.
(C) Fotos: sera
Seite drucken Zurück zur Übersicht
>>